Alles ist voller Liebe

allisfull

Ach Björk. Das einer meiner liebsten Kollegen Dich mal mit auf eine einsame Insel mitnehmen wollte, das kann ich ja nur anteilig verstehen. Aber wenn Du nur ein paar Alben mehr gemacht hättest, die wie Homogenic dahergekommen wären, dann würde ich nachdenkend nicken können und es zumindest mal ein bisschen verstehen.

homogenicVom Akte-Xigsten Song Hunter bis zum großartigen All is full of Love kann man sich dieses Album mit durchaus verträumten Ohren anhören. Leider hat Björk aber auch noch sehr lange sehr viel schwierigere Kost gemacht, die man auf einer einsamen Insel nicht sehen und nicht hören möchte – außer, wenn diese Töne vom Rettungsboot kommen.

Ist schön, dass es diese Platte gibt und tat gut sie mal wieder zu hören, jetzt ist irgendwie wieder alles voller Liebe <3

Zu hell

Oft geht es in meinem Leben um Farbe. Farben ist neben Klängen vielleicht die zweitwichtigste Harmoniekomponente. Zum Beispiel finde ich Dinge die blau und schwarz und weiß sind irgendwie immer sehr hübsch, wohingegen ich rot und blau ziemlich ätzend finde.

golden

Heute geht es allerdings um die „Farbe“ Gold. Goldene Schallplatten sind jedem ein Begriff und so staunte ich nicht schlecht, als ich in einem Newsletter in mein Outlook Express bekam, der verneuigkeitete: New Album :: Perfume Genius called Too Bright :: Limited golden Vinyl.

Fast hätte mir das als Kaufkriterium schon ausgereicht, aber zu Sicherheit habe ich mir nen Soundschnippsle des Tracks Grid angehört – fast hätte ein Track namens Grid als Kaufkriterium schon ausgereicht. Netter überdramatisierter Popsong, der mich etwas an Mika erinnerte.
Als ich noch herausfand, dass Mike Hadreas (Performer of Perfume Genius) aus Seattle stammt, war genug positives zusammengekommen, um sich eine goldene Schallplatte zu kaufen.

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Am Rand ein Hauch von Gold im rechten Lichte.

Neulich an einem ungoldenen Tag wurde die Platte dann geliefert. Ich habe sie seither ca. dreimal gehört ohne das sie mich nervt und ohne dass sie mich begeistert und vor allem ohne sie ins Regal zu sortieren, bevor ich über das ganze gold berichtete. Auf die Frage, welche Farbe die Platte hat, haben die Jungs übrigens chorisch geantwortet: braun?

Okay. Ich sortiere sie mal zwischen PeterLicht und Phönix Amadeus Mozart, wissend: die anderen beiden hole ich in Zukunft viel öfter aus dem Schrank als Mike. Phönix zum Beispiel jetzt.

Gummi Zelle

Wie fange ich den nun mein Vinyljahr 2015 an?

shwg

Ich habe mal die 12″ Extended Version von Say Hello, Wave Goodbye aufgelegt und gleich noch das ganze Album Nonstop Erotic Cabaret und die beiden anderen zugehörigen 12″ Singles, Bedsitter und Tainted Love aus dem Regal geholt.

Soft Cell ist 1981 80er-Pop-mäßig schon um Meilen weiter gewesen, als z.B. Depeche Mode mit Speak & Spell, wo nichtmal Just Can’t Get Enough auch nur ansatzweise mit den drei 81ern von Soft Cell mithalten kann.

nonstop
Fäfäfäfäfäfääää Frustration!!!

Nonstop Erotic Cabaret hat ja auch noch ein paar NonSingleTracks, wie zum Beispiel den Sex Dwarf dabei. Track die auch das Zeug zur Supersingle gehabt haben. Wenn man länger sucht, könnte es auch sein, dass man gar kein wirklich besseres 80er Album findet, als dieses Soft Cell Wunderwerk.

bedsitter
Open my eyes and I can see a thousand people just like me.

