Lukas Jäger

Das vierte Album von Dagobert hat er nach sich und seiner Familie benannt. Auch dieses Album ist sehr pompös und kann sich auf grandiose Arrangements und die Stimme von Dagobert verlassen.

Mama geht’s gut, Papa geht’s auch gut.

Es war zunächst mal gar nicht so leicht, überhaupt einen Tonträger von diesem Album zu bekommen. Erst ein paar Monate nachdem ich schon fast aufgegeben hatte und mich mit dem reingeströmten Internetalbum zufrieden gab, fand ich einen Vinylvertrieb der zudem ein grandioses Preis/Leistungsverhältnis bot. Album für 15 EUR.

7″ Jahresauftaktsquartett 2022

Oh, I got a Live one here – haha, haha, haha

Zum Jahresauftakt gab es eine illustre 7″ – Singlebestellung inszeniert von dem Wunsch die Boa Single zu haben, sind die anderen drei beim selben Verkäufer zu haben gewesen. Klingen alle super die Platten – vielen Dank, Peter.

Berührt von der Hand Gottes

2022 muss ich mal noch ein bisschen mehr New Order hören, denn es ist eigentlich meine Lieblingsband. Seit 1984 – seit Blue Monday – ist es stets eine Freude gewesen, Lieder von ihnen zu hören.

Die Alben
I was touched

Touched by the Hand of God ist eine meiner ältesten 7″ Singles, allerdings vermutlich nicht 1987/1988 aus den Vinylcharts gekauft, sondern eher 1989/1990 auf einem 7″ Wühltisch, beim Marktkauf oder Divi oder Continent later known as Realmarkt.

Es ist bei weitem nicht der beste New Order Songs, obgleich er alle Kriterien für einen guten Spät80er Song erfüllt, denn er steht sehr stark im Schatten seiner Vorgängersingle True Faith.

Music complete ist September 2022 auch schon sieben Jahre alt, eigentlich konnte man doch in den vergangenen 21 Monaten ganz gut kreativ schaffen – wünsche ich mir für 2022.

Solange begnüge ich mich an dem fantastischen Potpourri vorhandener Platten.

Kein Regen, dafür viel Purple – das war 2021

Ich habe tatsächlich vergessen im November 2021 Novemberrain zu hören und das obwohl es jetzt wieder als Vinyl auf dem Greatest Roses Album im Regal steht. Naja, ich habe auch kein Prince gehört in 2021.

Das Plattenregal ist um ganze 20 2021er Platten angereichert worden.

Thank you for the Music

Dreimal alleine gab es das neue PeterLicht Album Ibuprofen und Beton in ColaGlasFarbendem Grünen Vinyl – die ersten beiden hatten auf der A-Seite einen Pressfehler, die dritte klang dann perfekt.

Das Plattenlabel hatte eine Menge Spaß und Kommunikation und Versandkosten mit uns – aber sie bekommen dort alle mehrere Sternchen für Kundenfreundlichkeit – die habe es echt gut gemacht.

In einer opulenten Verpackung gab es das Doppelalbum dunkel der Ärzte. Oft gehört aber es kommt an sein Zwillingsdoppelalbum hell aus dem Vorjahr nicht heran.

Bosse hat nach immer schwächer werdenden Alben zehn Jahre nach Wartessaal mal wieder ein richtig frisches Album gemacht, dass Lust auf das schon zweimal verschobene Konzert mit Clueso macht. Clueso selber auch, der hat ein sehr poppiges Album gemacht, wo man sich gut die hälfte der 18 Tracks super gut anhören kann.

Deine Lakaien haben ein Album mit Coverversionen und eins mit neuen Songs rausgebracht, beide haben ein zwei nette Lieder zu bieten, aber so richtig auf die Düstertanzfläche holt einen keins der Songs.

Coldplay hat mit Higher Power mindestens einen richtig guten Track auf dem esoterischen Erguss von Album platziert – Coldplay ist mit den letzten beiden Alben auf einem echt guten Weg in Zukunft ignoriert zu werden, wenn was neues rauskommt.

