Den Engel spielen (ist da wo Du wegkommst nicht so einfach)

Mitte des ersten Jahrzehnts im 21 Jahrhundert ist es völlig üblich gewesen, dass man von einem neuen Depeche Mode Album schon Wochen vorher alle Songs irgendwo schonmal gehört hatte.

Ich hatte mir aber vorgenommen, dass ich dieses Album das erste mal hören wollte an dem 17. Oktober 2005 an dem es erschien. Also bin ich vor gut zehn Jahren morgens auf acht Uhr in den Marktkauf Sennestadt gefahren und habe es mir dort (okay auf CD) gekauft und es dann zum Frühstück gehört. (Die Platte gab es erst als ich das nächste Mal im Mediamarkt vorbeikam.)

Vorab wusste ich nur, dass nicht alle Songs auf dem Album von Martin L. Gore geschrieben waren, sondern es zum ersten Mal auch Dave Gahan Songs untergemischt gab.

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Close your eyes, pay the price, for your paradise!

Der Introsong A Pain that I’m used to ist auch gleichzeitig eine spätere Single und der Track ist gut: er fängt auch mit so einem krassen Störgeräusch an, ganz ähnlich wie einst I feel you. Aber dann trabt der Song mit lustigem Martinwortwitz und moderatem Synthiesound plus Gitarre vorwärts nimmt dann etwas mehr Fahrt auf und lässt einen ordentlich mitdancen. John The Revelator und Suffer Well sind auch beide Singletracks aber nicht so richtig die Kaller des Albums, also schnell umdrehen die A-Seite …

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To pick me up, when I’m on the ground

Direkt der erste Track The Sinner in me hat all diese wunderbare depechemodige Düsterness, weswegen man die Band vermutlich liebt. Und der Track wechselt auf Halbzeit völlig die Stilrichtung um dann langsam über Gesang wieder in den ursprünglichen Style zurückzumorphen. Das ist wirklich sehr großartig und ich wüßte gerade keinen zweiten Depeche Mode Song, der das ebenfalls so macht und kann.

Darüber hinaus ist hier auch eine der besten Prealbumlaunch Singles Precious zu finden. Eine wunderbare Single. Ein Song über dem Martin L. Gore seine Tochter nach der Scheidung der Eltern. Schauderig schön. Precious and Fragile Things need special Handelings.

Ach ja und einmal Kunst. Macro Micro Martin Kosmos. Platte wechseln, C-Seite hören …

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Even the stars looks brighter tonight, nothing’s impossible.

Seite C ist singleauskopplungsfrei, aber auch die Seite startet mit einem wunderschönen Düsterpopsong. I want it all, der sich dadurch auszeichnet, das er ein eigenes wundersythetisches Postludium hinten dranne hat.

Der Rest dieser Seite ist eher so das Sommerloch: Nen semiguter Davetrack, nen Interludes Introspectre und nochmal Kunst mit Gesang. Allerdings einer der besseren Martin L.Gore Kunstsongs – Damage People – aber schon auch etwas kaputter als der Rest so.

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You stripped my heart, ripped it apart in the name of fun!

Zum Abschluß eine radiotaugliche Single namens Lilian und ein Track der dem Namen The Darkest Star alle Ehre macht. Dieses Album hat definitiv kein Happy End.

Ich habs ja gerade einmal komplett durchgehört und dann erst gemerkt bzw. es viel mir dann erst wieder auf und ein, dass dieses Album ja ein NonWilder Album ist?! Es ist trotzdem richtig, richtig gut.

So, die Auslaufrille nervt – PAIN AND SUFFERING IN VARIOUS TEMPOS

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If God has a masterplan, I hope it’s your eyes He’s seeing through.

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