Iris strahlend

Iris

Cover sah ziemlich kuhl aus als mir Another Way in meine Playlist der Woche beim Online Hördienst gestellt wurde. Hörprobe klang nett düster, Bandname ist auch ziemlich gut. Da war der Kauf einer bereits sechs Jahre alten Platte beschlossen.

Aber die Platte hat einen Etikettierungsfehler, die Anzahl der Songs auf der A Seite ist nicht identisch mit der Anzahl der Songs die auf dem Label stehen. Lustig, aber die Macher der Platte haben beschlossen, der Platte einen Entschuldigungsschreiben zu verfassen.

Dudelt alles nett daher ohne so richtig aus dem Quark zu kommen, vermutlich hängt die Platte öfter an der Wand, als das sie abgespielt wird, wobei jetzt gerade ist der US-Düsterpop zum zweiten Mal komplett zu Ende gelaufen.

Phanom

Es handelt sich ja wie auf dem Entschuldigungszettel ^^ geschrieben um eine limitierte Auflage, daher ist noch eine Bonusplatte mit ganz gut gelungenen fünf Mixen (die etwas besser aus dem Quark kommen) von Liedern des Radiant Albums mit dabei.

Vierzig Tag nach dem Einkauf, sollte ich auf Kindermundwunsch mal alle Plattencover austauschen und so erlebte ich beim Wegsortieren von Iris eine Überraschung: Im Plattenregal war noch keine einzige Band mit i und so kommt Iris neben Humpe und Jackson.

Bolonga Colombo

Zweimal Poprock am 2. Advent aus Österreich. Bisher haben es Wanda geschafft auf jedes Album einen durchaus erwähnenswerten Hittrack zu hauen. Auf dem Debutalbum Amore ist das der Song Bologna.

Tante Ceccarelli hat in Bologna Amore gemacht

Colombo ist der Track auf dem 2017er Album Niente. Gewöhnungsbedürftig ist der Schwarzenegger-Ösi-Slang im Gesang, der den Haussegen aus dem Haus treibt. (Kann ich auch Reinhard Fendrich hören)

Nur wir zwei wie im Traum und Colombo schau’n.

Ich könnte mir vorstellen Colombo im Gesamtkatalog des Track des Jahres sehr weit oben zu platzieren. Ist schon ein HappyTune, der es definitiv auch mit James Last aufnehmen könnte.

Wanda steht im Plattenregal neben VNV Nation und Westernhagen.

Kristallpalast

They say that Spring is back in Town

Gelbe Düstermucke, dass ist nichts Neues von Deine Lakaien, aber diesmal ist nicht das Cover gelb, sondern das Doppel-Vinyl. Ein kleines bisschen kommt mir Deine Lakaien das ganze Jahr schon wie die Wiederentdeckung des Jahres vor. Während ich Dark Star und Return seit Jahren für die beste Düstermusik ever halte, haben die anderen Alben mir nicht die Begeisterung entlocken können.

Welcome to Crystal Palace

So war das auch beim ersten Hören von Crystal Palace, aber jetzt mal wieder in ordentlicher Lautstärke alle vier Seiten durchgehört. Fazit:
Man kann es a) durchhören und b) da sind schon musiktechnische Kabinettstückchen vom Herrn Horn in den meisten Stücken.

Herr Veljanov ist auch in den meisten Stücken mit seiner Stimme wohlgefällig unterwegs. Ich muss noch einmal den Opener Nevermore und den zweiten Track Farewell hören, das sind irgendwie die echten Düsterknaller.

Danach einfach mal meinem Düstersonntag noch den Dark Star spendieren, wunderbar.

 

Königin Katie von Tennessee

Ute hatte mir einen Link zu einem Musikvideo bei youtube geschickt und wollte wissen, wie ich den Song finde. Klang super, also habe ich ganz fix das ganze Vinyl Album bei jpc (der Laden der 1992 oder so in Bielefeld im Schweinetunnel aufmachte) bestellt, welches dann überhaupt nicht fix verschickt wurde, aber am Wochenende doch mal ankam.

the-apache-relay

Es geht um den Opener des 2014er Album von The Apache Relay – Katie Queen of Tennessee ist ein super Song in etwa auf dem Niveau von den The Last Shadow Puppets. Den Rest höre ich gerade zum zweiten aber erst zum ersten Mal in Ruhe, aber das erreicht mich leider nicht so richtig. Folkrock sagt Wikipedia – hmmm, ich bin scheinbar einmal weniger das Folk auf jedenfall rockt es mich nicht so sehr.

Während ich drüber nachdenke, höre ich schon wieder James, das ist viel mehr Rock für ein Volk in dem ich leben möchte. Naja – ich habe mehr als eine Platte auf der nur ein Song richtig gut ist und wo der beste Song dann sicherlich auch noch schlechter ist.

