Wir

Rabbit Hole, oh oh!

Mein erstes Album von Arcade Fire steht schon etwas länger im Fokus und nach einer Songempfehlung von Katha (und zwar The Lightning II), habe ich mir das weiße Vinyl recht frisch veröffentlicht schicken lassen. Rockt – ich feiere zudem noch den Track Age of Anxiety II (Rabbit Hole) ob seiner Blubberpoppigkeit ab.

We wird am Ende des Jahres definitiv eins der besten Alben werden, da hier echt jeder Song ein bisschen zündet und es eigentlich keine Länge und Schwächen gibt.

Ist auch direkt ein älteres Arcade Fire Album bestellt worden, zu dem es in Kürze einige Bibelzitate gibt.

Verlernend

You’re so cool – you’re so wow!

Walt Disco ist glamouröser RockPop, also im Prinzip wie Queen. Aufmerksam wurde ich einmal mehr über einen Song, der es in meine Wochenmixliste bei Spotify geschafft hat: How Cool Are You? und der Song ist wirklich so kuhl.

Ich mag das erste Logo der Band, also den Schriftzug vom Bandnamen, das macht das dunkelblau transparente Vinyl ein kleines bisschen hübscher als Music for the Masses.

Das Cover der Platte ist auch pompös, und ich hatte so das Gefühl, das könnte sich gut an der Wand machen.

Komm schon, du weißt es

Das letzt Liam Gallagher Album war schon halb gar, dieses hier hat jetzt fast nur eine schöne Plattenfarbe. C’mon you know überzeugt mich tatsächlich mit keinem Lied so richtig. Für mich ist es das bislang am wenigsten gelungene Album des Jahres.

Es steht jetzt erstmal bis zum Jahresende in der Jahreskiste vor dem Regal und dann schauen wir mal, ob es auf das Dach zieht oder neben die schöne Weihnachtssingle von vor anderthalb Jahren.

Haus

Kamen einem die vier Jahre vor dem letzten Shout Out Louds Album wie eine Ewigkeit vor, so bin ich jetzt gerade erstaunt, dass House tatsächlich (kaufmännisch gerundet) sogar fünf Jahre auf sich warten gelassen hat.

Aber es hat sich gelohnt, das Album ist zwar kurz und knapp, aber dafür sehr frisch. Klar, es hört sich wieder ein bisschen an wie ein The Cure Album, aber so ist das eben mit fröhlich, alberner bassgitarrenlastiger Musik. Gesang und Melodie ist jedenfalls bei den meisten der Tracks wunderbar anzuhören – und was definitiv eher Boa als Cure ist, ist die Gesangstimme von Bebban, die in einigen Liedern (zB High as a Kite, Mixed Up) dem Lied den finalen zuckersüßen Popklang verleiht – auch wenn man bei den Titeln direkt wieder The Cure im Kopf hat.

Fazit ist aber, ich sollte hier mal ausschließlich die Schweden abfeiern, die jetzt das sechste wunderschöne Album seit 2003 abgeliefert haben – Shout out Louds ist nicht zuletzt fantastische Musik der Gegenwart … wann kommt ihr wieder nach Münster?

Nicht eingeschränkte Liebe

Die alten Junkrocker aus Amerika haben vor ein paar Wochen ein neues Album veröffentlicht. Unlimited Love heißt das Doppelvinyl von den Red Hot Chili Peppers. Ich finde, dass man sich alle vier Plattenseiten ganz gut anhören kann, allerdings wartet man auf den Hit, während man sich stattdessen mit Radiomusik für über Vierzigjährige besudelt.

Leider kann ich gar nicht viel mehr dazu sagen, weil es gar nicht viel mehr zu hören gibt, aber es lohnt sich, die Platte nicht ungehört ins Plattenregal zu packen.

Als Fletch einmal ein Banane beim Konzert gegessen hat

Wir haben schon in den 90ern gelästert, was wohl der Job von Andrew Fletcher bei Depeche Mode gewesen sein mag.

Jetzt ist er mit 60 Jahren deutlich zu früh verstorben und das obwohl er sich im Verlauf von Konzerten auch mal dem Highlight hinreißen ließ eine gesunde Banane zu essen.

