Zuckersteuer

The Light above, it shines so bright that the F.B.I. won’t sleep tonight

Im letzten Winter habe ich einen kleinen aber sehr berechtigten OMD Flash bekommen und meine Kaufabsichten zu dem vermutlich besten OMD Album Sugar Tax vollendet.

Jetzt ist es geliefert worden in einem super guten Zustand, man merkt dem Album seine 30 Jahre nicht an. 1991 hatte ich mir die Vorabmaxi Sailing on the seven Seas als Silberscheibe gekauft und mich damals schon amüsiert, dass es ein Titel einer B-Seite geschafft hatte, der Namensgeber für ein Album zu sein. Das ist und bleibt bisher einzigartig in meiner Sammlung, wenn ich das richtig überblicke.

Das ist schon ein bisschen mein Album des Sommers 1991 gewesen und OMD auch ein bisschen meine Band des Sommers und daher wurde von der Sommerferienjobkohle auch die ein oder andere weitere OMD-Silberscheibe angeschafft, allerdings keine einziges bisschen Vinyl, sondern ein neues Silberscheibenabspielgerät von Phillips.

Dann drehst du dich weg

I will not pay your Sugar Tax

Weder auf der 7″ noch auf der 12″ von Sailing on the seven Seas ist Sugartax, sondern hier hat sich der auch noch ganz ordentliche Track auf der B-Seite der 7″ von der dritten Singleauskopplung Then you turn away versteckt.

Letztere Single war jetzt in einem kleinen Maxibrief die Tage per Post zugestellt worden und erfreut nun als meine zweite OMD 7″ im Schuhkarton.

Die Strafe für den ganzen Luxus

There’s a Hole where your Heart should be

Elektropop gegen Weltzerstörung durch anhaltenden Luxus, das mahnt OMD in dem Song The Punishment of Luxury an. Das gleichnahmige Album aus dem Jahr 2017 ist angeschafft worden, weil das Cover gut gemacht aussieht.

Gekauft riskierte die Platte dann nach langer Warteschleife in der Box direkt aussortiert zu werden, aber jetzt liegt sie seit ein paar Wochen im Homeoffice immer griffbereit neben dem OfficePlattenspieler und erfreut mich doch. What „langsam reinkommen“ ist all about.

Mittlerweile finde ich, dass doch zwei, drei OMD Songs drauf sind, die zwar klassisches orchestrales Dunkelheiten Manöver dahinspielt, aber egal – das ist ja schöner 80er Pop Leute. 80er Pop ist und bleibt 80er Pop, egal wie oft und egal wie oft versucht neu zu erfinden – es ist 1986 super gewesen und es wird auch 2026 super sein – würde mich freuen, wenn dann auch nochmal ein 80er OMD Album rauskäme, wo ein lustiges Lied wie Robot Man drauf wäre prima albern und Abschlusssongs wie The View from here – wunderschöner Traumpop.

Ich denke, ich sortiere sie doch wieder ins Regal zurück und bestelle mir auch gleich das wunderbare 90er Frühwerk Sugar Tax mal endlich auf Platte …

Geschichte der Modernität, wenn Du es willst

Orchestral Manoeuvres in the Dark ist im fußballerischen Sinne gesprochen, der ewige vierte in der zweiten Liga. Die Band, die bei mir nie mit den ganz großen mitspielen durfte, den Aufstieg dorthin nie ganz geschafft hat. Selbst bei den stärkeren Songs in den 80ern oder frühen 90ern, waren immer die anderen deutlich besser.

Modern of History ist auch so ein Album, das es fast geschafft hätte: Es ist nämlich eigentlich sehr gut, man kann sich viele Songs darauf sehr gut anhören und ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass If you want it überragend ist.

Dann sind da aber auch wieder so ein paar Stücke drauf, die experimenteller Quatsch in meinem Ohr sind und genau sowas gab es früher auch immer mal wieder. Damit manövriert sich OMD irgendwie dann immer ins dunkele, aber ins falsche, denn eigentlich finde ich ja Lieder ganz geil, die sich an Dunkelheit orientieren.

Über das Album danach aus 2017 möchte ich nicht reden, falls nicht irgendwer danach fragt.

Orchestrale Manöver in der Dunkelheit wollen keine Zuckersteuer zahlen

Sugar Tax ist eines der besten OMD Alben. Im Sommer 1991 habe ich es geliebt, insbesondere die zweite Single Pandora’s Box. Das habe ich ab und wann heimlich während der Arbeitszeit im Ferienjob bei meinem Vater in dessen Auto auf Kassette gehört – bei 80° im Auto, egal hauptsache Synthiepop.

sugartax
I will not pay your sugar tax!

Was auch noch ein bisschen lustig ist. Der Albumname ist nach der Single B Seite der ersten Single Sailing on the seven Seas benannt und Sugar Tax ist ne ziemlich gute B Seite. Warum es der Track wohl nicht auf das gleichnamige Album gebracht hat?!