The Apache Relay steht im Plattenregal mittlerweile neben Alt-J und Artic Monkeys noch zwei so Rockerbands!

 

Elektrisches Elysium

elysium
This is our last Chance for Goodbye, let the Music begin.

Okay, das war es, die Pet Shop Boys sind alt und werden sich nach dem Album in ihr eigenes wohlverdientes Elysium zurückziehen, habe ich im September 2012 gedacht. Einer langweiligen Olympia Single folgte ein Album, das mit vier langsam und schon ziemlich boring Tracks loslegte.

A Face like that, der fünfte Track dieses Albums ging so beim ersten Hören unter, denn ich habe es gar nicht solange durchgehalten. Dabei hat der Track das Zeug zum Track des Jahres 2012 gehabt und er war mir nur aufgefallen, weil die Boys ein Promotion Konzert ins Netz gestellt hattem, wo sie die Reihenfolge ihrer Tracks so abänderten, das es eben mit diesem als Opener losging.

elysium-electric
With a Face like that how couldn’t I want you?

Trotzdem dachte ich: Okay, ein bis zwei Tracks, das war es mit den Boys – See you at Elysium
Auch fehlte eine Discoversion des Albums, stattdessen gab es eine Instrumentalversion, das ist irgendwie eine ordentliche Spur mauer, als was die Boys früher so konnten.

311 Tage später

electric
Inside a Dream

Doch es kam maximal anders. Die Boys brachten vor dem ersten Geburtstag des Elysiumalbums ein weiteres Album raus und nur falls ich ein Discoalbum vermisst hatte: hier war das Discoalbum des 21. Jahrhunderts (Stand 2013) und es heißt nicht nur Electric es ist es auch. Stuart Price, der dünne weiße Graf hat alles aus seinen PopUpMaschinen herausgeholt und den Boys eines der vorwärtsesten Elektropop Alben allerzeiten gebaut.

Doppelvinyl, Axis – als Hammeropener und etliche Folgetracks, die nahezu allesamt überdurchschnittlich gute Dancetracks sind ohne den üblichen Charme der Boys zu verlieren.

Die große Freude unter dem Strich aber war: Die Boys sind alles andere als tot, sie sind elektrisch!

Saatgut

Musik als Saatgut zu betrachten ist eine tolle Metapher, das haben TV on the Radio sehr gut gemacht, als sie ihr Album Seeds nannten. Und das Medienherz hat das sehr gut gemacht, als sie mir dieses überaus erwähnenswerte Album vermachte. Wie wir Bauern sagen, die Saat ist auf guten Boden gefallen und jetzt wächst was tolles.

So genug Deutschunterrichtgefasel.

tvotr2

Neben der Tatsache, dass auf diesem Album spektakuläre Musiktracks vertreten sind (in der Hauptsache die vier Tracks auf der A Seite) und die Platte in schwerem extravagant-multicoloriertem Vinyl daherkommt, lässt das Artwork sehr auf sich aufmerksam werden. Das ist nämlich auf den ersten Blick sehr unscharf und auf den zweiten Blick mit einer 2D Moire Animation und einer Rasterschablone ausgestattet. Die beiden zusammen, lassen verschieden Figuren auf dem Cover und im Booklet tanzen. Das ist total abgefahrener analoger Gestaltungskram und ich erinnere mich noch gut, dass das Thema auch einer der MIG-Studenten schon mal als eine Abschlussarbeit im Beipack hatte.

Look, careful you:

Fazit: Anologer visueller und akkustischer Spitzengenuss. Kinderhand war völlig begeistert beim Rasterlayer rüberziehen …

Wenn wir alle Seiten des Booklet fertig animiert haben, wir die Platte ins Regal einsortiert, zwischen die alten Hasen Tina Turner und U2.

Freitagnachmittags in Mexico

mexico

Es war lange guter Brauch in der Meisenstraße zum Wochenausklang einen ganzen Tag lang Electronic Beats oder House oder ähnliches zu hören. Eine nette Methode, um sich und die Kollegen kontrolliert und gut gelaunt ins Wochenende tanzen zu lassen.

Einer der Topakts dieser Art sind und bleiben die Isländer Gus Gus. Jene Jungs haben letztes Jahr ein Album namens Mexico herausgebracht, welches erst kürzlich meine Aufmerksamkeit erlangte. Es hat nen sehr spannend zur Musik irgendwie passendes Cover und Electronic Beats, in gewohnter Freitagslaune. Man kann sowohl die erste Plattenhälfte in eins durchhören als auch die zweite.

gusgusFühlt sich dann jeweils an, wie ein Freitagspostfeierabend, geht aber auch an einem Ostermorgen durchaus gut.