Klätsch haben wir ihn genannt, weil er ab und wann im Takt zu den Elektrobeat klatschte und nun wir es das so nicht mehr geben. Zudem stellt sich jetzt auch die Frage, wo nur noch zwei Depeche Modes über sind, ob es diese Band nun überhaupt noch geben wird.

In meinem Traum kommt ja Alan Wilder als neues altes Bindemitglied zurück und dafür verschwindet zudem der Drummer auf den Livekonzerten – das wäre zumindest für eine allerletzte Abschiedstour irgendwie schön …

Glück ist nicht beinhaltet

Die größte Überraschung des neuen Soft Cell Albums Happiness not included ist, dass der Song Purple Zone – anders als in der SingleVersion – nicht mit den Pet Shop Boys zusammen vorgetragen wird. Zu meinem Erstaunen macht das die Album Version besser, allerdings haben die Boys sich auch schon mal mehr Mühe gegeben, wenn sie anderer Leute Lieder geremixt haben.

Der Rest des Albums klingt wunderbar darkwavig, so wie man sich ein Soft Cell Album wünscht. Es ist natürlich 42 Jahre entfernt davon, so zu klingen wie Non Stop Erotic Cabaret, aber es sind ja auch 42 Jahre.

Art Design und gelbes Vinyl sind sehr nett geworden, ich denke das Album wird sich die nächste Zeit noch ab und wann in die Runde drehen.

Zeit

Banderole

Es gab im Vorfeld zwei Lieder, die als Vorabsingle Lust auf das neue Album Zeit machen sollten. Aber weder die Balade Zeit noch das Haurucklied ZickZack konnten einen frühen Nerv über mein Ohr treffen.

So lag, nachdem auch andere Ohren nichts Gutes hören konnten, die Messlatte nicht sonderlich hoch. Jetzt ist das Doppelvinyl mit schon mal perfekten 45RPM da. Es hat drei Songs auf den Seiten A-C und zwei auf der D-Seite. Ohne Erwartungen ist das Album gar nicht schlecht, aber es ist auch kaum ein bemerkenswerter Beitrag dabei. Liedtexte über Bitten nach großen Busen (reimt sich anders) sind hier höchstens bemerkenswert platt.

Dass die Länge der Lieder grafisch mit roten Linien auf dem Plattenlabel angezeigt werden, ist sehr schick gelungen.

Post Arolsen Post

You took me by surprise just like a Rainbow in the Night

Mein musikalisches Highlight des diesjährigen Arolsens hat mir DJ Franky beschert in dem er Den Harrow’s Don’t break my Heart auf den Plattenteller gelegt hat.

Arolsen DJ-Desk 2022

Tage zuvor war mir diese 80er Popperle schon auf Radio8080s postiv aufgefallen und ins Gedächnis zurückgespielt worden.

Schon direkt am Montag danach fand ich in der Internetplattenbörse meines Vertrauens einen Verkäufer der 12″ und 7″ Platte ohne zusätzliche Versandkosten anbot und den Platten eine sehr gute Qualität bescheinigte – was stimmt, die 12″ war sogar eingeschweißt, sozusagen gefange seit 35 Jahren.

Es ist schon erstaunlich, was es alles für Songs gibt, die einfach mal seit der Schlagerralley in den späten 80ern einfach so verschwunden waren. Jetzt musste es das neue aber nur ansatzweise gute Röyksopp und Rammstein Material vertreten.

Alphaspiele

Of Things yet to come

Hätte ich nicht in die Versandbestätigung geschaut, wäre mir ein kleine Überraschung für mich selber gelungen. Wann immer ich das neue Bloc Party Album Alpha Games gekauft habe, ich habe es vergessen, mich dann aber auf die Lieferung gefreut.

Mich erinnert es ein bisschen an die ersten Songs von Bloc Party, aber dann doch anders. Es kommt gesangstechnisch auch ein wenig wie frühes Artic Monkeys oder The Streets daher und hat musikalisch eine Menge prima Energie.

Von dem Traumalbum aus 2007 ist es tatsächlich aber meilenweit entfernt, obgleich der Charme von damals hier und da mal aufpoppt.

War ein etwas anderer Tanz in den Mai, dieses Album heute Abend laut beim Babysitten zu Hause zu hören.

