Nichtsdestotrotz

Beim Ausparken aus der Garage fuhr der Vinyllieferdienst vor, der die neue Pet Shop Boys Platte nonetheless brachte und so konnte ich das Vinyl direkt mit an den See in die Kur nehmen.

It’s always Christmas (f)or the Sound of Summer

Arolsen 2024 – 30 Jahre nach dem Abi – war eine prima Vinylparty und die Pet Shop Boys samt ihrem neuen Werk mitten drin. Während die „Vorabsingle“ (gab es nicht auf Vinyl) es bis auf die Tanzfläche schaffte und Leute zum Tanzen brachte, wurden die anderen Lieder eher bei Bier und Grillgut belauscht und sowohl für gelungen als auch für langweilig gehalten.

Why am i dancing?

Da in dem Song The Schlager Hit Parade deutsche Schlager von den Boys abgefeiert wurden, stellte sich uns schnell die Frage, welche Lieder und wie viel zB von den Flippers, die Boys wohl damit meinten. Was auch immer.

Das 15. Studioalbum seit 1985 ist gut gelungen, macht Freude zu hören, hat den ein oder anderen gelungenen Hit Loneliness, Why am I dancing? kommt in der Breite aber nicht an die Megawerke dran, ist aber auch kein Schaffensabgesang, wie Elysium es in meinen Ohren war.

Meine kleine Empfehlung ist, die Happy-Pop-Trompeten in den Liedern zu finden und sie mit zu trompeten – das macht happy. Zudem habe ich beim ersten Hören unter dem Kopfhörer meine Liebe zu Love is the Law entdeckt und würde dieses Werk zu den besten Schlusstracks aller 16 Pet Shop Boys Alben zählen – da ist viel Sound sehr gut zusammengetan – besonders toll, die Alienflöte, die ab und wann mitmacht. Kopfhörer dafür!

When you gonna not say no and make the answer yes?

So, roter Regen

This will be my Testimoni

Ich bin immer wieder erstaunt, ähnlich wie bei Michael Jackson’s Album Thriller, wie viel Hammerlieder auf dem Peter Gabriel Album So drauf sind. Aber ich bin auch erstaunt, dass diese beiden Alben so oft verkauft wurden. Ich würde nämlich beiden Alben und insbesondere dem von Peter nicht den Status Mainstream geben.

Don’t you give up

Sledgehammer!

Habe ich letztes Mal beim Hören von So das Duet mit Kate Bush wieder entdeckt und abgefeiert, entdeckte ich dieses Mal, dass bei In your Eyes die halbe 80er Band von den Simple Minds mit trommelt, gitarrt und singt. Also inklusive Jim Kerr und sieben Sekunden später auch noch Youssou N’Dour.

Aber am Ende gilt, was auch das letzte mal galt und ich weiß nicht warum, aber das komplette Album hören ist ziemlich anstrengend. Ich denke, ich werde das die nächsten fünf Jahre erstmal nicht mehr machen. Lieber noch ein paarmal öfter Peter seine Werke aus dem letzten Jahr.

Unerlässliche Europatanzmusik

Forever in Love

Mit dem very Album haben 1993 die Pet Shop Boys schon einen Megawurf gemacht. Das Album ist aus meinem Regal nicht wegzudenken. Für die Kompaktscheibenspielgeräte gab es mit relentless damals schon ein Bonusalbum, auf dem abgefahrene Eurodance Musik von den Boys zu hören war.

Can lead to another

Zum 30. Geburtstag von very und relentless gab es jetzt die Bonuslieder auch auf Vinyl im Pet Shop Boys Laden zu kaufen – Slin hat sich netterweise um Zoll und Lieferung bis an die Haus gekümmert, sodass seit gestern goldgelbes Vinyl Tanzgeräusche ins Zimmer fegen.

