Hab ich recht?

Der Fundus an Songs, der im Produktionszeitraum vom Chorus Album von Erasure erschaffen wurde, ist wirklich unglaublich. Die vierte und letzte Singleauskopplung 1991 ist der Am I Right? e.p. gewesen. Auf dieser e.p. sind neben einem fantastischen Dave Bacombe Mix von Am I Right? auch noch drei Nichtalbumtracks, die allesamt den Ruf von Chorus nicht geschmälert hätten, wenn sie auf dem Album gewesen wären, oder anders: da gab es deutlich schlechtere Songs auf den vier Alben vor Chorus.

Zusätzlich zu dieser schon fantastischen Platte gab es obendrein auch noch eine Weihnachtsedition mit anderen drei Mixen (einmal von keinem geringeren Mute-Kumpel als Moby) und der Elektroalberei namens B3.

Chorus (Vegan Mix) with additional Vocals by Moby – Dreizehn Mark WOM Köln

Die blaue Stunde und das goldene Leben

Das letzte Suede Album war ja eine wunderbare Überraschung und daher auch die Vorfreude im Sommer hoch, als man The blue Hour vorbestellen konnte. Irgendwie habe ich das dann aber vergessen und so ist es mir vor ein paar Wochen als „könnte mich interessieren“ vorgeschlagen worden und ja, es interessierte mich und ich hab es bestellt.

Eine von sieben Platten, die nach der Lungenklinik auf mich warteten, war dann das neue Suede Album und es verzückte noch mehr als ich lesen durfte: „Produced by Alan Moulder“ – Jetzt hing die Messlatte ziemlich hoch und dann passierte, was öfter passiert, wenn Messlatten hoch hängen – das Album erfüllt die Erwartungen nicht, außer einem kleinen gallischen Track …

Life is golden ist dann doch definitiv ein pompöser Song der sowohl Alan Moulder als auch Suede würdig geworden ist, jedenfalls mag ich ihn mindestens so gerne wie andere sehr gute Suede Songs. Aber der hat sich als vierter und letzter Song auf Seite B auch extrem gut versteckt auf dem Doppelalbum, was diese mal leider nicht mit 45 RPM daherkommt so wie letztes mal. Egal, klingt trotzdem ordentlich.

 

Erfahrung – du bist nicht gut für mich

Mittlerweile kann man ja fast jede Schallplatte, die einst vergriffen oder unbezahlbar war, als eine überarbeitete Neuversion erwerben. Weil das so ist, habe ich meine schon recht umfangreiche Prodigysammlung die Tage um das Debutalbum Experience und dessen Nachfolger Music for the Jilted Generation erweitert.

Pay close Attention

Auf beiden Alben finde ich insgesamt zwar nur zwei Tracks, die richtig gut sind Out of Space und No Good, aber auch die anderen Tracks haben hier und da ihre Energie. Genau das ist es was The Prodigy mir immer mal wieder besser liefert, als eine andere Band. Feuer untern Arsch. Es funktioniert sehr gut als mentale Workout Musik.

Who can hear the Bass-Drum?

Es wäre mal zu untersuchen, ob mich das zu einem schlimmeren Autofahrer macht, aber zu Hause lässt es einen ein paar Minuten krass abzappeln, bis die Kinderohren sich selbige zuhalten und um eine Pause bitten: Das ist schrecklicher Krach …

Haben sie ein bisschen Recht mit, aber der ein oder andere Sound geht auch gut ab und der Raggaetechno von Out of Space bringt das Hirn auch in eine andere Dimension, wie es der Text prophezeit.

I got the pulsating rhythmical Remedy.

Halte die Balance richtig

 

there’s more besides Joyrides …

Zwischen dem zweiten Depeche Mode Album The Broken Frame und dem dritten Construction Time Again, hat es eine Singleauskopplung, samt 12″ und 12″-limited gegeben: Get the Balance right.

Good Evening Everybody!

