Elektrische Linie

Joe Goddard macht seit diesem Solo Album nicht mehr nur, dass sich Hot Chip elektrisch, abwechslungsreich und spannend anhört, sondern auch sein Album Electric Lines selber ein kleines Meisterwerk ist.

Aktuell bin ich gerade mal wieder schwer angetan von dieser Musik und habe mir entsprechend zwei alte Hot Chip Alben gekauft, die mich die letzten Tage schon im Auto etwas verfolgt haben.

Electric Lines hat vier Plattenseiten und endet auf Seite D mit dem fantastischen Song Music is the Answer, der zwar der absolute Hit auf dem Album ist, aber die anderen elf Songs sind auch alle gelungene Werke. Sehr schön ist, dass obwohl es sich ja um ein Joe Goddard Album handelt, seine Bandkollgen teilweise trotzdem an Songs mitgewirkt haben.

Wenn ich sage

Eine sandfarbendes Doppel-Vinylalbum war für die ersten Pressungen angesagt und da dachte ich: Sand hat eine kuhle Farbe! Was ich aber bekam war krankblasses lachsfarbendes Vinyl und eine überhaupt nicht beschriftet Platte wie Packung. An keiner Stelle stand, wie die Lieder heißen oder wie lang sie sind oder auf welcher der vier Seite sie sind.

Immerhin steht delta A auf der ersten Seite, sodass ich mir dann eben nach dem ersten hören zwar merken konnte, dass nen paar Tracks ganz gut sind, aber nicht wie sie heißen. So ist das Album mehr oder weniger ungehört ins Plattenregal eingezogen.

Heute stoplerte ich dann im Auto über If I say – Delta. Und dachte mir, okay das ist scheinbar eins von diesen wirklich guten neuen Songs vom Deltaalbum und es direkt nochmal aus dem Regal geholt, um es komplett zu hören. Diesmal mit einer Trackliste aus dem Videotext Internet, allerdinsg nicht ohne sich nochmal zu fragen, was das soll – keinerlei Infos auf die Platte oder die Verpackung zu schreiben und stattdessen Fotos von unglaublich vielen Leute draufzudrucken, die bestimmt alle nett sind, aber auch keiner weiß, wie die heißen und was die für einen Auftrag haben.

Musik war meine erste Liebe

The Music of the Future, the Music of the Past.

Es ist ja von Anfang an der Slogan, den ich nicht nur über den Blog geschrieben habe, sondern der auch über meinem Leben steht,
Music was my first Love

Mal keine Musik mehr zu haben, könnte schon mit das Schlimmste sein, was es gibt, denn zu den anderen schlimmen und aber auch schönen Dingen, gibt es Musik um sie auszuhalten oder um sich dran zu erinnern.

John Miles hat es aber eben sehr gut auf den Punkt gebracht und es dann auch noch sehr dramatisch in Geräusche umgewandelt. Und ich hatte es bis vor ein paar Tagen nicht auf Schallplatte – skandalös.

Ganz spannend übrigens, dass der Song von Alan Parson produziert wurde, der auch die Beatles zu Let it Be-Zeiten produzierte.

CD Box – The Cure und Depeche Mode verlassen das Plattenregal

Ich bin nicht plötzlich lieber tot als Depeche Mode, aber ich probiere gerade zu Hause ein neues Regalkonzept aus, denn da jedes Jahr so etwa 20 neue Platten und 20 alte Platten dazukommen und die neuen meist nur noch Gatefolddoppeldick sind, ist der Platz im Plattenregal langsam sehr dahin.

Ich kann nicht mehr länger Beistellplatten aussortieren, sondern es wird langsam echt schwer, sich gegen einen Verbleib im Regal und ein Ausquartieren auf den Dachboden zu entscheiden. Darum habe ich jetzt alle The Cure und alle Depeche Mode Schallplatten aussortiert in eine 20l Schallplattenplastikbox für 50 Schallplatten. Da passen die so gerade alle rein und wunderbar rechts neben das Plattenregal, sodass man weiterhin schnellen Zugriff hat, aber auch Platz für weitere Plattenkäufe im großen Regal.