Zwei von den relentless Liedern hatte ich mehr oder weniger vergessen und vermutlich knapp 30 Jahre nicht mehr gehört, denn von der Kompaktscheiben habe ich immer nur One Thing leads to another gehört, der Song der für mich aus dem very/relentless Ära zu den very besten gehört. Das Stück mischt 90erTechno und Boysmusik mit Anne Dudley Orchester und allem drum und dran unfassbar prima zusammen. Dicker Dank auch an Faithless, Du weißt schon wofür.

Nichtsdestotrotz – die Vorfreude auf Ende April steigt durch diesen Tonträger jedenfalls nochmal ein gutes Stück.

Verlust des Lebens

Neues MGMT Album Loss of Life ist – obwohl das Jahr jetzt schon zwei Monde alt ist – meine allererste Platte und somit auch mein erstes 2024er Album. Es war ein bisschen der Plan, dieses Jahr nur eine Platte pro Monat zu kaufen, um mal nicht schon wieder das Regal umbauen zu müssen.

Nun zu Loss of Life, es ist hübsch grau und passig zum Plattenlabel, aber mir fehlen ein bisschen die Knaller auf dem Album, da war beim letzten Album vor sechs Jahren mehr Lametta. Ich hab es jetzt zum dritten Mal komplett beide Seiten angehört, morgens, mittags, abends – es holt mich nicht ab. Ist zwar erst die erste 24er Platte, aber das wird nicht mein Album des Jahres.

Das Duett mit Christine ist leider auch nur ein netter Song.

Irgendwie sind diese Jahresauftakt Alben selten supertoll, ich muss das mal recherchieren.

Zwischenetage

Give me Evenings and Weekends, Evenings and Weekends

Mezzanine ist als ein wirkliches Top-Album aus meinem Plattenregal nicht wegzudenken, aber ich habe es zuletzt gehört, als ich vor zehn Jahren über das Massive Attack Doppelalbum aus den späten 90ern schrob.

Damals dachte ich, dass Mezzanine ein nicht übersetzbarer Name einer synthetischen Droge ist, aber scheinbar bezeichnet man so in Räumen gelegene Zwischenetagen, die nicht wie eine eindeutig neue Etage gewertet werden können. Ich hätte sowas immer ein Plateau oder eine Galerie genannt, aber jetzt sage ich in Zukunft natürlich:

Oh, was für eine wunderschöne Mezzanine!“

Das das Album bei mit in eine Zwischenetage runtergegangen ist, obwohl es eigentlich eine Zwischenetage höher gehört, liegt an dem Überalbum 100th Window, welches ich immer höre, wenn ich Bock auf Massive Attack hab, obwohl ich auch mal wie heute zu Mezzanine greifen könnte.

Angel (A), Teardrop (BA), Dissolved Girl (B), Man next Door (C), Excange Horace singt zu dem Song auf der B-Seite (D) sind die fünf Lieder für die alleine sich die jeweilige Seite (A-D) aufzulegen lohnt, der Rest ist ebenfalls unbedingt hörenswert.

Moving up slowly

Vor zehn Jahren und früher war ich blind für die Kleinigkeiten, denn es steht sehr wohl sehr klein und sehr kontrastarm auf den jeweiligen Labels auf welcher Vinylseite wir uns gerade befinden. Lesebrille half hier etwas. Typographen und Freunde von Barrierefreiheitskriterien sind trotzdem nach wie vor entsetzt.

Das Pazifikalter

I never know, I never know, I never know
OMD ’86

Eine meiner ersten Musikrecherche gehen auf den Hit Forever live and die von diesem OMD Album zurück. Während ich im Europe Final Countdown Fieber war, hatte es meinem Vater ein Song angetan, den er mir zwar grob vorsummen konnte, der mir aber nichts sagte und den ich dann erst am nächsten Samstag in der Schlagerralley mit Wolfgang Roth fand und mit ihm verifizieren konnte. Spätsommer 1986.