Das war das erste Stück mit dem neuen Bandmitglied Alan Wilder, der auch die Single B-Seite mit dem Track The Great Outdoors bestücken durfte, allerdings nicht bei der 12″-limited. Diese hat nämlich einen kleinen Ausschnitt aus den Livekonzerten 1982 als B-Seiten mit dem unvergessenen PC69 Klassiker My Secret Garden.

Limited

Man dimme also das Licht, flute den Raum mit Nebel, stelle den Turntable auf 33 RPM und starte die B-Seite. Zunächst Oberkornig, danach Secret Gardenig.

Sehr

 

Dance to Disco and don’t like Rock

– bitte
– wirklich
– in sich blickend
– Verhalten
– sehr
– zweisprachig
– Nachtleben
– veröffentlicht
– fundamental
– ja
– Elysium
– elektrisch
– super

Seit der neuen Neuveröffentlichung von very und please habe ich seit heute alle Pet Shop Boys Alben als Platte hat ja auch fast nur 31 Jahre gedauert und alles nur, weil es 1994 eben jene bunte genoppte Hülle samt Kompaktscheibe drin sein musste. Sich very für teuer Geld nachzukaufen fand ich dann auch nicht wichtig genug, denn es befindet sich mutmaßlich keiner der besten zwanzig Pet Shop Boys Tracks auf dem Album – das kann bitte mal geprüft werden, ich denke es stimmt – obendrein ist Go West einfach zu abgenudelt, um noch wirklich gerne gehört zu werden und das ungefähr als einziger Pet Shop Boys Song überhaupt.

Und trotzdem ist vieles so kuhl an very: Das megapoppige Artwork und der Beginn der richtig verrückten Hüte und die durchdigitalisierten Musikvideos und das auf der BravoHits1993 stand, dass da der MonsterHit der Pet Shop Boys drauf ist, das war schon alles was.

13 Alben und davon haben es vier geschafft mein Album des Jahres zu werden und zwar sowohl in den 80ern, 90ern als auch vor kurzem. Wie schön das ist, dass es da Bands gibt, die ich seit so langer Zeit gut finde und ich nicht aus der Konserve leben muss, da immer wieder etwas frisches ins Plattenregal kommt.

Komische Liebe

Zwei Wochen Urlaubspause mit großem Abstand zum Vinylregal sind vorbei.

Strange Highs and strange Lows

Der Entzug wurde direkt mit dem Musik for the Masses Album von Depeche Mode behandelt. Der Gesamtsituation ist es wohl geschuldet, wie hammergeil es dieses Mal war diese wunderschöne Platte zu hören. Einen Track muss ich dabei gesondert herausstellen: Strangelove – ist sonst immer Never let me down again der Song, der den Grundzauber des Albums bestimmt, war es dieses mal irgendwie anders. Aber ist ja nicht komisch, Strangelove ist eine super Vorabsingle zum Album und ein Song mit einem der gelungensten Songtexte, die dem Herrn Gore je aus der Feder geflossen sind.

Da es in der Urlaubszeit nur eine einzige neue Platte per Post gab, wird sich meine Wiedereingewöhnung wohl auf den wunderbaren alten Bestand konzentrieren.

Urlaubstrack des Jahres gibt es auch dieses Jahr, ist aber noch nicht bei Discogs bestellt. Dabei handelt es sich um einen TechnoTranceTrack oder wie man das nennen soll, der aber schon fünf oder sechs Jahre auf dem Buckel hat.

SSSSchulfreunde

ssss

Ich könnte mich eigentlich auch mal mit einem Schulfreund und ein paar krassen Synthesizern hinsetzen und elektronische Klangwelten schaffen. Martin L. Gore und Vince Clark haben das jedenfalls 2012 getan.

Das Ergebnis sind sehr entspannte Tracks ohne Gesang, die man wunderbar freitags zum Feierabend hin im Büro hören kann. Seit Anfang der Woche kann ich das jetzt auch auf Vinyl – irgendwoher sind ein paar erschwingliche originalverpackte Exemplare aufgetaucht.