Gus Gus hing mit dem satten Cover lange hier an der Wand, darf sich nun aber mal ins Regal einsortieren und zwar neben Guetta, David und Haza, Ofra genau in die Partymeile also.

Zu hell

Oft geht es in meinem Leben um Farbe. Farben ist neben Klängen vielleicht die zweitwichtigste Harmoniekomponente. Zum Beispiel finde ich Dinge die blau und schwarz und weiß sind irgendwie immer sehr hübsch, wohingegen ich rot und blau ziemlich ätzend finde.

golden

Heute geht es allerdings um die „Farbe“ Gold. Goldene Schallplatten sind jedem ein Begriff und so staunte ich nicht schlecht, als ich in einem Newsletter in mein Outlook Express bekam, der verneuigkeitete: New Album :: Perfume Genius called Too Bright :: Limited golden Vinyl.

Fast hätte mir das als Kaufkriterium schon ausgereicht, aber zu Sicherheit habe ich mir nen Soundschnippsle des Tracks Grid angehört – fast hätte ein Track namens Grid als Kaufkriterium schon ausgereicht. Netter überdramatisierter Popsong, der mich etwas an Mika erinnerte.
Als ich noch herausfand, dass Mike Hadreas (Performer of Perfume Genius) aus Seattle stammt, war genug positives zusammengekommen, um sich eine goldene Schallplatte zu kaufen.

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Am Rand ein Hauch von Gold im rechten Lichte.

Neulich an einem ungoldenen Tag wurde die Platte dann geliefert. Ich habe sie seither ca. dreimal gehört ohne das sie mich nervt und ohne dass sie mich begeistert und vor allem ohne sie ins Regal zu sortieren, bevor ich über das ganze gold berichtete. Auf die Frage, welche Farbe die Platte hat, haben die Jungs übrigens chorisch geantwortet: braun?

Okay. Ich sortiere sie mal zwischen PeterLicht und Phönix Amadeus Mozart, wissend: die anderen beiden hole ich in Zukunft viel öfter aus dem Schrank als Mike. Phönix zum Beispiel jetzt.

Track des Jahres 1987

Wie vor kurzem schon geschrieben, gab es letztes Jahr ein neues Album von Paula. Leider hatte es die Produktionsfirma aber nicht hinbekommen, das wunderbare Werk auf Vinyl zu pressen. Es wäre sonst eventuell das Vinyl des Jahres geworden, mindestens aber wäre 1987 Track des Jahres geworden, so aber nicht …

paulavinyl
Warum ist sie hier und nicht in Bangkok?

Vor Jahren hatte ich schon einmal den Plan, ein Lied auf Vinyl zu pressen, was es nur als ein mp3 gab, damals habe ich die Idee dann verworfen. Als Medienherz neulich Preise gegooglet hat, dachte ich mir – hmmm – Paula als Platte, kuhl wäre es schon. Letztlich ein fieser Spaß, denn man bekommt auf eine Seite nur acht Minuten, das sind dann also auch nur zwei Tracks und ja erstmal auch nur zwei Seiten. So habe ich mir also die vier vermeindlich besten Songs vom Paula Album ausgesucht und 1987 und Bangkok auf die ein und Was für ein Ende und In Farbe sehen auf die andere Seite. Beim ersten Ansehen war ich entzückt: crystalclear unlabelt Vinyl, beim Anhören im Büro war ich auch zunächst überrascht, wie gut der Sound des ersten Tracks war. Zu Hause fiel dann leider auf, dass es ab Mitte des zweiten Tracks schon ordentlich anfängt zu schrebbeln (und ich rede ja hier nicht über Oasis).

Das hatte ich mir anders vorgestellt, aber am Ende kann man aus einem mp3 ja kein Supersoundvinyl machen, das ist in etwa so unmöglich wie aus einem 16×16 Bild ein FullHD Bild zu bekommen – um mal die Sprache der digitalen Fans unter uns zu bemühen.

paula
Paula von Paula

Naja, den Spaß war es irgendwie aber trotzdem Wert und der Kontakt zu vinyl-recordings.de hier in Ostwestfalen ist auch ein sehr netter, beim nächsten Pressen dürfte ich sogar zum Zuschauen vorbeikommen.

Also schnell nen Namen auf das Plastiktütchen geschrieben und ins Regal einsortiert, zwischen Øye, Erlend und Pet Shop Boys (West End Sunglases – schrebbelt auch wie Schrebblinski).

Verloren in der Alphastadt

Heute war ich in der Stadt und bin nach Besorgungen dann noch als schönen Ausklang mal in einen „Plattenladen“ – Oma hat ihn früher sorgenvoll Satan Hansa genannt – gegangen, genauso wie früher – als Oma angst um mein Herz und Seele hatte – und habe mir den zweiten Tonträger von The Rentals gekauft. Lustigerweise hat der erste Weezer The Rentals Tonträger (der nur eine CD ist) aber die bessere Geschichte, denn es ist der einzige den ich mir jemals höchstperönlich in einem Tonträgerladen in Amerika, der Heimat von Weezer The Rentals, gekauft habe.

