Doppelschwule Mädchen

Neulich staunte ich nicht schlecht, denn als ich die Platte von Fettes Brot auspackte, war sie zweimal in der Packung drinnen. Ich soll die mal behalten, zu kompliziert, den Rückversand zu erstatten und so weiter – jetzt habe ich also ein Partyüberraschung für irgendwann einmal … ist ja nicht die einzige Platte, die ich doppelt habe.

Es ist übrigens definitiv eines der fettesten Lieder der Brote und hat einen schönen Start ins letzte Sommersemester eingeleitet.

Radio Blumenkopf

Eigentlich auf der Suche nach etwas ganz anderem, bin ich bei einem tollen englischen Plattenverkäufer auf die 7″ von Air’s Radio #1 gestoßen, einem beinahe Track des Jahres, wenn ich es mir recht überlege.

Mehrere Sachen an dem Fundstück sind dabei sehr erstaunlich.

  • Die Platte hat Near Mint Qualität also ziemlich gut, klangtechnisch wie optisch.
  • Sie hat 4 Pfund gekostet, wirklich nicht so viel.
  • Sie hat eine Hammer B-Seite, nämlich ein nennen wir es mal instrumental Abtract namens Flowerhead von der A-Seite. Verwirrender Weise ist die A Seite allerdings auf der B-Seite und die A-Seite hat im Gegensatz zu B-Seite dann auch nur 33 RPM. Aber das alles gehört zum tollen Spaß irgendwie einfach mit dazu.

Thank you leegoulding!

Was ich eigentlich gesucht habe, habe ich übrigens hier auch gefunden, aber dazu komme ich in ein paar Wochen in meinem Euodance90er Spezial und freue mich darauf jetzt schonmal einen Keks.

Träum weiter Anreger

Just Freelove

Der englische Begriff Exciter ist technisch verstanden eine Anreger, größerer technischer Maschinen, ein Schwungbringer oder auf den Menschen übertragen vielleicht ein Motivator. Genau, was das Exciter Album von Depeche Mode sein soll, aber nicht ist. Im Gegenteil, ich finde eher, dass dieses Album von allen aktuell vierzehn Studioalben das unmotivierenste ist und es daher vielleicht auch Breaker hätte genannt werden können.

Death becomes me – Heaven can you see what I see?

Es ist zwar gut untekühlte Synthiemucke, aber es hat nicht einmal in den drei ersten Singles (Dream On, Freelove, I feel loved) sowas wie eine entflammende Melodie. Erst der finale Track, der gleichzeitig die vierte Single ist, kann Herzen erwärmen. Ich habe das heute noch einmal durchgehört und kann leider meine Meinung nicht ändern. Man ist schon vor dem Refrain von Dream On leicht genervt und atmet erleichtert durch, wenn man bei Good Night Lover angekommen ist, wobei der vorletzte Track I am you auch ganz kuhl war – eventuell aber auch nur einen Vorfreudebonus.

Zwischendrin erreicht man bei Comatose – Kunstgetöse von Martin – erstmals Acheselzuck-Status.

Dabei ist das AlbumCover eines der hübschesten – habe ich sehr gerne an der Wand hängen.

Heul doch nicht mehr, Baby!

In Erinnerung an Målselv gemixt

Einer meiner ersten Audiokontakte mit Röyksopp war gar kein Röyksoppsong, sondern ein Spillersong, der allerdings von Röyksopp geremixt war. Wunderschöner Erstkontakt via 1-Live-Clubbing auf einer Badmintonfreitagheimfahrt.

Jahrelang hatte ich diesen Track dann nur als einen digitalen Abklatsch und seit gerade eben auch auf Vinyl. Macht den Samstag noch ein fettes Stückchen wochenendiger, sollte gleich mal die anderen beiden Hammermixe hinterherballern. Clocks und Don’t know what I can save you from

 

Wo kommen all die grauen Penunsen her? Testament der Angst

Kein Bild – Werbeanzeige:

So der Hobbydiplomkaufmann in mir hat ein neues Projekt. Ich versuche eine Platte für eine irre Unsumme von Hundert Euro zu verkaufen, um mir dann im Gegenzug ein anders Vinyl für eine enorme Unsumme zu kaufen.

Der Plan ist eine sehr gut erhaltene R.E.M. Platte – Monster zu bekommen und eine sehr gute, weil nie abgespielte BlumfeldTestament der Angst Platte loszuwerden.

Der Haussegen und ich waren Anfang des Jahrtausends auf einem R.E.M. Konzert in Hamburg und da waren die Blumfelds Vorband. Wir waren so früh da, dass wir sogar bei den Blumfeld Proben noch zuhören konnte. Im Vorfeld hatte ich mir die Platte Testament der Angst gekauft, aber noch nicht reingehört. Wo kommen all die grauen Wolken her war damals ein Song den ich sehr mochte. Aber dann haben die den in Hamburg geprobt – gefühlt 100 Minuten lang, dann haben die sieben Tracks gespielt, gefühlt alle gleich langweilig und am Ende nochmal den Track aus der Endlosprobe, dann durfte endlich durchgeatmet werden und R.E.M. gehört werden.