Bedsitter ist bestimmt das beste je geschriebene Lied über eine Einzimmerwohnung. Auch hier ist es immer wieder lohnenswert, die etwas in die Länge gezogene 12″ Early Morning Dance Version zu genießen, gerade heute, wo sich auch 12:45 Uhr noch wie Early Morning anfühlt.

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Baby, Baby, Baby where did our Love go?

Bleibt noch der 80er Track zu dem doch jetzt wirklich jeder Party-Tanz-Assoziationen bekommen wird. Tainted Love / Where did our Love go? 12″ Combiversion zweier Soft Cell Tracks.

Was für großartige neun Minuten um selbst als Plattenaufleger auf Partys mal sechs Minuten mitzutanzen. Die Zeit hat man am Ende einfach. Sehr gut.

Ich gratuliere mir hiermit, das Vinyljahr2015 mit Soft Cell gestartet zu haben. Eins der ersten echten 80er-Pop-Alben – und um gleich mal nen Superlativ zum Start ins neue Jahr dazuzupacken – das beste 80er Pop Album überhaupt und drei der besten 80er Pop Tracks als 12″ noch mit dabei.

shwg-cover
It was a kind of so so love and I’m gonna make sure it doesn’t happen again.

Mache ich hier mal nen Punkt und lege nochmal eine der Maxis auf.

Frohes neues Vinyljahr, hier aus meiner Gummizelle!

Die Trommeln von Enzyklopedia

reddrums
I wanted to love you.

Über dieses eine Album möchte ich dieses Jahr noch etwas schreiben, da es ein große Überraschung für mich bedeutet. Das erste The Drums Album war ja 2010 schon eines der besten Alben des Jahres. (Das war als Mattis unten am Wasser (Borkum Weststrand) eingeschlafen war und ich ihn dann nach Hause getragen habe.)

2012 haben The (nur noch drei) Drums dann ein Album gemacht, was soviel Krachtracks dabei hatte, dass ich es weder ein zweites Mal gehört, noch es irgendwie erworben habe.

the_drums
But in my Heart.

Beim dritten Album hatte ich nen paar Tracks beim Vorhören sehr nett gefunden. Da das Album versprach als Doppelvinyl in rot und transparent geliefert zu werden, habe ich es dann bestellt und bin aus dem Staunen nicht mehr raus gekommen. Was die mittlerweile nur noch zwei Bandmitglieder da komponiert haben ist mindestens genauso gut wie das Erstwerk.

encyclopedia
There is nothing left.

Mal sehen, wer von den Herren Pierce und Graham beim vierten Album noch dabei ist und ob die Band dann eventuell nur noch The Drum heißt. Aber wenn es dann ähnlich gut klingt, wie die Encyclopedia, dann ist es mir egal, wer auf der Strecke bleibt oder auch nicht. Wünschen tue ich es keinem der beiden.

The Drums ihr seine beiden meine Alben stehen übrigens im Plattenregal zwischen Digitalism und Duran Duran.

Herr Hellseite

brightside
Jealousy!

Im Jahr 2005 mixte der dünne weiße Graf Jacques Lu Cont, den bisher vermutlich besten Maximix des 21. Jahrhunderts. Da gibt es auch nicht viele Mixe, die besser sind.

Mr. Brightside

Ursprünglich schon aus dem Jahr 2003 und da schon ein sehr auffällig guter Track auf dem Debütalbum der Killers hat mich dieser Mix über Monate gefesselt.

Die Doppelvinyl hat noch zwei andere gute Remixe und die ursprüngliche Singleversion mit an Bord, eine fantastische Platte. Zwar kein Cover, sondern Whitelabel, aber ist ja auch der Thin White Duke Mix, da kann man das bringen.

Meine einzige Killers-Platte versteckt sich im Regal zwischen Klangkarussel und den Kings of Convinience.