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Lost in Alphaville

Ich kannte kein einziges Lied von Lost in Alphaville, aber sowohl das Cover als auch den Namen fand ich hübsch und die Tatsache, dass das Album von Jay-Z und LCD Soundsystem produziert sein soll. Beim Öffnen der Plastikverpackung stellte sich dann noch heraus, dass hinter dem Cover noch ein anderes Cover ist, was mir noch besser gefällt – das Cover covered by Cover sozusagen.

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R

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TH ER EN TA LS – Silbentrennung kaputt?

Die Musik ist wie auf dem anderen Rentalsalbum leicht poppiger und schrebbeliger Rock. Beim ersten Hören fand ich es sehr ordentlich, aber nicht so gut wie besagtes The Return of The Rentals.

The Rentals fanden im Regal Platz neben den Red Hot Chili Peppers und den Rolling Stones. Rockt.

 

Europa

d-seiteNein, nein keine Sorge, hier wird jetzt
nicht The Final Countdown abgefeiert,
sondern meine Hochachtung dem
letzten Holly Johnson Album
Europa entgegengebracht:

Der Namensgebertrack Europa hat beinahe ebensoviel Epos, wie der ein oder andere Frankie Goes To Hollywood Song von damals, selbsverständlich ohne auch nur in Ansätzen die Power of Love zu erreichen.

Allerdings dürfte hier nicht zuletzt auch Vangelis mit dran schuld sein, der hier mitmischte. Dancing With No Fear ist ebenfalls ein fantastischer PopHit – ein kleines bisschen zu sehr nach plastik klingend, aber so ist der Pop halt. Bunt & Plastik.

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The Union Jack

Allerdings muss ich gestehen, dass ich das Album tatsächlich in erster Linie wegen des Covers gekauft habe, denn der Union Jack ist schon eine der hübschesten Flaggen.

Aber warum so mit weiß verschmiert, gibt es eine politische Botschaft in diesem Song? Was hat sich der Künstler dabei gedacht, lieber Deutsch/Englisch/Geschichte LK Schüler?

Holly Johnson steht im Plattenregal zwischen Joy Division und The K.L.F. 3 a.m. Eternal.

(Wir) tun es wieder

Mitte 2014 hat Röyksopp zusammen mit Robyn eine Projekt-EP herausgebracht, die etwas mehr als eine halbe Stunde lang fünf gewohnt downbeatig poppige Songs gepresst hatte. Übrigens auf leicht marmoriertem weißen Vinyl in einer enormen Qualität.

doitagain_ADass diese Mini-Album nur der Vorbote zu dem Album des Jahres war, konnte man im letzten Mai noch gar nicht ahnen. Do it again und Monument sind die beiden herausragenden Tracks, die jeweils die Starttitel auf den beiden Plattenseiten sind.

Was ich eine völlig gute Idee finde: solche EP-Projekte möchte Röyksopp jetzt nur noch machen und dafür gar keine richtigen Alben mehr. Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann das die beiden dann so schnell es geht eine Projekt-LP mit Susanne Sundfør machen. Dieses Running to the Sea und Ice Machine Miniprojekt macht Lust auf sehr viel mehr. Allerdings wäre auch nen Projekt mit Erlend Øye okay.

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Shades of Robyn

 

Die lilafarbende Flamme

Vorab:
Wie brilliant ist es eigentlich ein Albm mit diesem Namen auf lila Vinyl zu pressen?

lila
The Violet Vinyl

Yeah, seit 12 Jahren gibt es ein Erasure Album auch mal wieder auf Platte, wenn das nicht ein Zeichen ist, dass die digitale Zeit endgültig dem Ende zu geht. Die letzten drei Erasure Alben hat es nur noch als CD oder in diesem Internetformat gegeben, was man neuerdings überall hört – empedrei oder so. Sowas wird sich niemals durchsetzen Freunde des raumfüllenden Basses!

the-violet-schaedelZurück:
Die von Mute haben nen Schaden, was dieses Album kostet, naja egal, ich habe das ja die letzten drei Alben gespart und so gerechnet ist es schon wieder nen Schnäpschen.

Ich mag dieses Artwork – es sieht super im Rahmen an der Wand aus – ein Mixmax aus goldenem Tod und violet bis weißen Blümchenkitsch aus einfachen Formen irgendwie sehr gerne, auch wenn es die Kinder begruselt. (Mach das wieder weg von der Wand!)