Über Spotifyempfehlungen sind die beiden Bands The Mobile Home und Masha Qrella an meine Aufmerksamkeit gekommen. Beide sehr gut gelungen, aber in der breite noch nicht so packend, dass man ins komplette Schwärmen geraten würde.

Anfang 2021 hatte ich mich sehr auf das angekündigte The Notwist Album gefreut, war mir auch schon sicher, dass das Cover mit dem Artwork lange an der Wand hängen könnte. Dann lag die Messlatte wohl zu hoch, denn ich wurde lange nicht warm mit den Liedern – erst zum Jahresende gefielen mir wieder ein zwei Songs besser.

Leider gilt das auch für die Entspannungsjungs von Kings of Covenience mit ihrem ebenfalls sehr lange erwartetem neuen Album. Diese kommt auch nur mit feinem Artwork daher. Die Songs sind allesamt sehr unspektakulär – auch beim zwischendurch immer mal wieder reinhören stellte sich da keine Besserung ein.

Besser lief es beim Slut Album, da war nach einer sehr langen Pause noch im Ohr, dass sie mehr Theateruntermalung singen als Indieüpopsongs, aber das ist bei dem 2021er Album gar nicht so. Es ist wunderschön.

Der als Juxsänger entdeckte Dagobert entpuppte sich bei mir Stück für Stück als ganz Großer. Mittlerweile habe ich drei von vier seiner Alben und bin schwer entzückt. Immer wieder ganz fantastische Lieder dabei. Das gilt auch für sein 2021er Album Jäger.

Auf Steve Wilson und Paul Weller wurde ich gleichzeitig aufmerksam, da sie als BritPopIkonen mit Soloalben angekündigt wurden, sie mir aber beide nix sagten und das obwohl ich die halben 90er nix anderes gehört habe. Beide Alben haben tatsächlich ganz ordentliche Songs dabei, das von Steve Wilson allerdings ein zwei mehr. Paul Weller hat dafür von den Pet Shop Boys eine 10 Minuten Version eines seiner Songs bekommen – der Song war allerdings etwas lang um ihn zweimal zu hören und auf Vinyl habe ich ihn im Sommer auch nicht gefunden.

Nachdem das letzte Album von James eine faustdicke Überraschung für mich war, ist das 2021er Album zwar auch toll, aber es entfacht nicht die Begeisterung, die 2019 erreicht wurde. Das Artwork ist jedoch auch hier wieder gut geworden.

Der Frühling wurde bei mir durch mein erstes Klee Album begleitet. Lange fand ich das Album komplett gelungen und habe es oft gehört, aber dann zum Schluss vielleicht etwas zu oft.

Das Lumpenpack lieferte mit dem Song WZF eine der besten Zusammenfassungen der immer noch andauernden pandemischen Lage. Das komplette dazugehörige Album Emotionen ist jedenfalls kurzweilig zu hören und beinhaltet ein paar nette Texte.

Das Billie Eilish lange Musik macht mit der ich etwas anfangen kann, hätte ich bei ihrem Debutalbum nicht gedacht. Trotzdem gefällt mir sowohl ihr neues Album super und ich habe unfassbar oft den neuesten James Bond Song gehört. Also auch öfter als den von Madonna vor Jahren.

ABBA ist für mich die größte Überraschung des Jahres. Einmal dass sie überhaupt ein Album veröffentlich haben nach 40 Jahren Pause und dann aber auch wie wunderbar das geworden ist. Sonnenaufgangsartwork ist ebenfalls wunderschön. Das Album hat mich definitiv am meisten ergriffen und sowohl Kindheits- als auch Jugenderinnerungen wachgerufen, die toll sind.

Purple Disco Machine macht genau die Musik, die ich mag. Volldampf Elektropop. Er hat mich direkt mit zwei Radiosongs (Hypnitized vielleicht eher durch TV-Werbung) aufmerksam gemacht, die dann dazu führten das Album zu kaufen. Hierdrauf waren noch viel mehr Überraschungen in Form von guten Songs zu hören.