Doppelvinyl – zwar 33 RPM aber – klingen super, ein bisschen schon wie Urlaub …

Regal – Tja, die Frage ist jetzt nicht so einfach, aber die Antwort ist vermutlich V – Wo sortiere ich die Scheibe denn jetzt ein?

Einige großartige Belohnungen

Some great Reward ist das vierte Depeche Mode Album im vierten Jahr ihrer Bandgeschichte. Und der Titel ist keine schlechte Werbung, das Album hat tatsächlich neben 3 1/2 Singleauskopplungen noch fünf weitere Belohnungen für den Hörer in den Rillen.

We call it: Master and Servant

Somebody ist das erste Depeche Mode Stück, dass es auf eine Kuschelrock LP geschafft hat (und das als Single Doppel-A-Rückseite), wo bei gleich auf die nächste Ausgabe It doesn’t matter gehört hätte.

Stories of old, Riches untold

People Are People ist mit internationalen Preisen geradezu überschüttet worden und das obwohl Blasphemous Rumours der eigentlich besser Track ist und eine der traurigsten Stories im Songtext erzählt.

Das neun Liederalbum hat keinen Fehltrack bekommen, wie ich finde. Alle neun ziemlich gut. If you want ist hierbei der letzte von Alan Wilder geschriebene Song, was ja niemals oft genug gesagt werden kann, wie schade das ist.

Hab es damals mit Likesone sehr oft und sehr gerne gehört, der die graue Vinylpressung von dem Album im Regal hatte.

Letzter Gag für heute: Wenn man Master and Servant left round abspielt, lautet der Songtext in der Passage „Treat me like a dog“ nach „God is naiv“, wenn das kein blasphemisches Gerücht ist …

Jeder Tag ist wie ein Sonntag

From the forthcoming Album „Viva Hate“

Wie sehr ich wünschte, ich wäre nicht hier!
In der Stadt am Meer, die sie vergessen haben weg zu bomben.
Komm, komm, komm – Atombombe!

Jeder Tag ist wie ein Sonntag, jeder Tag ist still und grau.

Hoch wie Hoffnung

Die ganzen Kritiken lesen sich alle wie Frankfurterkranz-Endlecker-Sahnetorte ist in meinen Ohren aber nen ranziger jaulender Kaffeekeks. Schade – Kommt davon wenn man mitreden will und gleich zum Vinyl statt zum Spotify greift. Kommt erstmal ins Regal, neben Fettes Brot und The Flying Pickets.

Das Jetzt jetzt

That’s why I’m calling you

Vor zwei Jahren haben die Gorillaz mit ihrem Album Humanz die Messlatte nicht nur tiefer gelegt, sondern auf den Boden.

Comic sans comic sans serif

Das Album war wirklich schlecht. Freitag kam ein neues Album und was vorab durch die Netzwerke soundete und videote war schon ganz pfluffige sommerleichte Gutelaunemusik.

Also direkt im Gorillazshop das Album bestellt, allerdings nicht das teuere türkise mit Buch (Angst vor Wiederholungsfehlern), sondern die ganz normale schwarze Platte.

Ich bin insbesondere von Tranz und dem Sommerhit Humility und dem Track Hollywood mit Snoop Dog begeistert – die ersten drei auf der ersten Seite, danach wird es schon etwas mauer, aber bleibt zum Glück durchgehend über dem Niveau von 2016.

Wie schon vor ein paar Tagen beim Denktank resümiert :: Album des Jahres wird auch dieses Damon Albarn Werk so zwar nicht, aber Sommerhit 2018 ist für mich erstmal fix.