Nen bisschen ist die Single des Albums Elevation ja auch schon angedüstert dahergekommen, aber das Album ist am Ende selbstverständlich Candypop, allerlilaster Candypop.

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You are the reason I live!

Bonustracks:

Nett ist die Bonusplatte, welche in weißem Vinyl dabei ist, sie hat jeweils drei Remixe von den Tracks Reason und Elevation A- und B-seitig. Elevation im Richard X Extended Remix versprach vorab nominell ein bisschen was,  aber dann hat der gute Richard nur nen bisschen reingefade und nen bisschen weichgespült – Schade!

Alles in allem ist das violet-gold-weißfarbige Paket ein gelungenes Gesamtwerk, aber es kommt natürlich nicht im entferntesten an die 80er und 90er Erasure Alben heran – vor allem nicht beim Preis. (50 Pfund, also nech, das sind 25kg!)

Aber wie ich die Pläne der Plattenpressfirma gelesen habe, wollten die auch nur 500 Stück davon pressen, dann sollte ich die vielleicht noch schnell versichern, was?

 

Polyamorös

Puls rast, Hände zittern und ich steh unter Strom.
Puls rast, Hände zittern und ich steh unter Strom.

Was ich die letzten Wochen fast komplett vergessen habe: Herz? Verloren – ist für mich die beste deutschsprachige Single des Jahres 2014. Es ist ein fantastischer Farin Urlaub Song, der klingt, als wenn er ganz weit oben bei den besten Farin Songs aller Zeiten mitspielt.

Außerdem hat er sowas wie das Wort des Jahres im Songtext eingebaut: „polyamorös“ – nicht dass das nur sehr lustig klingt, die medizinisch psychologische Bedeutung dahinter ist auch spannend, aber eher nichts für einen Schallplattengeschichtenerzähler. Die Songtextstory selbst ist auch im zusammenhag mit dem Video sehr lustig.

Die Platte ist die einzige 7″ aus dem Jahr 2014 und ich habe sie nur gekauft, weil die Deppen im Internet sie als Maxi-Vinyl etiketiert hatten, was eigentlich ja 12″ Vinyl bedeutet. Sieben Zoll ist ja eigentlich eher mini im vergleich zu zwöf, naja groß und klein ist auch eher nichts für einen Schallplattengeschichtenerzähler.

Auf der B-Seite sind zwei ordentliche Tracks, für die man von 45 auf 33 RPM umstellen sollte.

kirschmarmelade
Kirschmarmelade?

Zweitausendvierzehn

Ist 2014 eigentlich ein gutes Musikjahr gewesen? Ich denke ja. Es ist ein tolles Vinyljahr gewesen, denn ich habe meine Sammelung ordentlich erweitert und dabei ein paar Herzenswünschelücken gestopft und auch etliche fantastische neue 2014er Alben noch dazu.

65

filzInsgesamt waren es 65 Platten und 65 EUR hat auch die teuerste nachträglich angeschaffte Ärtzeplatte im Kuschelpelz gekostet. Aber die Verpackung und Wie es geht waren diese Ablösesumme wert. Es bleibt eins der besten Ärztealben aller Zeiten.

2014 – die Ollen

klangAuch die Neuheiten haben es in sich. Nur über eine Platte möchte ich nichts erzählen. Die mit dem dicken Spatz drauf. Die mit dem Sonnentanz drauf – die ist echt mau und das trotz einer Gaststimme von Camouflages Marcus. Auch das schwarze Kraftklubalbum hat enttäuscht, da es nicht so richtig die Erwartungen erfüllen konnte, die das weiße Debutalbum und der Casper/Kraftklub/Hinterland-Song vorgelegt hatten.

2014 – die Tollen

Aber ein paar der Größten haben neue Dinge gemacht: Coldplay, U2, Röyksopp und Alle Farben und wir dürfen nicht vergessen Tokyo Police Club. Coldplay hat netterweise aufgehört mit zuviel Überproduktion ihre gute Musik kaputt zumachen und es diesmal nett mit der small and simple Produktion angestellt. Der Avicii Track – Stars in the Sky – ist nebst der Tatsache, dass er so sehr an den schönen Sommerurlaub erinnert, auch so gut gelungen, dass ich ihn gerne als Track des Jahres benenne. U2 hat sich vom Produzenten des Jahres Dangermouse nen nettes Album zusammenproduziert, am Ende verzaubert aber nur ein normaler Track und der Vinyl-Bonus-Track auf der Seite D. Dangermouse sein eigenes Album After the Disco mit den Broken Bells ist da tatsächlich ähnlich und auch ähnlich gut. Das gilt auch haargenau für das The Black Keys Turn Blue Album.

reddrumsEine der größten Überraschungen lieferten mir
The Drums – hatte ich gerade gestern noch
schnell innerhalb des Jahresplans erzählt.
Die haben das clever gemacht, erstes Album
super, zweites Album unerhört – Messlatte
schön niedrig gelegt – drittes Album
(dieses) tolle Platte.