Im November kaufte ich erstmals ein Geburtstags-oder Weihnachtsgeschenk im Marktkauf Oldentrup – das war die 12″ von diesem Song, die steht aber artig im Elternhausplattenregal.

We need you every Day

The Pazific Age ist mit Ausnahem der Radioliedern We love you und Forever live and die leider eine OMDesque Kunstsammlung, die einen wenig aus dem Musikpausesessel holt, aber das Plattencover mag ich schon sehr und Forever live and die auch.

Eingabe / Ausgabe – hell- und dunkelmixig

Like the darkest Superhero … born so bright.

Das ganze Jahr über gab es im Internet jeden Monat ein neues bright oder dark oder beides Lied von Peter Gabriel. Zwischendurch hab ich mich tatsächlich sogar immer ein bisschen angezaubert gefühlt, denn auch diesen Peter mag ich.

Mitte des Jahres kam dann heraus, dass es zum Jahresende ein Album namens IO geben wird, input/output oder an/aus oder bright/dark oder 1/0 – ein Konzept, welches ich sehr gut aus dem Palast10tel kenne und mag. Hier kommt auch der Sponsor des sauteueren Albums ins Spiel: Es gab vor Jahren ein gutes Konzept, Leute aus dem Palasthotel anerkenndende Gutschriftenkredite neben dem Lohn stuerfrei zu gewähren, bis eine Sozialgesetzeslage das wieder untersagt hat. Jedenfalls hatte ich noch ein Guthaben, um mir genau diese beiden Platten im Mediamarkt zu kaufen und genau das ist am ersten Advents Wochenende passiert.

I wanted to connect Music and Art

Booklets

Aufgemacht sind die beiden Alben sehr hübsch – magenta für bright und brightblue für dark kommen die Zwillinge daher. Gibt immer fein drei Lieder auf einer Seite, also insgesamt 24 auf den acht gut klingenden Seiten. Im 24×12″ Booklet gibt es für jedes Lied eine Doppelseite, Mitwirkende, Songtext, Kunstbild wunderbar gestaltet.

Additional Synth: Brian Eno

Und wie finde ich dieses Dark und Bright

Sein Album in einer freundlicheren und einer düsteren Version zu veröffentlichen finde ich ja ein super Idee, allerdings für beide Varianten so sündhaft viel bezahlen zu müssen nicht, es sind am Ende ja nicht zwei superheftig unterschiedliche Alben (so wie hell und dunkel von den Ärzten). Vielleicht hätte ich mir nur die Dark-Version kaufen sollen, aber ich kann nicht sagen, ob ich die etwas bassigere und etwas anders gesungene Variante tatsächlich besser finde. Four kinds of Horses finde ich auch in der BrightVariante schon schön dark, aber der Darkest Star Engelchor gibt auch dieser Dark-Variante nen Superkick.

Am Anfang des Jahre(hundert)s hätte ich aber vor allem nicht gedacht, dass ich am Ende des Jahre ein Peter Gabriel Album so abfeier.

Bright / Dark Package

Trevor Horn

So the Story goes: Owner of a lonely Heart

Von ABC bis heute bin ich immer und immer wieder entzückt von Dingen, die Musiker mit Trevor Horn gemacht haben. Die Tage kam ein Album heraus, dass von ihm ist.
Trevor Horn – Echoes / Ancient & Modern

Hier feiere ich seine Sammelung von Liedern, die zuvor zum größten Teil nicht mit ihm in Verbindung standen, ein paar aber auch schon: Relax und Owner of a lonely Heart zum Beisipiel, aber Seal und Marc Almond von Trevor Horn produziert, als iTüpfelchen auf kuhlen Instrumentensound ist groß und großartig.