Während ich versuche, nicht in Einzelteile zu zerfallen

Why every morning waking up must I try not to fall apart

Was ein wunderschönes Fazit zum Winterende, das jetzt mit ein paar Sonnenstunden endlich mal zu beginnen scheint. Mein zweites White Lies Album ist da und hat den fantastischen Titel: As I try not to fall apart

Diese Tracks sind zwar nicht von Flood produziert, wie bei dem letzten Album, aber es ist trotzdem durchgängig gut. Tolle Melodien, tolle Instrumente, gleiche Gesangstimme – für den Moment bin ich verzaubert. Suede und Pulp Prozent Ed Buller kann also auch etwas mit guten Bands auf Vinyl bringen.

Das Cover kommt mir bekannt vor. Annelise Keestra die Designerin ist wohl auch Fan von dem Shout Out Louds Album Our ill Wills oder Schifffahrtsschildern:

Andere Länder andere Farben, aber bei den Formen sind sich Schweden und England scheinbar einig.
Im S ist eine rechteckige Form und im I ein Kreis.

Der Wendepunkt zum Ende der Nacht

Und wieder eine Reunion, wo ich mich freue: Tears for Fears, hat auch ein neues Album veröffentlicht: The Tipping Point

Blind them with your Sound ‚cause it’s the End of Night

Es ist nicht der krampfhafte Versuch 80er Pop in meine Ohren zu bekommen, sondern es ist durchaus anders, als was ich sonst so mag, wenn es von den beiden Jungs kommt. Aber es ist schön und gipfelt in dem wunderbaren Lied End of Night, welches fast schon ein bisschen düster rockpoppig rüberkommt. Der Rest ist ein bisschen eine Mischung aus Cat Stevens und OrchesterPop, also durchaus gut anzuhören.

Aus Gründen die ich nicht ganz nachvollzogen bekommen hab, durfte man nur eine schwarze Vinylplatte pro Kauf bei jpc erwerben, aber die mintfarbige Variante so oft man gewollt hätte?

Hübsche neue Farbe im Farbsortiment jedenfalls.

Auf dem Cover sind ein Menge Katzen, den Kinderaugen hätte das noch vor Jahren sehr sehr sehr gut gefallen …

Extreme Zauberei

What do I do with the Magic?

Startet das Jahr mit einem neue Tocotronic– und einem Eels-Album sollte früh im Jahr alles gut sein möchte man meinen. Aber die Extreme Witchcraft Lieder verzaubern mich noch nicht. Sonst ist immer mindestens das eine Lied auf einem Eels-Album, was sich als mein neues Lieblingslied vorstellt. Das hab ich beim ersten mal Hören von dieser Platte bisher nicht gefunden.

Ich drehe die Platte mal nochmal um und höre nochmal durch …

Neongelbes/Pinkes Cover mit Mark E. als Motiv ist allerdings sehr gelungen.

Nie wieder Krieg in Dir in uns in mir

Das ist doch nicht so schwer

Gibt es jetzt ein Unglück, mit dem 13. Studioalbum von Tocotronic oder gibt es Nie wie Krieg? Zunächst mal ist es das erste Tocoalbum, welches Doppelvinyl ist und auf 45RPM läuft, womit es schonmal besser wäre als Das weiße Album und das Wie wir leben wollen Album.

Crash!

Im Klappcover gibt es ein Bandbild, welches laut Danksagungen von keinem geringeren Fotografen als Drangsal geknipst wurde.

Musikalisch fällt eine Menge mehr Instrumente aus der Orchesterwelt auf, aber auch tocotronische Gitarren ohne Ende. Im Wortspiel fällt auf, dass sich Kräuter der Provence und Champignons auf Chance reimt – schon ganz lustig. Erstmals gibt es ein Duett mit einer mir gänzlich unbekannten aber gut klingenden Österreicherin namens Soap&Skin.

Beim ersten Anhören finde ich es besser als das letzte Album. Ob ein richtiger Megahit dabei ist kann ich noch nicht sagen – mag zumindest das Duett schon ganz gerne.

Stereo 45 HIFI-Sound! Leicht lädiert, wenn nicht gar derangiert.

Es ist ein schönes erstes Album 2022, wie mir das ja insbesondere mit Tocotronic schon öfter mal passiert ist.