Denktank

Als 2003 das Think Tank Album herauskam, war ich immer noch happy mit dem sechs Jahre älteren 13 Album, aber unwissend, dass die Pause zum nächsten Blur Album noch viel länger würde. Kuhl war damals im Vorfeld auch zu wissen, dass am Think Tank der Fat Boy Slim mitgemischt hatte.

Dann kam das Doppelvinyl vermutlich eins der ersten Amazonvinyls, denn ich kann mich nicht an den Kauf bei Ween erinnern, außerdem fehlt das gelbe Preisschild.

And watch the world spinning gently out of time

Auf Seite A sind die ganzen Hits: Ambulance, Out of Time, Crazy Beat – dann kommt auf den folgenden Seiten nur noch der sich selbst beschreibende Track Good Song und der Rest ist irgendwie B-Ware.

Das Cover und Artwork ist auch sehenswert – erinnert ein bisschen an OK Computer plus Menschen aller Altersklassen mit alten Taucherhelmen …

Für das Album des Jahres und den Song des Jahres, war das Album und die Tracks drauf aber deutlich nicht stark genug.

 

Automatik

Mein zweites Düsterelktroalbum von VNV-Nation kam gerade mit der Post.

Ist schon sieben Jahre alt, habe ich aber gerade erst gemerkt. Auch das auf dem Album der Arolsen „Hit“ Nova drauf ist, der zunächst mal auf der C-Seite etwas untergegangen war. Um so mehr habe ich mich gerade beinahe vier Monate später gefreut, dass der Song von dem ich dachte, dass er Shine heißt, Nova heißt und hier dabei ist. Toll.

Das Vinyl selber gar nicht düster, sondern cleartransparentes Doppelvinyl. Sehr gut, das hört man in der Baseline im zweiten Track direkt, dass es eine gute Wahl war, wenig Tracks auf eine Seite zu pressen – ich mag das!

Songs klingen zwar schon sehr wie immer, industrialig, düster und getragen aber ordentlich ab nach vorne. Verzaubert mich aber nicht so sehr wie Transnational.

PS: Aber Nova jetzt schon.

 

Beschaulichkeitsbasis Hotel und Casino

I don’t want to be nice and you know that.

Fünf Jahre war Pause bei den Arctic Monkeys, solange hat es kein neues Album nach AM mehr gegeben. Jetzt ist das Vinyl Tranquility Base Hotel & Casino mit der Post gekommen. Hübsches Cover (und das Wort Hotel im Album-Namen) konnte man schon bei der Bestellung feststellen und kuhl finden, dann jetzt den Soundcheck am Liefertag …

Four Stars of five?

Mein erster Eindruck ist, dass es nicht so einfach ins Ohr geht, wie die letzten Lieder und dem ganzen Album etwas der sonst so tolle Schwung fehlt, es sich also tatsächlich eher um Hotel bzw. Fahrstuhlmusik handelt.

Vielleicht sind die Monkeys etwas müde geworden, oder dem Produzenten James Ford fehlte diesmal etwas der Spirit, nach dem Hammeralbum letztes Jahr.

Bitte

I’ve got the Brain, you’ve got the Look.

Ach wie schön. Ich hab gerade eine neuaufgelegte Pet Shop Boys Platte vom UPSman bekommen, die ich schon hätte vor 32 Jahren kaufen sollen. Please, das Debutalbum der Pet Shop Boys. Unberührtes MINT Material!

Die Originalplatte hatte ich zuletzt in der Hand, als ich in der 8. Klasse mit Sonja eine Musikreferat über die Pet Shop Boys halten mussten. Inhalt und musikalische Besonderheiten des Songs: Suburbia.

Was weiß ich noch? Da war eine komische Version auf Sonjas Platte, die nicht im Ansatz so kuhl war, wie die Radio Version. Ich hatte aber eine ordentliche Radioaufnahme der 7″ Version auf BASF-Kassette. Aber was kuhl war:
Two divided by Zero – der NonPlusUltraNonSingleTrack und Hammeropener des Albums.