Im dazugehörigen Booklet erfährt man zu jedem Song und jedem Gastmusiker ein paar erklärende Wort, die zum Beispiel beschreiben, warum Iggy Pop für Personal Jesus ins Boot kam und dass sich der Song auf keinen Fall nach Johnny Cash anhören sollte. Wonach auch immer er sich nun nicht anhört, eigentlich war der Song (ohne ihn gehört zu haben) ein bisschen der Kaufgrund. Am Ende würde ich ihn nicht zu der besseren Hälfte dieses Albums zählen und lieber schnell mal das Original auflegen.

Definitiv vielleicht

I wonder where you are now

Definitiv fehlte dieses Oasis Frühwerk noch in der Regalsammelung, aber dieses Jahr brachte es das Christkind unter den Baum. Fotografiert werden durfte die Supersonic Seite C dann mit dem Weitwinkel-iPhone aus Kinderhand. Kinderhand hat jetzt, das bessere Handy, so kann es kommen – dafür freue ich mich vielleicht ebenso doll über das bessere Vinyl.

Definetly Maybe kommt remastered als Doppelvinyl immer drei Knallerlieder pro Seite macht dann zwölf Songs, die natürlich trotz dem Remaster schrebbeln, weil es eben Oasis ist darf man annehmen.

Supersonic und Slide away erinnern an schöne Zeiten in den mittigen 90ern und lassen wieder ein Jahr mehr die Vorfreude auf die Oasis Reunion aufflammen und die Freude über die wunderschöne 12″ Sammelung, die im Regalteil O schon auf diese Platte wartet.

Bauhaus Treppe

One million Years after now global Human Population is zero

Orchestral Manovers in the Dark in the Bauhaus

Als ich gelesen hab, dass das neue OMD Album Bauhaus Staircase heißen würde war ich schon begeistert – kurz danach habe ich mich auch über das sehr bauhausige Cover des Albums und dem roten Vinyl gefreut, blieb nur noch auf ein wenig gute Popmusik und etwas weniger Kunst als sonst zu warten, aber es hieß ja schon Bauhaus …

… und natürlich ist da Kunst (bei G.E.M. zB.) mit in den Songs, aber zwei drei Songs kann man gut laut im Autoradio hören. Bauhaus Staircase selber der Namensgebersong würde auf einer Best of nicht untergehen, der Rest der Songs eventuell schon.

Der Haussegen hatte noch einen Schlagersong auf der Seite 2 entdeckt, aber ich weiß nicht mehr welcher das war – aber OMD im ZDF-Musikantenladen wäre doch mal frisch.

Klänge der Stille

Zmmmmm – Badong – Rearrrrrrr

Vince Clarke

Sein erstes Soloalbum hat gar nichts mit dem zu tun, was er zwischen 1980 und heute sonst so gemacht hat. Es ist keine VCMG-Techno, es ist keine CandyPopErasure und es ist kein DepecheModeDisco und es braucht rundum absolute Ruhe.

Watching the Record like Mona Lisa

Mein erster Hörversuch mit Vögeln und Familiengezussel rundherum ist kläglich gescheitert. Mein Kopfhörer-Frühstück mit Vince war dafür fantastisch. Mit wenigen Ausnahmen kommt alles ohne Menschenstimme klar, aber mit und bei Blackleg habe ich welche gefunden und das Lied auch direkt großartig gefunden. Es hätten die Zwerge aus Mittelerde gesungen haben können.

Vermutlich ist die Klangwelt zu anstrengend, um sie öfter zu hören, aber sie mindestens einmal unter den Kopfhörern aufzulauschen ist mein Tipp des Monats. Wer genau hinhört findet am Ende ein paar Erasure Erasure Sounds, die z.B. das White Rabbit macht.

Raubdiamantenglassplitter

Also es ist natürlich zunächst mal faszinierend, dass eine Band Alben und Songs produziert, welche sich vor 61 Jahrend gegründet hat – womit die Frage nach 30 Jahren von neulich wieder hochkommt.