Mal sehen, wie lange ich das gut finde, die beiden Topbands nicht im Regal zu haben, wobei ich die Alben des Jahres und die beiden Singlescollections von The Cure auch mal als Platzhalter im Regal gelassen habe, falls ich das Konzept zurückändere.

Immer noch in meinen Gedanken

Vor 2011 war es verboten im Büro Dido zu hören, da sie den Hasemann irgendwie zu sehr an die Ex erinnerte und eine gewisse Ähnlichkeit war auch nicht von der Hand zu weisen, dennoch hat Dido auch zu der Zeit schon den ein oder anderen netten Track gebaut und zwar meistens zusammen mit ihrem Bruder Rollo aka. Faithless.

Genau so ein Track fesselt mich die ganze Woche schon – Hurricane

Im fortgeschrittenen 2019 überlege ich, was bisher mit dem Jahr nicht stimmt, wenn ein Dido Song bisher der Track des Jahres ist. Läuft nicht 2019, oder?

Dido neu ist im Plattenregal und so wird sich das Album einsortieren zwischen Depeche Mode und Digitalism, wenn es sich aus der DerzeitOftGehörtBox verabschiedet

I wanna think that you look good as you rise.

Wenn wir alle einschlafen, wo gehen wir hin?

Sie soll das neue freche itGirls sein, dass ähnlich wie Nirvana alles musikalisch anders machen und echt frech sein, schrieb das Magazin bei uns auf dem Lokus. Hmm, das musste ich mir mal anhören und bin bei dem Song You Should See Me in a Crown auch angetan gewesen und hab das noch unveröffentlichte Vinyl geordert.

Jetzt ist die maracujafarbende Vinylscheibe geliefert und es ist natürlich nicht Nirvana und auch nicht frech wie Nirvana, aber es ist schon kuhler als der Kackeinheitsbrei, der sonst neu um die Ecke kommt.

Die Kinderohren denken allerdings, dass einige Lieder klingen, als wenn sie kaputt wären. Da sind offensichtlich ein paar gruselige Dinge mit Bässen im Studio gemacht worden. Naja, so klingt halt freche Musik heute. Ich finde es war eine gute Scheißhausidee, die Platte zu kaufen, sie kommt ins Regal zwischen Elvis und Electronic.

Hab nen Maximalballon gefunden und denk an Nena

Das Album war mir an verschiedenen Stellen aufgefallen, weil der riesige vermutlich nahezu maximalgroße rote Luftballon so hübsch von dem David Andrew Sitek von TV on the Radio spazieren getragen wird auf dem Cover.

Denk an Dich
Denk an Dich

Das erinnert ja mindestens an Nena.

Nix dergleichen, es ist ein Album das er mit zehn anderen Künstlern oder Bands zusammen erstellt hat und die paar die ich davon kannte, Little Dragon, Karen O Frontfrau von Yeah Yeah Yeahs und Talking Heads Frontmann David Byrne sind ja mal mindestens eine lustig bunt gemischte Auswahl.

Die Songs sind alle sehr gut und ich mochte das lange immer komplett mit umdrehen anhören, während der Ballon im Bilderrahmen hübsch aussah. Jetzt habe ich das Album fast ein Jahr, aber hatte nie so richtig eine Idee, ob ich es mal in Regal sortiere oder nur in die Vorablagenbox am Plattenspieler stelle.

Jetzt ist die Platte im Regal zwischen Materia & Casper und Mesh.

All diese toten Jungs in unserer Heimatstadt

Also dass das Lied von den vielen toten Jungs in der Heimatstadt handelt, haben die Kinderohren nicht einmal mitbekommen, aber ein toter Vogel auf dem Plattencover und wenn es „nur“ eine Elster ist war für den Bilderrahmen definitiv ein nogo.

Friedhof der Kuschelelstern

Für das medienherz war ein nogo mir die Platte als Geschenk mit ins Krankenhaus zu bringen, wenn dadrin von toten Jungs in der Heimatstadt gesungen wird.