Little Things like that happy Noise or a Music Box

Beim Album des Jahres habe ich schonmal weniger Nachdenken müssen, ich kann von den zwanzig beschriebenen sehr viele ausschließen, aber am Ende bleiben schon viele -sechs oder so – über, wo ich es beinahe von meiner Tagesform abhängig mache.

ABBA :: Die größte Gesamtfaszination geht von dem ABBA Album Yoyage aus, die beste Partylaune kommt aus dem Purple Disco Machine oder aus dem Clueso Album heraus. Der meiste Spaß wird von PeterLicht und das Lumpenpack verzapft.

PeterLicht / Verloren :: Ich denke der Song des Jahres ist Verloren von dem PeterLicht Album. Der Song hat einen wunderbaren Witz, er klingt toll, auch dank der Gaststimme von und hat insbesondere den kleinen Kindermund auch mitverzaubert.
Sommer von Bosse, Tanzen von Clueso, Hypnotized von PDM, NDA von Billie Eilish, dunkel von die Ärzte und WZF von das Lumpenpack sind aber auch Knaller. Heimlich ist es aber auch For the Soul there is no Hospital von Slut.

Inventur :: 2021 habe ich 10% weniger für Vinyl ausgeben als im Vorjahr. Über die Hälfte wurde bei jpc gekauft und weniger als 1/4 beim Internetriesen. PeterLicht und DagobertJäger habe ich mehr oder weniger direkt beim Label des Künstlers gekauft, was jeweils sehr schick war. 2022 würde ich gerne mal wieder eine Schallplatte in einem Schallplattenladen kaufen – das habe ich gefühlt seit fünf Jahren nicht mehr gemacht.

Heiterkeit und Erdbeeren

Frische Erdbeeren im November zu bekommen kommt einem sicherlich mehr als nur spanisch vor. Dieses Mal sind die Erdbeeren aber sogar britisch und zieren das Cover des The Lightning Seeds Album Jollification zudem riecht die Platte samt Verpackung auch nach Hubba Bubba Erdbeer.

Das allein ist schon ein nettes Sinnerlebnis wäre da nicht obendrein noch die Musik …

Es ist neben Alben von Blur und Oasis und den Beatles eins der besten Britpop-Alben, dass je in meine Ohren gekommen ist. Popperlen wie Perfect, Lucky you und Why why why haben mich mehr als nur einmal in den 90ern verzaubert und genauso jetzt, wo das Jubiläums-Erdbeergeruchs-TransparentRotes-Album auf Vinyl hereinspazierte.

Dieses Album kommt wirklich wie ein Therapie für alle Sinne daher – Ian Broudie lebe hoch für diese knappe Dreiviertelstunde Schönes.

Für die Musik

Steven Wilson ist mir ja tatsächlich dieses Jahr das erste Mal aufgefallen und hat mit seinem Album The Future Bites einen mehr als ordentlichen Eindruck hinterlassen.

Erstaunlicherweise ist mir die Tage ein weiteres Projekt vor die SpotifyFlinte gelaufen und hat mir einen Song aus dem ebenfalls fantastischen 2020er Album For the Music von Blackfield vorgestellt. Hier macht Steven Wilson Musik mit dem israelischen Popsänger Aviv Geffen, der auch schon ein Werk mit Trevor Horn auf seiner Agenda hat. (Ich muss hier mal tiefer buddeln – Trevor Horn Werke mag ich ja immer gerne!)

Apropros Zusammenarbeit, das Lied von Spotify – Under my Skin -war nicht ausschließlich von Aviv Geffen gesungen, sondern ebenfalls von Brian Molko – und von Sirens ganz anspruchsvoll Techno übermischt – so ist es wohl in die MyMix Liste gekommen und obendrein mit einem sehr ordentlichen Cover aufgefallen.