Ich hab es jetzt zweimal gehört, und würde ich in einer Kneipe sitzen, dann fänd ich es adäquate Untermalung, wie die Ohren es in einer alten rauchigen Kneipe kuhl fänden. Wenn ich dieses Jahr mehr als zwanzig Neuheiten Alben gekauft habe, dann ist dieses vermutlich aber nicht unter den besten zwanzig.

Ganz lustig aber – es kam zusammen mit dem TaTu Album 200km/h in the wrong Lane aus Georgmarienhütte, welches in 45rpm abgespielt wird. Hiervon habe ich nur ein paar Songs gehört und dann die Stones angemacht, ohne dass ich die Geschwindigkeit verändert hab und zack hörten sich die Stones ein wenig wie TaTu an.

Also: Es freut mich für alle Stones Fans, dass es das Album gibt, aber sonst bräuchte man es auch nicht wirklich haben.

Jetzt und damals

Now and then I love you

Eine neue Beatles Single 43 Jahre nachdem John Lennon erschossen wurde, mit seinem Gesang, der durch eine neue KI-Technik restauriert wurde. Restaurationsquelle ist demnach eine Kassette auf der „For Paul“ stand und auf der Demosongs aufgenommen waren, die allerdings in einer nicht brauchbaren Qualität für damalige Verhältnisse waren.

In den 90ern gab es das auch keine Filtermöglichkeiten und so gab es Now and then nicht in der Anthology 1/2/3 Serie, obwohl es auch damals schon drei Songs waren und drei „neue“ Alben.

Künstliche Intelligenz im 21 Jahrhundert machte das Material jetzt doch brauchbar und so war es dann doch nicht umsonst, das George in den 90ern schon bisschen was neues dazu eingespielt hatte, denn das und neues von Paul und Ringo und vom Produzenten hat nun ein wirklich schönes neues Oasis Beatles Lied geschaffen.

Mal sehen, ob die Beatles in 20 Jahren damit und mit KI und Holografie auch nochmal in einer Hamburger Kneipe auftreten.

Architektur und Moral

Would she give it as a Gift?

Auf dem 1981er Album Architecture + Morlity von OMD sind etliche ihrer besten Songs zu finden, ganz vorne sicher Maid of Orleans, Joan of Arc und Souvenir. Diese kenne ich teilweise auch schon sehr lange, da sie unter anderem auf dem Uher Tonbandgerät meines Vaters abgespielt wurden.

Das Album hat einen SecondHand Aufkleber auf dem 8,- steht, was vermutlich DM sind, denn diese Platte habe ich schon sehr lang, damals wie heute begeistert, dass man durch ein Fenster in das innere des Hardcovers schauen kann. Das hat sich vermutlich Peter Saville ausgedacht – der Spezialplattencoverbauer der 80er, drei Jahre vor der Blauen Montags Diskette. Ein bisschen ähnlich (visual repeating patterns!) auch zu dem New Order / Get Ready Albumcover von New Order 20 Jahre später.

Die Novemberveröffentlichung wird diesen November 42 Jahre alt, 42 die Antwort auf alle Fragen. Fast 42 Jahre danach gibt es auch noch Neues von den OMDs – mehr über Treppen im Bauhaus in Kürze.

Ruf

Reputation ist 1990 meine zweite oder dritte Kompaktscheiben gewesen, weil zu der Zeit gerade In privat ein Superhit im Radio war. Spannend damals wie heute auch, dass das Album geschrieben und/oder produzierte Songs beinhaltet, die sich alle fünf auf der B-Seite befinden.

Wer genau Dusty Springfield ist habe ich erst nach Pulp Fiction geschnallt.

Dieses wie auch das Results Album von Liza Minelli machten die beiden Damen damals schon interessant. Auf dem Dusty Album sind meiner Hörseligkeit nach aber dann auch nur zwei empfehlenswerte Songs. Erwähntes In privat und Nothing has been proved.

Trotzdem war mir nach langer Lagerzeit mal wieder danach, die Platte aus dem Regal rauszusuchen.