Trotzdem sollte man diese wunderbare EP nicht so weit wegpacken, denn der Song Dead Boys und der Prelude des Songs gitarrenakkustisch sind supertolle Tracks und auch der Rest auf der sechs Tracks Platte muss sich nicht verstecken und klimgt dank der 45RPM auch kuhl.

Wunderbar melancholischer Gitarrenpop zu einer charismatischen Sam Fender Stimme. Hier freue ich mich definitiv auf mehr Musik des Künstlers, aber bitte weniger tote Tier auf das Cover in Zukunft, okay?!

Fender kommt ins Plattenregal zwischen Fat Boy Slim und Fettes Brot, wenn das nicht fett ist …

Was immer Menschen sagen was ich bin, bin ich nicht!

15,95 EUR

In den letzten Jahren haben sich die Arctic Monkeys mit einer ganzen Reihe Tracks und Alben ins Ohr reingeschlichen, ohnedass ich sie wieder gehen lassen wollte. Whatever People say I am, that’s what I’m not gehört gar nicht so sehr zu den besten Alben der Arctic Monkeys, aber I bet that you look good on the Dancefloor ist natürlich einer meiner ever Lieblingssongs.

Richtig lustig war, es mit dem falschen Twitter Account im Namen des Kunden zu behaupten, dass ich wette, medienherz würde gut auf der Tanzfläche aussehen – was ja stimmt aber nichts mit schweizer Finanznachrichten zu tun hat.

Ein Trugbild läuft soeben durch meine Gedanken

Ben_ hat vor kurzem einen Link zu einem Label verschickt, dass Vinyl immer in schwarz und in multicolored, liebevoll einfärbt. Ich habe aber das Label wieder vergessen, weil die Musik eher komischer Natur war.

I’ve got you rushing through my Mind

Jetzt habe ich aber eine so ulkig eingefärbte Platte von Josefin Öhrn + The Liberation aus dem britischen RocketREcordingLabel erworben. Das Album Mirage ist in grün/lila verlaufendem Farbspiel erschienen.

Aber gekauft habe ich die Platte, wegen des Tracks2 auf der Seite2 – Rushing through my Mind ist einer der entspanntesten Songs, die ich zuletzt im Ohr hatte.

Doppelschwule Mädchen

Neulich staunte ich nicht schlecht, denn als ich die Platte von Fettes Brot auspackte, war sie zweimal in der Packung drinnen. Ich soll die mal behalten, zu kompliziert, den Rückversand zu erstatten und so weiter – jetzt habe ich also ein Partyüberraschung für irgendwann einmal … ist ja nicht die einzige Platte, die ich doppelt habe.

Es ist übrigens definitiv eines der fettesten Lieder der Brote und hat einen schönen Start ins letzte Sommersemester eingeleitet.

Lass sie Außerirdische sein

Freitagabendmusik, Dark Wave, Elektronik aber düster – es ist wunderbare Musik, sie ist melancholisch, etwas gruselig, etwas albern, etwas was man jetzt zum Übergang Richtung Frühling mal ganz gut haben kann.

220 is no speed for you

Das allwissende Spotify hat mir schon zweimal für meinen Mix der Woche Songs aus dem Album Let them be Aliens vorgeschlagen: Alien und Du scrollst, beide super starke Düsternesshymnen. Das Vinyl kommt blutrot daher, was irgendwie die falsche Farbe für DarkWave ist, wie ich finde. Hätte rihig schwarz sein können und meinetwegen nach Patchouliöl duften können.

Im Regal ist ein Platz zwischen Lady Gaga und John Lennon reserviert, wenn meine Düsterphase in ein paar Tagen mal wieder vorbei ist.

Noch besser als das reale Zeugs

Ich hatte die Tage voll den U2 Flash im Auto und musste schnell mal eine U2-Plattenregal und Scheibenabstellkammer Inventur machen.

Give me one more chance and you’ll be satisfied

Fünf Maxisingles gibt es zusätzlich zum Achtung Baby! Album von U2 dazu. Alle haben hintendrauf noch nette B-Seiten-Tracks und The Lady with the spinning Head sogar nebst der normalen 7″ einen 12″ Extended Alan Moulder Remix.