Röyksopp hat alle Synthiepop Erwartungen an das 2014er Album erfüllt – es ist ein fantastisches Album, es ist wunderbar melancolisch und wunderbar technisch. Aktuell bin ich noch sehr sehr überwältigt, weil es noch so neu ist. Daher frage ich mich, ob ich auch vom Tokyo Police Club Album eine ganze Weile lang so überwältigt war, weil es mich so sehr an Wolfgang Amadeus Phoenix erinnert und weil es auch ähnlich gut ist.

dynamicUm mich mal entscheiden zu können, habe ich das inevitable End und das Forcefield gerade nochmal komplett gehört. Die Magie bleibt bei Röyksopp irgendwie doller hängen, das ist irgendwie fetter und abwechselungsreicher.

Dynamic Music.
You Decide.

… steht auf der Plattenhülle für A+B Seite. Ich denke das mache ich, ich entscheide mich für ein Album des Jahres von Röyksopp, nachdem es 2005 quasi unmöglich war und 2009 Phoenix einfach deutlich besser war, ist diesmal Röyksopp besser als Tokyo Police Club, was mich nur an das Phoenix Album erinnert. Yeah. 2014 ist ein Röyksopp Jahr. They Do it Again.

2014 – Die Solos

marrNett sind auch die beiden Soloalben von Legao von Erlend Øye und Playland von Johnny Marr, das eine niedlich illustriert und im Sound schön chillig und das andere angenehm rockig und das Vinyl in neuartigem ozeanblau – apropro bunt …

2014 in bunt

farbenDie hübscheste Platte, wegen ihres sparkeling colored Vinyls ist auf jeden Fall, Synestesia von Alle Farben.

2014 live

Es gibt auch ein bestes Live Album in diesem Jahr, eines wo ich crowdfundingmäßig mitgemacht habe: PeterLicht und sein Lob und Realität. Es hat eine fantastische Qualität, als wenn man PeterLicht in seinem Wohnzimmer oder seiner Küche hätte.

Auch wenn ein erster Ausblick nach 2015 kaum Verheißungsvolles zu bringen scheint, so freue ich mich dennoch mindestens wie Hulle auf das Tocotronic Album im Mai – und der Rest ergibt sich schon irgendwie.

PS: Das Paula’s fantastisches Album Paula hier unerwähnt bleibt, liegt daran, dass es eine Frechheit ist, sowas schönes nicht auf Platte zu pressen.

Die Trommeln von Enzyklopedia

reddrums
I wanted to love you.

Über dieses eine Album möchte ich dieses Jahr noch etwas schreiben, da es ein große Überraschung für mich bedeutet. Das erste The Drums Album war ja 2010 schon eines der besten Alben des Jahres. (Das war als Mattis unten am Wasser (Borkum Weststrand) eingeschlafen war und ich ihn dann nach Hause getragen habe.)

2012 haben The (nur noch drei) Drums dann ein Album gemacht, was soviel Krachtracks dabei hatte, dass ich es weder ein zweites Mal gehört, noch es irgendwie erworben habe.

the_drums
But in my Heart.

Beim dritten Album hatte ich nen paar Tracks beim Vorhören sehr nett gefunden. Da das Album versprach als Doppelvinyl in rot und transparent geliefert zu werden, habe ich es dann bestellt und bin aus dem Staunen nicht mehr raus gekommen. Was die mittlerweile nur noch zwei Bandmitglieder da komponiert haben ist mindestens genauso gut wie das Erstwerk.

encyclopedia
There is nothing left.

Mal sehen, wer von den Herren Pierce und Graham beim vierten Album noch dabei ist und ob die Band dann eventuell nur noch The Drum heißt. Aber wenn es dann ähnlich gut klingt, wie die Encyclopedia, dann ist es mir egal, wer auf der Strecke bleibt oder auch nicht. Wünschen tue ich es keinem der beiden.

The Drums ihr seine beiden meine Alben stehen übrigens im Plattenregal zwischen Digitalism und Duran Duran.

Die schwarzen Schlüssel drehen sich blau. Fieber?

Ich fange jetzt im November erst darüber nachzudenken an, was Turn Blue alle bedeuten kann. Das haben The Black Keys vermutlich nicht gemacht.

turn-blue
I could dream ahead before my world turned blue.

Am Ende ist es dann nur die alte Groovy Kind of Phil Collins Geschichte. Und genauso schmusig und verträumt ist die ganze Platte. Vermutlich ist sie darum auch im Mai veröfentlich worden und nicht jetzt gerade. Zwei Dinge haben mich auf Turn Blue aufmerksam gemacht:

  1. Der fantastische Song Fever, der mehrfach im Radio zu belauschen war und
  2. dann dieses beduselnde Artwork, was einen sehr an den Brunnen von Alice im Wunderland erinnert.