Ich habe die Platte danach nie wieder gehört und nur noch einmal angepackt, nämlich als sie auf den Dachboden aussortiert wurde. Dort ist sie die letzten 12 Jahre laut Discogs um den vierfachen Wert angestiegen. Ob es stimmt finde ich raus.

https://www.discogs.com/sell/item/316821339

Und R.E.M.’s Monster habe ich einfach vergessen nebst kompakter Scheibe auch auf Vinyl zu kaufen, das ist nicht gut, denn es ist immerhin Album des Jahres 1994.

Die Toteninsel

100Seit ein paar Wochen sind das Kinderohr und ich (wieder) sehr interessiert an ???-Detektivhörspielen.

Heute habe ich mich getraut, die Jubiläumsfolge 100 aufzulegen. Diese habe ich schon seit 2001 im Plattenregal stehen, aber noch nicht einmal komplett durchgehört. Es handelt sich nämlich um die längste jemals produzierte Folge. Europa hat diese auf sechs Seiten Vinyl verteilt.

Wir haben uns also soeben 166 Minuten lang, ein ziemlich durchgeknalltes Hörspiel reingepfiffen. Nicht die spannenste Folge, darum war ich auch 2001 beim ersten und letzten Hören des dazugehörigen mp3s eingepennt.

 

Ich weiß nicht wovon ich Dich retten kann

Es war einer dieser Freitagabende, wo man nach dem Sport auf dem Weg nach Hause im Auto noch etwas frische Remix anhören konnte.
Die Kings of Convenience und Röyksopp waren mir Ende 2001 schon rudimentär bekannt und ich fand sowohl die entspannende Gitarren Musik von den Kings als auch die frische technische Röyksopp Musik fantatstisch.

Das es einen Zusammenhang zwischen Erlend Øye und Røyksopp gab, war zu der Zeit aber nicht klar, bis es diesen über alle maßen fantastischen Remix gab.

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königliche Annehmlichkeit

Die Tage war dann der große Tag. Nach längerem stöbern und Kaufpreisabwiegerei wurde die 12″ geliefert. Ich würde mich jetzt nach mehrmaligem wiederhören dieses Track dazu hinreißen lassen folgende Aussage zu treffen:

Es ist sowohl der beste Kings of Convenience Track (easy abzunicken) und gleichzeitig aber auch der beste jemals produzierte Røyksopp Track (und da gibt es ja einiges in der Waagschale)

kings
I don’t know how I can save me from this?!

Mutter

Vier Tage vor meinem 2001er Geburtstag – zu dem ich es geschenken gekrochen gehabt hatte – ist das lustige Album Mutter von Rammstein in die Plattenläden dieser Welt gekommen.

rammsteinDafür mal nochmal nen dickes Dankeschön in Richtung Slin.

Es macht immer mal wieder Laune, diese Platte ohne Vorwarnung auf Partys aufzulegen, wie zuletzt beim Tanz in den Mai 2014, als urplötzlich drei kleinere Kinder zu dem Lied Spieluhr (Hoppe, Hoppe, Reiter – mein Herz schlägt nicht mehr weiter) durch das Haus rockten. Ich hatte kurz Angst um die Kids, aber da später auch Nena ebfalls ohne spürbare psychische Blessuren abgefeiert wurde war klar: Die werden mal wie wir!

Legende mit zehntausend Takten pro Sekunde

Es began mit dem gelungenen Gag, Radio #1 im Radio gehört zu haben und am Ende zu denken – ach guck, der Radiomann ist auch nen bisschen verliebt in die neue Air Single. Welcher Radiomann?

10000hz-legends
well, I really think you should quit smoking.

Nach Moon Safari lag die Messlatte für Air Französische Band sehr hoch wie ich finde, doch in was für einer brillianten Art und Weise die beide Elektriker die Hürde übersprungen haben ist zum mit dem Finger schnippen. Ich glaube ich habe das ganze Halbjahr 2001 nichts anderes gehört, als 10.000 Hz Legends.

peopleinthecity
p.e.o.p.l.e.i.n.t.h.e.c.i.t.y.

Elektronische Downtempomusik ist mit diesem Album in meinem Vinyl-Leben angekommen, hat Türen und Tore weit geöffnet für Leute wie Massiv Attack und Portishead. Ich wollte vermutlich nicht mehr weiter Platten hören ohne diese Electronic Performers. Hab nen bisschen Teardrops in den Augen, naja.

Air steht im Plattenregal neben den Spendierhosen Ärzten und dem wunderbaren Damon Albarn. Magisches teils gar unrockbares Dreigespann.

vor-dem-schrank

Heiterkeit – Leider nur eins von Vierzehn Liedern

heiterkeitDas Debut Album von PeterLichtVierzehn Lieder gibt es nicht auf Vinyl – leider. Was es aber ganz selten gibt, sind Remix-Platten seiner heiteren Singles, die aber in der Regel überteuer und nicht so der Knaller sind.

Heiterkeit, gab es aber die Tage für nen Schnapschen und das wo der eine Remix tatsächlich sehr identisch mit der Album Version  ist.
Weil die Platte älter ist, als die andere PeterLichtPlatte im Regal, darf die Heiterkeit 12″ direkt neben dem neuesten Album von den Pet Shop Boys platz nehmen.