Später – zu Kompaktscheibenzeiten – war ich auch noch schwer angetan von dem Kuschelsong Later Tonight. Please ist schon nen ganz schön starkes Debutalbum, war sehr schön es gerade komplett durchzuhören.

Angreifer müssen sterben

Ich habe 2017 wochenlang sehr starke Lust gehabt morgens im Auto Prodigy zu hören.

Take me to the Hospital!

Ein Album ist mir dabei immer wieder sehr positiv als Antrieb behilflich gewesen: Invaders must die das Prodigy Album von 2009. Vor acht Jahren war es nur The Omen gelungen als Radiosingle bis in mein Bewusstsein zu gelangen.

Jetzt finde ich aber mehr als vier Tracks auf den vier Seiten ziemlich gut gelungen. Elektrischer Strom ist in den Songs – großartig eigentlich.

Aber am besten bleibt immer noch das Fat of the Land – Album.

Gewalt

Blutrotes Vinyl ist ein passende Farbe, wenn man sein Album Violence nennt schätze ich. Was eine nette Verpackung, das DeluxeAlbum hat. Es gibt kein Booklet, sondern zu jedem Track ein quadratisches Blatt mit Songtext drauf und Artwork dahinter.

Die einzelnen Tracks sind beim ersten Hören okay, allerdings erstmal ohne klar erkennbaren Höhepunkt. Das war beim letzten Album anders, da bin ich bei den ersten vier Tracks halb irre geworden vor Freude.

Aber alle Tracks sind schon nett anzuhören, aber ich schätze auch mein fünftes Editors Album kommt nicht ins Album des Jahres Regal.

ohohohoho hoho hoho violence

Nachtvogel

I bet you’re mad at me

Das wunderbare 2005 ging auch musikalisch sehr ordentlich los – angefangen mit einer radiotauglichen Single Breath war Erasure aus seiner längeren Pause zurück. Leider gab es damals das Album nicht als Vinyl sondern nur als Kompaktscheibe. Diesen Fehler hat mute zehn Jahre später korrigiert. Seitdem steht der Nightbird nicht nur im Kaffeetassenregal, sondern auch endlich im Plattenregal, wenn das schöne Cover nicht an der Wand hängt.

I can’t live without you and I’m in Love with you.

PS: 24 Erasurelivetrack in Hannover heute Abend sollten noch schnell als spektakuläres Fest erwähnt werden.

Leben ist was du drauss machst, kannste nicht vor weglaufen

Normalerweise sind BestOf Alben ja eine erbärmliche Sammlung, aber ich hatte die letzten Woche ein paar mal so unnatürlich Talk Talk Musikhörwünsche digital im Audichen, dass ich mich mal schlau gemacht habe, wo die Tracks eigentlich so alle auf deren Alben versteckt sind.

All you do to me is talk, talk

Leider verteilt auf vier Alben von denen ich nur eines hatte und ein BestOf Album konnte ich dann bei dem netten klaus@discogs für einen tollen Preis in super Qualität erwerben. Und jetzt habe ich die Tracks:

  • Talk Talk,
  • Such a Shame,
  • It’s my Life,
  • Life’s what you make it und
  • Happiness is easy

alle auf einer Platte. Und wirklich gutes Zeugs drauf, ich höre die Platte gerade zum zweiten Mal und bin hocherfreut, was für gutes Zeugs Talk Talk in den 80ern gemacht hat. Und der Haussegen hatte immer recht: It’s my Life ist von Talk Talk auch besser als von Gwen Stefanie und auch als von Dr. Alban.

Technik, aber vor allem Liebestechnik

Ich habe seit Jahren, die 12″ Fine Time Single von New Order, vermutlich ist das sogar meine erste oder zweite New Order Platte gewesen – ich hab sie so 88/89 gekauft als sie noch aktuell war, weil ich New Order damals schon so mochte und weil das Cover so kuhl aussieht.

you’ve got love technique

Außerdem ist ebenfalls die B-Seite erwähnenswert: Don’t do it, ein wunderbarer ChemicalBrotheresquer Song mit lustigen Computersprechgesang-Bombast-Elektropop.