Für genau das wunderschöne Gefühl

Whomes gonna take the Weight?

Kollegen empfahlen die Tage das neue Chemical Brothers Album. Bis daher kannte ich nur den Song Skipping like a Stone, den die Chemical Brothers einmal mehr mit Beck Hansen aufgenommen hatten. Der hatte mir gefallen, aber ich hatte den Rest nicht so eingängig in Erinnerung.

Da ich aber mal wieder Lust hatte Vinyl zu kaufen, habe ich eine ulkige Kaufliste bei JPC abgesetzt: Rolling Stones, Vince Clark, OMD, Chemical Brothers und For that beautiful Feeling ist dann als erstes geliefert worden.

Es ist ein 33RPM Doppelvinyl mit etwa 47 Minuten Spielzeit, also immer nur gut klingende 12 Minuten pro Seite. Während die Seite A und B unterhaltsam daher experimentieren kommen auf den Seite D und C die vier Songs, die der Grund dafür sind die Chemical Brothers immer wieder gerne zu hören.

For that beautiful Feeling

.

Feels like I am dreaming ist als vorletztes Lied der Gipfel des Album – als hätten die Chemical Brothers nie etwas anderes gemacht, als Starkstromtracks. Der Abschlusssong ist der Albumnamensgeber und auch sehr stark, Halo Maud die angenehme Gesangstimme des Liedes. Mindestens die Seiten C und D werde ich dieses Jahr noch etwas öfter hören.

Dank an die Kollegen für diese Empfehlung, ohne die ich das Klangerlebnis nicht gekauft hätte.

Aufführung

I almost believe that they’re real

Ein Live-Album ist ja eigentlich – ähnlich wie ein BestOf – kein Album, aber doch gibt es ein paar, die eine besondere Erwähnung finden. So ist es auch mit Show von The Cure.

Die letzten Jahre war es stets zu teuer, um es sich auf Vinyl nachzukaufen, aber nun ist es die Tage 30 Jahre alt geworden und in einer fetten 180g DoppelVinylPackung und einem RobertRemaster neu veröffentlich worden, für eine Zehntel des Mondpreises bei discogs.

Habe es heute morgen mit Kopfhörer einmal durchgehört und es ist und bleibt eine super Konzertliederliste (ohne die Zugaben übrigens) und erinnert an das vielleicht beste Livekonzert, das der junge Vinylabel jemals besucht hat. (Düsseldorf ’92)

Qualitativ ist das Remaster aus den Abbey Road Studios auch brillant und es macht Freude auf allen vier Seiten in Ruhe angehört zu werden.

Medikamente

Someone call the Ambulance

In den letzen Jahren waren wir öfter in Städten im Urlaub, wo abends nachts whenever eine Menge Krankenwagen zu hören waren, was bei mir immer einen. Ohrwurm auslöste:

Someone call the Ambulance

Ich dachte immer, ich singe da Blur‘s Ambulance vom Think Tank Album, aber ne, es ist von diesem Placebo Album aus dem Song Infra-Red. Ulkig, hatte ich doch die Tage noch Think Tank gehört, wegen des Wurms und es gar nicht richtig gemerkt, dass ich falsch abgebogen bin.

Baby did. you forget to take your Meds?

Spektakulär ist auf Meds auch noch der Track Brocken Promises mit Gaststimme von Michael Stipe zu hören und der Hit Song to say Goodbye.

Der Beitrag liegt jetzt schon so lange auf Entwurfmodus, dass in der Zeit zwei neue Placebo Alben ins Regal gekommen sind. War irgendwie nicht dazu gekommen, das Vinyl mal zu fotografieren …

Die Ballade von dem Leibwächter von dem Sänger von Blur

The Ballad of Darren heißt das 2023 Album von Blur und schon bevor man einen Song gehört hat, fragt man sich: Welcher Darren? Darren „Smoggy“ Evans, der Leibwächter von Damon Albarn ist es. Für ihn hatte Albarn den Opener Song des Albums The Ballad geschrieben …

Eigentlich ist es ein Blur Album, so wie man es von den alten Think Tank, etc. gewohnt ist. Nen paar super Gitarren Pop Hits, die durchaus radiotauglich wären, und ein paar schräge Ansätze, die Albarn Kunst sind.

