Super

Ertmal nen bisschen motzen: Wer denkt eigentlich nach der 20. White-colored-Vinyl in den letzten 20 Wochen noch ernsthaft, dass das Colored ist. Ich habe nach dem sichten des Covers vom neuen Pet Shop Boys Album gedacht, wenn das Colored ist, dann neongelb oder gallegrün oder wenigsten madonnapink – nix dergleichen, es ist einfach nur weiß. Super.

whitesuper
Love sees no colors
whiteboys
We were the Pop Kids – I loved you

Happiness heißt der erste Track des neuen Boys Album mit dem tollen Namen Super.

Waren auf den letzten Pet Shop Boys Alben die Opener immer nen Knaller und machten Bock auf mehr, so ist das diesmal auch irgendwie so, aber anders. Es ist irgendwie ein albernes Lied (nicht Cure melancolisch albern, sondern welt-be-ja-end) das unweigerlich darum auch happy macht.

H.A.P.P.I.N.E.S.S. – ruhig öfter mal alte Gags aus dem Schrank holen und den Titel des Tracks buchstabieren

Auch dieses Album ist vom Technopopkönig des 21. Jahrhunderts Stuart Price produziert, wie es schon bei Electric (und Music complete) der Fall war, aber diesmal abwechselnungsreicher und nicht jedes Lied nur volle Kanne Technik auf die Ohren, sondern auch mal Pauken, Trompeten, Streicher, Chöre und alte Boys Geräusche wie die guten alten Wood Drums aus Always on my Mind nur alles ohne Anne Dudley. Heißt mutmaßlich dann alles aus den Synthietürmen vom dünnen weißen Grafen oder dem heimlichen dritten Pet Shop Boy Pete Gleadall.

Mein spontaner Lieblingstrack auf dem Album ist jedoch:

The Dictator Decides

Hier singen die Boys – nach einem knapp zweiminütigen Marschmusik-Elektrosoundspektakel – sehr einfühlsam aus der Sicht eines Diktators, den einfach keiner seiner Fans endlich mal aus dem Weg räumt. Das ist erstens sehr amüsant und macht Dikatoren ja fast sympathisch, aber zweitens ist es auch vom Soundgebilde und Gesang sehr gut gemacht – vor allem der Nonnenabgesang hat was enorm extrareprisiges. Der Track wäre ein Traum für den Musikunterricht bei Frau R.B. und ihrem Pettingboys Fantum gewesen. Ich vornominiere den Track mal als Kandiate für den Track des Jahres.

Auch Burn ist ein Discoburner textlich und musiklisch, sowie die ganzen lustigen Kurztrax mit ebenso kurzen Lyrics. Super!

Das Album heißt ja laut Focusinterview so, weil die Berliner so oft Super! sagen – das habt ihr super gemacht ihr Berliner. One Assist für guten Albumnamen.

gatefold
Gatefold Boys

Zum n-ten mal haben die Leute von Farrow kuhles Design abgeliefert, ordentlich mit einer Prise Pfiff, diese mal die Boys hinter vier verschiedenfarbigen metroplane Bubbles …

… und warum ist die Platte eigentlich nicht gallegrün?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.