Technique selber ist dann aber völlig an mir vorbeigerauscht – sogar als Kompaktscheibe – sodass das Album erst heute als meine erste Neuverpflichtung 2018 bekannt gegeben werden kann. Sie wechselte für ein paar Britische Pfund von der Insel an meine Wand, fast 30 Jahre nachdem sich Fine Time in mein noch sehr sehr kleines Plattenregal lümmelte.

Im Schuhkarton ist aus dieser Dekade noch die zweite Technique-Single Run zu finden.

Ein Jahr mit New Order zu starten scheint mir eine unglaublich guter Start. Frohes 2018!

My life ain’t no holiday – I’ve been through the point of no return.

Weihnachtswunderland

Push me, shove me, I don’t call that love me

Als Vince Clark mit einer Stellenanzeige nach einem neuen Sänger suchte und damit den multilingualen wunderbaren Andy Bell fand, haben die beiden ein Album aufgenommen, was trotz seiner super 80er Jahre Sounds 1986 total floppte. Nur in Schweden und Deutschland schenkte man den beiden gehör und die dritte Singleauskopplung Oh L’amour brachte dann auch Erfolge.

Ich finde es ist ein brilliantes Vince Clark Frühwerk und auch Andy Bell packt gesangstechnisch schon einiges aus und ist keinesfalls ein billiger Ersatz für Alison Moyet (was die verpeilte Fachpresse damals behauptete, Yazoo hinterherheulend).

Einer der wunderbarsten Erasuretracks ist für mich My Heart, so blue, der auf dem Two Ring Circus mit Orchester noch ne Spur bombastischer ist, kann aber auch in der Wonderland-Album-Version schon eine ganze Menge.

Flood seine Producerkünste sind hier auch schon verwoben, allerdings würde ich schätzen, dass es sich hier nicht um eines seiner besten zehn Alben handelt.

Say what? It’s a crazy Situation.

Ich hätte übrigens bis gerade eben niemals gewettet, dass es einen Erasuretrack namens Pistol gibt, da habe ich wohl jahrelang das US-Album gehört und erst jetzt auf Vinyl den Europetrack mitbekommen, lustig.

Nachgemachtes 1, 2 und sogar 3

Drei am dritten Advent: Martin L. Gore hat sich mittlerweile ja auch schon dreimal als Solist versucht und zwar insofern, dass er Musik gemacht hat zu der er allerdings keine Texte selber geschrieben hat. Das ist seiner Definition nach dann nämlich Depeche Mode.

You told me everything by saying nothing.

So hat er bei counterfeit e.p. (1989) und counterfeit2 (2003) Songs, die ihn prägten, gecovert. Im ersten Fall erinnert das meiste sehr an 80er Depeche Mode und im zweiten Fall haben wir nen ganzen Haufen Martin L. Gore Kunst, aber keinesfalls so abgefahren wie Macromicrokosmostracks.

Oh, my Love!

Nochmal zur Prägephase:

Seine Vorbilder sind keine geringeren als John Lennon, Bob Dylan, David Bowie, Sparks, Tuxedomoon, Lou Reed, Nick Cave, Brian Eno und der Nico?! (Das Lied vom einsame Mädchen)

1989 kam bei dem ersten Solotrack von der e.p. ein wenig Angst auf, dass das Ende von Depeche Mode bedeuten könnte. Depeche Mode war mit 101 gerade gefühlt auf dem Höhepunkt nach jährlich im Jahrestakt steigenden Albumerfolgen – hätte also sein können. Alle wissen, dass es anders kam und der größte Erfolg von Depeche Mode 1989 noch in der Zukunft lag.

Dong, Zosch, Dong.