Also ein U2 Song, wo sowohl Alan Moulder als auch Flood ihre Finger dran hatten – entsprechend fantastisch ist der Track, aus der Achtung Baby Serie einer der drei besten würde ich sagen.

Wobei was würde ich denn sagen, welcher der beste Track aus de Reihe ist? Vermutlich One, aber das ist nur so eine Vermutung …

Ich dende also bin ich

Als Caspar aufkam hatte ich spontan die andere Kratzestimme, die von Dendemann im Ohr. Jetzt kann man gut vergleichen, denn auf dem neuen Album singt Caspar bei einem Song mit.

Über 40 Tage ist das neue Jahr jetzt schon alt, aber bisher ist für mich noch nichts hörbares dabei, was mich wirklich umhaut – so auch nicht Da nicht für.

Allerdings ist das Artwork lustig. Es ist anaglyph 3D hergestellt und sieht mit einer megenta-blauen Brille recht lustig aus.

Darum sehen wir es uns so belustigt an.

Dendemann kommt rechts neben Deine Lakaien ins Plattenregal, vermutlich ist das aber allen Diplomkapellmeistern dieser Erde egal.

Michel Poiccard

Is it the end again? What reason is it this time?

Weil mich Filme das ein oder andere Mal emotional aufwühlen und so irgendwie anders aufnahmefähig machen, kommt es häufig vor, dass mich das Lied im Abspann direkt aufmischt und verzaubert.

So ist das auch mit dem Netflix Film How it ends und dem The Death Set Abspannsong Is it the End again. Schnell wurde herausgefunden dass der Track zum Album Michel Poiccard gehört und dass es das Album auch auf Vinyl gibt, es allerdings selbst bei discogs derbe vergriffen ist.

The Death Set

Doch dann war es relativ günstig bei einem Händler aus Polen zu erwerben und so kam ich zu meinem ersten Paket aus Polen.

Das Album beinhaltet Musik, die wohl in die Richtung Postpunk geht, allerdings nur vereinzelte Songs, der Rest ist Indiepop und macht in der Mischung viel Spaß anzuhören.

Im Regal steht das Album neben Death Cab for Cutie und Deichkind, allerdings ist es zur Zeit noch zu oft im Einsatz und noch gar keine Sekunde wegsortiert worden.

Simulationstheorie

Nochmal eine ganz dicke Überraschung für 2018 aber zu spät um es noch in den Jahresrückblick zu mogeln. ist das neue Muse Album Simulation Theory.

From magenta to bright blue

Weil mich Muse immer so sehr an mein und Kims erstes Jahr Medieninformatik an der FH erinnert mag ich die Experimentierbrachialisten per default. Auch dieses mal ist das Experimentieren in mehreren Track super gut gelungen. Der Opener Algorithm und der Track Propaganda sind die Knaller auf der Alpha Seite. Auf der Beta Seite mag ich den Song Big Down, weil er so wunderbar an alte Klassiker erinnert. Cover ist auch hübsch und es ist meine erste Muse Platte für das Regal, die dort ihren Platz zwischen Münchener Freiheit und Mysterious Arts, äh nein Das Omen gerade in die Arolsenkiste umsortiert The Naked and Famous findet. Kuhl, Münchener Freiheit

Vom Zerfall und der Heilung

The Cure Galore

Dass man das in dem Alter schon so sagen muss, aber 2018 war ein Jahr mit Krankheit bis zum Zerfall unter dem Strich. Da ist es passig, dass man dieses Jahr den 30ten des Zerfalls und der passenden Heilung feiern kann.

The Cure’s Album Disintegration wurde am 2. Mai 1989 veröffentlich – Grund genug ein The Cure Jahr auszurufen auch um selber zu heilen.

As high as I might I can’t get that high

1989 habe ich noch keine The Cure Tonträger gehabt, das ging erst mit High der Vorab-Singleauskopplung von Wish 1991 los. Gekauft im Schweinetunnel. Das erste Vinyl müsste dann knapp danach die Standing at the Beach – The Singles Platte gewesen sein.