Wenn das nächste Pet Shop Boys Album dieses Jahr auch noch veröffentlicht wird, dann hat jedenfalls Produzent James Ford, mit blur und Depeche Mode und den Boys echt eine gute Chance ein ordentliches Triple zu liefern.

Mama

Always the same, it’s just a Shame and that’s all

Ein bisschen lustig ist, dass ich vor dem Phil Collins Gelache in dem Song Mama damals ein bisschen Angst hatte. Das Plattencover allerdings fand ich damals schon sehr kuhl, weil wir so eine Plastikkugel hatte, wo. man exakt solche gelben Figuren einsortieren musste.

Heute habe ich das Vinyl aus dem Büro nach Hause zurückgeholt, wo es etliche Jahre im Regal geparkt war, nachdem ich es in Bielefeld beim 2nd Hand Blue Record gekauft hatte. Aber ich höre gar keine Platten im Büro, keine fünf Minuten die letzten fünf Jahre. Genesis habe ich jetzt schon zwanzig Minuten seither zu Hause gehört.

Gefällt mir eigentlich ganz gut und hab auch gar keine Angst mehr vor dem Gelächter.

Schwarzmarktmusik

Anfang des 21. Jahrhunderts hat mein Schallplattenkauf bekanntlich etwas nachgelassen und so habe ich mir Black Market Music und die Single Taste in Men auf digitalen kompakten Scheiben gekauft. Dann habe ich Placebo die letzten Jahre irgendwie vergessen, aber im Rahmen des 2022er Albums wieder entdeckt.

Beinahe alle Placebo Schallplatten haben 2022 eine Back to Black Prozedur hinter sich gebracht und so fand auch dieses Album vor ein paar Monaten ins Plattenregal.

Beim Durchhören wird dann aber auch wirklich noch einmal klar, wie gut das 22er Album eigentlich ist.

Elektrische Sonne

Gewohnte elektrische Kost gibt es mit dem neuen Album von VNV Nation. Mehr kann ich bald gar nicht dazu sagen, außer dass ich es ein bisschen mehr mag als Noire, das VNV Nation Album zu dem es keinen Beitrag gibt, weil es definitiv noch unbeschreibarer war als es dieses hier jetzt ist.

Aber natürlich kann man das tolle Artwork erwähnen: das ist wunderbarer schwarz weiß Minimalismus mit feiner schnörkeloser Typographie.

Und ich sollte erwähnen, dass das Album ein Doppelvinyl ist obwohl die Gesamtspieldauer der zwölf Lieder nur 63 Minuten sind. Vielleicht können die Verantwortlichen der Memento Mori Pressung hier noch einmal in die Abendschule gehen?

Komischer Tanz

… and there’ll be better Days.

Wenn der Drummer einer Band plötzlich ein Soloalbum macht, dann erinnert mich das an die Erfolgsgeschichte von Phil Collins. Heute sprechen wir aber von Philip Selway, dem Schlagzeuger von Radiohead und seinem bereits dritten Soloalbum.

Beim Reinhören klingt es tatsächlich an etlichen Stellen wie Radiohead, aber ohne dass Thom Yorke singt. Eventuell muss ich das Album etwas öfter in die Wiedervorlage holen, denn aktuell ist da kein Song drauf, der mir ins Ohr flüstert, dass er unbedingt nochmal gehört werden möchte, so wie das bei Belle und Sebastian und den Gorillaz schon ist.

Transparent strahlendes himmelblau macht den Tonträger sehr schick, passend dazu gibt es ein mit seriösem Schriftbild grau auf weiß typografiertes Label in der Mitte der Seiten.

