Die Zukunft beißt

Es wundert mich ein bisschen, dass eines Mannes neues Album so viel Aufsehen erregt, ohne dass mir der Name Steven Wilson oder seiner wohl berühmte Band Porcupine Tree mir auch nur im Ansatz etwas sagt. Ansprechendes Coverdesign und Veröffentlichungsalarme ließen mich dann aber mal über so Internetservices sicherheitshalber in das Album reinhorchen und es gefiel mir dort auch einigermaßen gut.

So kam gestern rotes Vinyl aus der jpc-Schallplatten-Versandhandelsgesellschaft in Georgsmarienhütte:

Buy now, buy now, have a better Life

Steven Wilsons Musik läuft unter dem Label Progressivrock und hätte wunderbar in B-Movie gepasst, als wir selber wunderbar ins B-Movie passten – es ist sogar auch ein Song auf der B-Seite, der so lang ist, dass nur drei Songs auf die B-Seite passen, während sechs auf die A-Seite passen. Ist auch kein Geschwindigkeitstrick dabei, Personal Shopper ist einfach mal 10 Minuten lang, aber auch einer der besten Tracks auf dem Album. Hierbei gab es Unterstützung von Fyfe Dangerfield und Elton John …

Korkbricket für 150 Pfund

Dieser Song gab vermutlich auch den Aufschlag für das Bookletdesign, dass wie ein hochmoderner OnlineShop anmutet.

Das restlich Liedgut ist so ausgewogen gut, dass ich eigentlich jeden Track mag. Es ist ein bisschen besser gelungen, als die beiden anderen 2021, die ich bisher ins Regal bekommen hab – übrigen ist Steven Wilson zwischen Robbie Williams und Wir sind Helden.

Schwindeltage

Olivgrünes Doppelvinyl von The Notwist – endlich mal was Neues von den lustigen Jungs, die allerdings ja seit ein paar Jahren ohne den Geräuschegott Martin unterwegs sind.

Es sind auf jeden Fall einige sehr gute Lieder auf dem Album, aber wenn ich mit festlegen sollte, welcher der Hit ist, dann fällt das schwer. Es fühlt sich auch nicht nach dem besten The Notwist Album an.

Das Artwork ist allerdings wieder einmal wunder wunderschön, da wird es kaum ein bessers Cover mehr geben dieses Jahr und die Farbe vom Vinyl ist auch großartig und in dem Grünton auch neu auf dem Plattenteller.

Blanko D

ABC, nen bisschen Schade ist die Verschwendung der D-Seite, denn die ist ganz leer. Blanko – da ist nichtmal eine alberne Inschrift oder Logo oder dergl. drauf nur ein grünes Papierlabel passig in der Mitte der Platte, auf dem aber auch nix steht.

Da wäre ja zum Beispiel eine Umverteilung der Songs und eine Umstellung auf 45RPM nett gewesen. Wie dem auch sei, freue ich mich sehr über meine vierte The Notwist Platte im Schrank und auf mein erstes echtes Album des Jahres 2021.

Der dritte Schimpanse

Das ist also das vierte Minialbum von Martin L. Gore und es ist vermutlich noch mehr Kunst als jemals zuvor, wenn man einen Blick auf das Cover und das bei dem Album beiliegende ArtWorkPrint legt. Wie dem auch sei, ist es meine erste neue Schallplatte von 2021.

Es geht in seiner Kunst auf Seite A um Brüllaffen, Mandrills (auf Seite B um) Kapuzineraffen und um südliche Grünmeerkatzen anders als man vielleicht denke mochte um Schimpansen. Allerdings scheint es mir um Geräuschwelten von Affen zu gehen. Kann man ja nicht sagen, ist ja in erster Linie Kunst.

Wenn es mal wieder komplizierter wird – hier eine Schnellanleitung von den grabbing Hands

Die beiden Äffchen auf der A Seite laufen schneller als die Äffchen auf der B Seite.

Da sich das keiner merken kann und man es auch sonst so nicht lesen kann, gibt es einen netten Spickzettel von mute.com

Der 3rd ist 1st 2021

2021

Der Traum lebt jetzt noch ein bisschen weiter, dass 2021 noch ein Depeche Mode Album dazukommt, wie es der Rhythmus prophezeien würde: 1997, 2001, 2005, 2009, 2013, 2017 und setz die Reihe einfach selber logisch fort bitte.

Hymnen

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Hymns

Der Tag ging heute morgen schon mit einer Hymne los, mit der Hymne: Ultravox’s Hymn 

Grund dafür: Das fünfte Bloc Party Album war für heute von Amazon via Post als Doppelweißvinyl angekündigt und es kam auch passend zur Mittagszeit hier an (zum Glück hatte ich mir nen ekeligen Zahnarzttermin mit danach Krankgesägt!) sodass es direkt aufgelegt werden konnte, wenn auch erstmal leise …

Nachdem Four zuletzt eine enttäuschende Nummer war, lag jetzt schonmal die Messlatte nicht mehr auf „Album des Jahres Anwärter“. Aber man wünscht sich schon, dass sie nochmal das ein oder andere Lied mit Weekend in the City Qualität hinbekommen …

weissbp

Ein paar Überraschungen hat es dann auch sehr wohl, denn von einem Track kam ich auch direkt nicht mehr richtig weg: Different Drugs

Gutes Drumwork und prima düstere Synthiefelder plus ne kuhle Kelestimme drüber, ist bisher der beste Track des neuen Jahres.

differentdrugs
Ordentlich was reingedrückt

Gags im Vinyl gibt es auch noch dazu, während auf dem Aufkleber steht, dass man noch nen paar extra ByteTracks bekommt, wenn man das Album runterlädt (ich finde nur den Code nicht …) ist auf der D Seite auch noch was versteckt. Nach zwei offiziellen Tracks Exes und Living Lux kommt eine exakt zweiminütige stille Pause und dann noch ein Track hintendran. Lustig.

Alles in allem mag ich das Album glaub ich jetzt schon ganz gerne.