Ein schönes Andenken aus dem ersten Schweden Urlaub ist die in Växjö für 25 SEK gekaufte 2nd Hand Seveninch von Never Enough mit der besten Rückseite, die man sich wünschen kann: Harold & Joe.

Vorletztes Jahr sind dann alle meine 24 7″ aus dem Schuhkarton ausgewandert in den Karton, der 7″ Platten von Band beherbergt, von denen ich genug für einen Adventskalender hätte. Depeche Mode, The Cure, Pet Shop Boys.

Jetzt aber erstmal genug geträumt und rumgeheult: Boys don’t cry

Die Single von 86 ist nicht ganz so kuhl, wie die von 79, aber dafür bezahlbar …

2018 gezählte Geister

Grönemeyer 7″, Eels, 10″ und Arctic Monkeys – Suede 12″

Dieses Jahr hatte ich sehr viel Zeit mich mit dem abgelaufenen Musikjahr zu beschäftigen. Vorab muss ich feststellen, dass es durchaus gelungen ist. Meine fetten Lieblinge waren alle veröffentlichungsunwillig dieses Jahr, sodass die Chance auf eine Album des Jahres eines neuen Künstlers sehr hoch ist.

300 Tage ++ an der Wand!

Ein Liebling hat allerdings veröffentlicht und zwar gleich schon in den ersten paar Tagen 2018:
Tocotronic’s Die Unendlichkeit und das Album ist auch wunderbar anzuhören hat auf den Seiten A, B und C jeweils zwei richtig gute Lieder und ein Nebenprodukt. Beim Lieder-des-Jahres-Vergleich ist Electric Guitar oft unter die letzten vier Songs gekommen. Das Plattencover ist außerdem so hübsch, dass es sowohl hier im Rahmen seither dauerhängt, als auch ein Poster und eine 3D Box im Palasthotel abhängt und nachts noch nachleuchtet.

Ein Liebling hat allerdings das belangloseste Album seiner Vita rausgebracht. Axel Bosse sein 2018er ist echt eine Riesenenttäuschung – mehr mag ich hier gar nicht mehr sagen, ich habe kaum schlechtere Platten 2018 gekauft, als diese. Ach doch, Florence & the Machine. Casper & Materia ist zwar sehr witzig im Großen und Ganzen, musiklisch aber sehr weit unter den Erwartungen, die man an Casper nach den letzten Alben so hat. Und dann singt er noch schlecht über Beckhausstraße Bielefeld Mielefarbrik.

AndYpsilon am Arbeiten nicht ansprechen!

Eine fette, weil supersoundige und frischideenreiche Überraschung ist das Fanta4 Album Captain Fantastic. Hier beeindrucken mich mehrere Songs, wie auch Remixe, die direkte mit auf dem Vinyl stecken und Interludes zwischen den Stücken. Vieles davon sehr super: Tunnel und Watchmen zum Beispiel – bestes (ist das noch) HipHop Album des Jahrtausends bisher …

10″ yellow transparent

Doppel ZehnZoll gelbdurchsichtiges Vinyl gab es dieses Jahr von den Eels mit dem Kracher Song The Deconstration welcher dem Album auch den Namen gibt.

Ein paar weitere Songs sind auch ganz gelungen, aber es bleibt so wie seit dem zweiten Eels Album, ein Knaller und etwas Beiwerk fertig ist das Eelsalbum.

Kein Depeche Mode, kein The Cure, kein Erasure, kein Pet Shop Boys, kein New Order, kann es da überhaupt wen geben, der Potential für ein Album des Jahres hat? Ja Phillip Boa, The Editors, PeterLicht, Franz Ferdinand, Gorillaz, sogar Moby, und die haben alle fein verzaubernd geliefert mit mindestens einem Track, der in der Diskussion über den Songs des Jahres auftauchen könnte.

… und so endet nun das Spiel, das du Leben nennst.

In der Spitze gut gelungen sind die beiden Düsterpopalben Noire von VNV Nation und Confessions & Doubts von Peter Heppner hier insbesondere der Track, den er mit seinem alten Wann kommt die Flut– Kumpel Joachim Witt gemacht hat: Was bleibt? 