Also ein Einkauf ohne zu wissen, was da auf einen zukommt.

Danger Mouse is the Musicman of the Year!

Jetzt wird aber mehr und mehr klar, dass es sich hier um eins der besten Alben des Jahres handelt und da habe ich doch erstmal etwas ins Booklet eingelesen. Produziert von Danger Mouse. Alles klar, der Producer des Jahres ist also offensichtlich schonmal gefunden, denn das ist dann ja sein drittes Top Album dieses Jahr, nach bzw. vor U2 und Broken Bells.

blackkeys
Dizzy, dizzy, dizzy, Fever, Turning Blue!

The Black Keys waren mir vorher völlig unbekannt und da es auch eine Country Rock Band ist, werde ich wohl niemals etwas anderes mehr von den Jungs kaufen. Daher wird dieses Meisterwerk wohl erstmal alleine neben Frank Black und Bloc Party A Weekend in the City stehen bleiben, ein Platz wo sehr gute Alben stehen.

Das unabwendbare Ende von Røyksopp Alben

inevitable

Schon beim allerersten Mal hören, haben mich die beiden Atompilze verzaubert, dabei könnte ich gar nicht mal mehr sagen welcher Track das genau im Radio war, aber ich vermute, dass es das von Erlend Øye mitgeschriebene und gesungene Remind Me gewesen ist.

Später haben sich noch so bekannte Mädels wie Lykke Ly und Robyn an weiteren Tracks mitgemacht und so sind dann dreieinhalb fantatische Alben entstanden und mit Junior sogar eins, das Album des Jahres Qualitäten hat, aber am Ende „nur“ den Track des Jahres lieferte. The Girl and The Robot

ryxp
Inevit Abel

Aber jetzt das: Das letzte Album, The Inevitable End! Danach nur noch Projekte. Okay spannend. Es gibt Tracks mit den lieben alten Bekannten, Susanne Sundfør und Robyn und allerlei downtempo Elektronik. Wundervoll. Immernoch verliebt in Susanne seit Ice Machine letztes Jahr. Jetzt ist sie völlig brillant in Running to the Sea, das macht mich 40jährigen doch fast nochmal 20.

rong
Gute Frage Robyn, simple beantwortet. Songtext direkt auswendig gelernt.

Vier wunderbare LP-Seiten, teils getragen, teils hightech und immer wieder mit einer anderen toll gefeatureten Stimme.  Neu im Programm Jamie McDermott von The Irrepressibles (Alternativ, Orchestral, Ambient, Electronic) bringt diese vier Attribute und ne tolle Stimme mit. Im Rausch des ersten Hörens habe ich direkt zwei andere RYXP-Vinyls dazubestellt. Die Singles Ice Machine und Do It Again. Fühlt sich an wie das erwartete Album des Jahres, aber da schlaf ich erstmal noch eine Woche drüber und höre es vor allem erstmal nochmal und nochmal und nochmal.

Hab heute Nacht geträumt, dass Svein and Torbjørn das Album für das Palasthotel geschrieben hätten. Netter Zug wäre das gewesen Jungs, genauso nett wie die Vulgären Verse von Tocotronic quasi.

Verpackungsmaterial

plattenverpackungen

Diese Woche ist eine wahre Flut Vinyl ins Büro geliefert worden, nicht zu vergessen der spektakuläre Gang zu bluesites, dem letzten Plattenladen in Bielefeld (bei dem ich vorher noch nie war – Skandal)

Ich sollte da jetzt mal öfter hingehen, wo es doch in nur einer Mittagspause erreichbar und grob durchsuchbar ist.

Spielland

marrJohnny Marr kann einfach mal gut Gitarre spielen, sein neues Album Playland kann man sich sehr gut anhören. Bisschen poppiger als The Smiths, bisschen gitarriger als New Order, aber so da irgendwo. Easy Money, bester Track auf der Platte, hat zum Beispiel ordentlichen Ohrwurmcharakter.

Johnny Marr und die Farbe dieser Platte sind beide neu in meinem Regal. Twitterblaues Vinyl, ich krieg nen Vogel. Aber herzlichen Dank, an den netten Service von http://recordstore.co.uk darauf hinzuweisen, dass die UK-Erstauflage diese Farbe hat.

Johnny Marr sortiert sich im Regal zwischen Marillion und Massiv Attack ein.

Lieder über Unschuld

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Da waren nicht wirklich so zwei weiße Aufkleber drin, oder?

Amazon hat mir heute einfach ein Schallplatte geschickt, die ich in mein Plattenregal stellen muss. Zu allem Überfluss sind die beiden Platten auch noch schneeweiß wie die Unschuld.