Dann gab es noch MG, welches ein instrumentales Album ist. Kunstelekrisches Zeugs, was aber so für ein zwei Tracks okay ist und auch egal welche zwei Tracks.

Die Counterfeit e.p. ist übrigens meine zweite Kompaktscheibe 1989 gewesen und da Policy of Truth Ende 1990 mein erstes Depeche Mode Vinyl war, hatte ich Gore Tonträger vor Depeche Mode Tonträger. Sowas.

Schlaf schön Biest

Ach ja, ein The National Album – Sleep Well Beast – weißes Doppelvinyl, sehr nettes Artwork und fantastische Musik. Ich will da dieses Jahr noch kurz was drüber schreiben, weil es eins der bedeutungsvollsten 2017er Alben ist, allerdings ohne den leisen Anflug mein Album des Jahres zu werden.

Der Hasemann und ich hatten uns aber eigentlich schon drauf gefreut, als wir uns im Zollpackhof das letzte Mal über Musik unterhalten hatten.

Sleep well Hasemann!

The Day I die ist einer der ohrwurmigsten und fröhlichsten The National Songs ever, aber keine Chance – er macht nicht fröhlich. Er lässt einen einfach traurig den Kopf schütteln, jedes mal, wenn man den Song hört. Einmal lege ich ihn mir heute aber noch auf …

Ach so und die Frage des Songs kann ich leider beantworten:
Du Berlin, ich Dänemark.

Träum weiter Anreger

Just Freelove

Der englische Begriff Exciter ist technisch verstanden eine Anreger, größerer technischer Maschinen, ein Schwungbringer oder auf den Menschen übertragen vielleicht ein Motivator. Genau, was das Exciter Album von Depeche Mode sein soll, aber nicht ist. Im Gegenteil, ich finde eher, dass dieses Album von allen aktuell vierzehn Studioalben das unmotivierenste ist und es daher vielleicht auch Breaker hätte genannt werden können.

Death becomes me – Heaven can you see what I see?

Es ist zwar gut untekühlte Synthiemucke, aber es hat nicht einmal in den drei ersten Singles (Dream On, Freelove, I feel loved) sowas wie eine entflammende Melodie. Erst der finale Track, der gleichzeitig die vierte Single ist, kann Herzen erwärmen. Ich habe das heute noch einmal durchgehört und kann leider meine Meinung nicht ändern. Man ist schon vor dem Refrain von Dream On leicht genervt und atmet erleichtert durch, wenn man bei Good Night Lover angekommen ist, wobei der vorletzte Track I am you auch ganz kuhl war – eventuell aber auch nur einen Vorfreudebonus.

Zwischendrin erreicht man bei Comatose – Kunstgetöse von Martin – erstmals Acheselzuck-Status.

Dabei ist das AlbumCover eines der hübschesten – habe ich sehr gerne an der Wand hängen.

Wild!

Kann man gar nicht ins Deutsche übersetzen so richtig den Albumnamen vom vierten Erasurealbum. Wild! Das heißt wohl sowohl auf deutsch als auch auf englisch so.

Es ist das beste Popalbum 1989 und der beste Beweis dafür, dass ein Superalbum auch ein Superalbum ist, wenn es drei Mautracks dabei hat.

La Gloria, 2.000 Miles und Star (das ist sogar eine Singleauskopplung?!) sind mitunter schlechtere Tracks, als die Single B-Seiten der Auskopplungen von Wild.

Trotzdem sind da noch die drei Hammersingles, Drama, You sourround me und Blue Savannah Song, die aus dem Album an kalten Novembertagen fast Sommer machen. Dazu noch eingerahmt von dem Pianosong Intro und Outro und dem vielleicht besten Non-Single-Erasure-Track: Crown of Thorns

You surround me!

Kleiner aber sehr feiner Bonus der Platte – auf dem Cover haben Andy und Vince damals nach dem Konzert in Frankfurt unterschrieben, leider während ich (auch sehr warm) mit Fieber im Bett lag.