Sekundenglück von Herbert Grönemeyer kann man gut hören – klingt wie immer, darf es auch, warum sollten Pommes nach Nudeln schmecken.

PeterLicht hat auf seinem 2018er auch wirklich gute Track, allerdings verglichen mit Werken von früher etwas gespart an Witz und Songperfektion. Hier liegt die Messlatte auf Vergrabt mein iPhone und da hüpft Menschen und der Chipssong nicht drüber. Wohl eher kein Song des Jahres vom PeterLicht dieses Jahr.

Moby der vor fast 20 Jahren mit Play meine Album des Jahres bekommen hat, hat 2018 auch ein Album mit einem Megatrack veröffentlicht: Mere Anarchy – alles wunderbar und nichts davon tut weh.

MGMT hat ein sehr schönes ElectroExperimentalDoppelAlbum gemacht, welches auf den A+B Seiten mit vier Liedern sein ganzes Pulver schon verschießt und die Hits des Albums abschießt, aber immerhin vier. Ist durchaus eine der positivsten Überraschungsalben des Jahres nach Moby.

Franz Ferdinand dieses Jahr wieder ohne die Sparks unterwegs haben auch wieder sehr gutes Album gemacht, dass aber für mein Empfinden nur einen richtigen Knallersong an Bord hat: Always Ascending das ist ein Song von dem man wirklich mal behaupten kann, dass er gescheit durcheskaliert und definitiv ascending ist. Ich hab ihn am Folgetag der Lieferung morgens über den Kopfhörer gehört und gedacht ich spinne, wie geil ein Album anfangen kann. Hat definitiv ein Nötchen mitzusingen um den Song des Jahres.

Durch und durch gut, aber aus irgendwelchen Gründen immer wieder in Vergessenheit geraten dieses Jahr ist das wunderbare Album von Death Cab for Cutie namens Thank you for Today. Man sollte sich hier mal vornehmen a) mehr Vinyl von den zu kaufen und b) das was man hat mehr zu hören. Es ist wirklich gut in einer Zeit in der es keine neuen The Cure Alben mehr gibt.

Violatorlence

violence-red vinyl

Nochmal besser als die fünf Vorgängeralben ist für mich das The Editors Album Violence. Kein Track muss übersprungen werden und mit Violence und Counting Spooks liefert jede LP-Seite einen Kandidaten für den Track des Jahres. Habe das Album im November bestimmt täglich gehört, während ich vorab nur Counting Spooks abgefeiert habe, bin ich jetzt Fan von jedem einzelnen Track. Das ist dann sehr sicher das Album des Jahres und Counting Spooks der Track des Jahres. Beide haben mich in der Spitze mehr begeistert, als alle anderen Alben oder Einzeltracks.

 

 

 

Hab ich recht?

Der Fundus an Songs, der im Produktionszeitraum vom Chorus Album von Erasure erschaffen wurde, ist wirklich unglaublich. Die vierte und letzte Singleauskopplung 1991 ist der Am I Right? e.p. gewesen. Auf dieser e.p. sind neben einem fantastischen Dave Bacombe Mix von Am I Right? auch noch drei Nichtalbumtracks, die allesamt den Ruf von Chorus nicht geschmälert hätten, wenn sie auf dem Album gewesen wären, oder anders: da gab es deutlich schlechtere Songs auf den vier Alben vor Chorus.

Zusätzlich zu dieser schon fantastischen Platte gab es obendrein auch noch eine Weihnachtsedition mit anderen drei Mixen (einmal von keinem geringeren Mute-Kumpel als Moby) und der Elektroalberei namens B3.

Chorus (Vegan Mix) with additional Vocals by Moby – Dreizehn Mark WOM Köln

Der, die, das Erste

Hier werden Erinnerungen an Freitagabende im PC69 und Mittwochabende im Kick wach:

Electronic Body Music ist düstere Gitarren-Elektro-Pop-Musik und prinzipiell genau auf meiner Wellenlänge und das Album I von Die Krupps ist in seinem Gesamtumfang eigentlich das perfekte EBM-Album. Als jemand der Metallica jetzt erstmal nicht so zu seinen 250 Lieblingsband zählt, ist natürlich die Coverversion von One ein Festschmaus in den Ohren, weil es so viel besser ist, als das rotzige Original.