Dabei hatten die gestern noch behauptet, dass die Platte nicht lieferbar ist, um dann eine Mail zu schicken – nachdem der Postbote gekommen ist – dass sie doch lieferbar ist.

Kann es sein, dass man mit diesen analogen Tonträgern noch mehr veräppelt (Wortspiel!) wird, als mt den digitalen Geschenken? Achso, nicht mal geschenkt, da ist eine Rechnung mit drin, Skandal.

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Iris, Hold me.

Leider habe ich mich schon vor ein paar Tagen in den Track Every Breaking Wave verliebt, da es eine wunderbare Poprocksudel Hymne ist. Ach und das ganze Album ist ja von dem hippen Danger Mouse Broken Bell Mastermind produziert worden, krass und ich dachte U2 wäre voll alt und verstaubt und nur bei den kaufkräftigen Ü40ern noch in Ansätzen beliebt. Aber Danger Mouse ist ja auch was für die Hippe Jung Szene. Skandal, ich kann mich nur wiederholen.

Mal im ernst jetzt, das ist schon ein ordentlich gelungenes Album. U2 und Danger Mouse können was.

So mal den 12″ Bonux Mix auf der Seite D noch anhören (oops, in 45RPM – dann klingt er ziemlich nach vorne rockend) und dann erstmal ins Regal, bevor die von Amazon mich verhaften.

Legao

Irgendwie hat Erlend Øye sich wohl sehr doll angestrengt, dass er jetzt so müde ist.

Vielleicht ist sein Album voller Sommerlaunemusik daher auch erst im Herbst fertig geworden.

Kurzweilig, sommerlaunig ich warte mal bis zu den richtigen Herbstdepressionen im November um das Album nochmal zu hören, aber die zwei kompletten Durchhörer waren auch im frühoktobrigen Altweibersommer schonmal wunderbar.

Leise ist und bleibt das neue und das alte Laut.

So, jetzt mal schauen, Øye eigentlich korrekt ins Regal einsortiert wird: Entweder zwischen Oasis und Oldfield Mike’s Moonlight Shadow, oder eins weiter neben die West End Girls, der Pet Shop Boys? – Bløde skandinavische Umlaute.

Dank und Lob von und an PeterLicht

lobvonpeterlicht
Eines der vier möglichen Cover für den Rahmen.

Ich habe als kleines Rad (0,2%) an einem Großen Ganzen mitgemacht und das Ergebnis von uns allen und PeterLicht ist fantastisch: Das Album Lob der Realität. Seit Nirvana unplugged habe ich kein qualitativ so hochwertiges Livealbum auf den Ohren gehabt.

PeterLicht war aber live auf den beiden Osnabrückkonzerten die wir besuchten schon so großartig.

vinyl
Nicht in unserer Küche, aber dafür jetzt das Ergebnis auf dem Sofa.

Doppelvinyl und die meisten Songs in einem neuen pfiffigen Arrangement unterbrochen von dem ein oder anderem künstlerischen Gespräch.

crowddank
Danke, dass ich mitmachen konnte :-)

Viva Social Media!

In schwarz, in weiß und mit K

Schon wieder eine Platte einer deutschen Band. Was ich sehr mag, sowohl in schwarz als auch in weiß, Kraftklub singt sehr nett über die anderen und alten Kollegenhelden wie The Cure und Morrissey und Farin Urlaub.

schwarzundweiss
Immer wenn ich blau bin.

Zweimal das gleiche Cover und dann nur invertieren und ein bisschen die Ärmelbündchen anpassen finde ich auch sehr gelungen, das nächste Album ist bitte blau.

Was nicht so gut geht, ist mehrere Songs hintereinander anhören, das ist dann nämlich leider schnell nur noch Krach mit K.

Und an der Stelle bin ich auch etwas enttäuscht von dem Kraftklub feat. Casper Song, der ist lange nicht so gut wie der Casper feat. Kraftklub Song im Hinterland.

Das es für Vinylkäufer drei Bonustracks* statt eine leere vierte Seite am Doppelalbum gibt, finde ich wieder hier besser als bei Casper.

* die drei sind gut, eine Strophe kannte ich sogar schon – die von dem Block aus der Wohngegend von Materia, wo alle einen Job haben.

Einheit

monochrome

Super – Katha hat mir Monochrome vorgestellt und direkt nach dem der erste Track 10 Sekunden im Ohr war und sich so schön nach The Smiths und New Order und frischem Sound angehört hat, habe ich das Cover und das Album lieb gewonnen.

Und schon zwei Tage später war auch schon das Vinyl an der Wand gelandet, sieht richtig gut aus. Unità wird auch beim analogen Konsumieren nicht schlechter, nen richtig gelungenes Album.

Danke Katha!