Der Haussegen fragt immer, wenn von dem Album was läuft, ob das Slut wäre – auch eine Art auszudrücken, wie gut das Album ist.

Sich dem Tod erinnern

I’m listening, I’m here now, I’m found

Passend zum Frühlingsanfang, aber getreu dem eigentlichen Vierjahrestakt bei der Album Produktion zwei Jahre zu spät, kommt drei Monate nach Weihnachten das neue Depeche Mode Album Memento Mori. Bei dem Albumtitel schreit viel nach dem Tod von Fletch, da durfte man im Vorfeld gespannt sein, ob dort auch diese Tragödie künstlerisch verarbeitet wurde.

Kein Warten bis der Postmann kommt möglich …

Ein bisschen war also heute die Aufregung eines Geburtstagskindes zurück und warten auf den Postmann war daher nicht möglich. Es musste schon in der Früh eine Internetdienst aushelfen, die Neugier zu stillen.

Es finden sich definitiv auch so schon erste gute neue Lieder.

14:00 Uhr kommt dann die Post und bringt das opaque red almost double Vinyl und da ärgere ich mich wieder etwas, denn die vierte Seite ist unbehandelt, während auf den anderen drei Seiten vier Songs sind – das geht auch umgekehrt Leute?

Mal abgesehen davon, dass ich mit dem schon vorab bekannten Opener My Cosmos is mine Lied nicht klar komme, ist der Rest echt gut. Viele schöne Melodien mit dem Synthie vorgetragen, etliche schöne Gesangespassagen am besten gelungen in dem anderen vorab schon bekannte Track Ghosts again.

Am Ende hat Produzent James Ford, mit den beiden Depeche Mode Männern ein hörenswertes Album gemacht – da bin ich schon gespannt, ob er das auch mit den beiden Männern von den Pet Shop Boys im Laufe des Jahres auch so hinbekommt. Gespannt sei.

Mittlerweile das ganze Album mehrfach gehört und auch die Kopfhörer und Kredits dazu geholt, es ist schon eine ganze Menge gut und interessant an dem Album. Bonus Songwriter Richard Butler zB, der Martin beim dichten geholfen hat. Songs die Dave geschrieben und Martin und der Produktionstrupp fertig gemacht hat. Außer mit dem Opener (Dave seinem Favourite here) bin ich mit den anderen elf Liedern auf mehreren Ebnen, Text, Sound, etc. superfein. Ein tolles Album so direkt auf den Ohren.

Der Vinylbug, der einem einen Knacker mitten in Ghosts Again aufdrängt, ist leider sehr ätzend.

Der Kopf auf der Tür

If only I was sure that my Head on the Door was a Dream

The Head on the Door ist lange eins meiner absoluten Lieblings-The-Cure-Alben gewesen, denn neben den Singles, sind hier auch noch etliche gute und abwechslungsreiche Lieder mehr zu hören. Schockierender Weise hatte ich die Platte selber bis vor wenigen Tagen nicht im Schrank und habe mir daher eine Wiederveröffentlichung bestellt.

Allerdings gehören auch die 1985er Werke von The Cure noch zu den Songs, die mir im Radio nicht aufgefallen sind als sie aktuell waren. Fünf Jahre später im Kompaktscheiben The Cure Kaufrausch wurden auch diese Songs fix mit eingesammelt und lieben gelernt.

Die verdamelte Typografie und die psychodelischen bunten Bilder dazu machen die Platten noch ein bisschen liebenswerter. Leider spielt hier die dritte Single A Night like this das Artwork nicht mit, daher durfte sie auch nicht mit auf das Foto.

Gerne höre ich auch die Single B-Seite von Inbetween Days namens The exploding Boy, da der Song sehr gelungen ist und er mich zudem an den Hasemann erinnert, der das Lied ebenfalls sehr mochte.