Peter, Licht, Chips und Menschen

Ach wie herzerfrischend, wenn auch am Ende nur mit 2,5 richtig guten Liedern kommt das neue PeterLicht Album Wenn wir alle anders sind. Aber das Lied über Menschen und der Chipssong sind schon richtig gut und witzig. Dazu kommt, dass bei dem radiotauglichen Track Menschen, der The Cure Fan in einem wach wird und Schönes aus Just like Heaven wieder zu erkennen glaubt.

Ein Doppelalbum aus gelbdurchsichtigen Vinyl zwar, aber auf den C und D Seiten sind Mixes und anderes NonAlbum Material, das nicht so richtig Mehrwert bringt.

Die blaue Stunde und das goldene Leben

Das letzte Suede Album war ja eine wunderbare Überraschung und daher auch die Vorfreude im Sommer hoch, als man The blue Hour vorbestellen konnte. Irgendwie habe ich das dann aber vergessen und so ist es mir vor ein paar Wochen als „könnte mich interessieren“ vorgeschlagen worden und ja, es interessierte mich und ich hab es bestellt.

Eine von sieben Platten, die nach der Lungenklinik auf mich warteten, war dann das neue Suede Album und es verzückte noch mehr als ich lesen durfte: „Produced by Alan Moulder“ – Jetzt hing die Messlatte ziemlich hoch und dann passierte, was öfter passiert, wenn Messlatten hoch hängen – das Album erfüllt die Erwartungen nicht, außer einem kleinen gallischen Track …

Life is golden ist dann doch definitiv ein pompöser Song der sowohl Alan Moulder als auch Suede würdig geworden ist, jedenfalls mag ich ihn mindestens so gerne wie andere sehr gute Suede Songs. Aber der hat sich als vierter und letzter Song auf Seite B auch extrem gut versteckt auf dem Doppelalbum, was diese mal leider nicht mit 45 RPM daherkommt so wie letztes mal. Egal, klingt trotzdem ordentlich.

 

Wie jetzt alles ist jetzt?

Beim Kauf schon das überbelichtete Selfie-Cover doof gefunden und mir dann beim Hören gewünscht, dass Bosse jetzt bitte eine längere Kreativpause macht. Zwischen dem Album hier und Wartesaal liegen nicht nur sieben Jahre sondern auch sieben Qualitätsligen. Ich muss mal schauen, ob eine Künstler der schonmal mein Album des Jahres geworden ist, auch später oder früher das schlechteste Album des Jahres gemacht hat. Alles ist jetzt könnte das werden. Gar nix bringt mir dieses Album – ich denke es könnte auch direkt auf den Dachboden.

Erfahrung – du bist nicht gut für mich

Mittlerweile kann man ja fast jede Schallplatte, die einst vergriffen oder unbezahlbar war, als eine überarbeitete Neuversion erwerben. Weil das so ist, habe ich meine schon recht umfangreiche Prodigysammlung die Tage um das Debutalbum Experience und dessen Nachfolger Music for the Jilted Generation erweitert.

Pay close Attention

Auf beiden Alben finde ich insgesamt zwar nur zwei Tracks, die richtig gut sind Out of Space und No Good, aber auch die anderen Tracks haben hier und da ihre Energie. Genau das ist es was The Prodigy mir immer mal wieder besser liefert, als eine andere Band. Feuer untern Arsch. Es funktioniert sehr gut als mentale Workout Musik.

Who can hear the Bass-Drum?

Es wäre mal zu untersuchen, ob mich das zu einem schlimmeren Autofahrer macht, aber zu Hause lässt es einen ein paar Minuten krass abzappeln, bis die Kinderohren sich selbige zuhalten und um eine Pause bitten: Das ist schrecklicher Krach …

Haben sie ein bisschen Recht mit, aber der ein oder andere Sound geht auch gut ab und der Raggaetechno von Out of Space bringt das Hirn auch in eine andere Dimension, wie es der Text prophezeit.

I got the pulsating rhythmical Remedy.