Ganz spannend auch, dass Blackfield an einigen Stücken zusammen mit Alan Parsons gearbeitet hat – mit denen bin ich auch Dank Papa eine bisschen großgeworden und mag etliche Songs vom alten Alan Parsons Project.

Am Ende genug Kaufgründe um sich in Georgsmarienhütte eine pinke Variante der Vinylausgabe des Albums zu bestellen. Hab es nicht bereut. Heute wird das Album auch schon ein Jahr alt.

Blackfield findet im Plattenregal zwischen Björk und Bloc Party einen Platz.

Dirk von Lowtzow will auch einen Hund

Dachshund

Die Coronazeit haben ja sehr viele genutzt, um einen Hund in die Familie zu holen. Chris Lowe von der Pet Shop Boys plante das schon in den 80ern. Jetzt will auch Dirk von Lowtzow von Tocotronic einen Hund und besingt ihn mit einer Gitarre als Begleitinstrument.

Ich sag mal so, Neil Tennant nur mit der Gitarre sing live Rent in Hamburg ist definitv nur die zweitbeste Variante einer Gitarrenversion dieser Boys Single.

Zu seinen Hundeplänen gehören auch diese Zeichnungen vom Hund 11. Ich hatte das Glück eine von 100 Zeichnungen in der Plattenhülle zu haben.

Eine Single-B Seite zu covern scheinen deutsche Künstler ja immer mal wieder gerne zu machen. Unvergessen die Inga Humpe Version von Do I have to?. Eigentlich könnte Rammstein mal Shameless covern.

Labrador

nummer_fünf.doc – das eine, welches ich liebe

This one goes out to the One I love.

Hab ich das in einem der letzten Beiträge zu R.E.M. Alben schonmal geschrieben? Ich höre zu wenig R.E.M. und insbesondere diese fünfte Album mit den Knallern The One I love und The End of the World as we know it habe ich bestimmt zehn Jahre nicht mehr gehört – das ist doch schade, das darf nicht nochmal wieder vorkommen. Zum Glück ist das Document No.5 nun auch als gut erhaltene 1987er Platte hier angekommen.

Fire!

Im gleichen Atemzug auch besagtes The One I love als 7″ und die sogar in dem wunderschönen Bielefeld um die Ecke bestellt – hätte ich’s geahnt, ich hätte die kleine Platte mit dem Fahrrad abgeholt – wären nur 30km hin und zurück gewesen.

Naja, mal sehen – vielleicht ergibt sich ja was – man sieht seinen Verkäufer und all die anderen ja immer zweimal.

Die Emotionen des Lumpenpacks

Jeder in Deutschland hat eine Lieblingsvirologen

Einen Monat vor Weihnachten kommt Mitten in den grauen Novemberregen noch einmal sonnengelbes Vinyl von Das Lumpenpack ins Haus geliefert. Die Bürosonne hatte vor Monaten den pandemisch so passigen Song WTF empfohlen, der eigentlich das Jahr 2020 ganz gut zusammenfasst nun aber erst Ende 2021 samt Album daherkommt.

Wenn PoetrySlam (da war Das Lumpenpack vor der Musik erfolgreich) so nett popmusikalisch untermalt wird, kann man eigentlich davon ausgehen, das es klingt und lustig ist und es ist. Klingt ein bisschen wie Die Ärzte war so die Benchmark – ist ein bisschen anders jetzt auf Albumlänge, aber es ist gut und nicht mal zwingend schlechter als das dunkle Ärzte Album.

Im Regal ist für Lumpenpack ein Platz zwischen Lexy und Moby frei.

Dunkele Hölle

Nachdem letztes Jahr noch unklar war, ob das Ärztealbum Hell damit die Hölle meint oder das Gegenteil von dunkel ist es jetzt mit dem Nachfolge Geschwister Album klar.

Hell und Dunkel hat nichts mit Hölle zu tun.

Ich brauch das Dunkel, Hell ist nicht für mich gemacht.

Drei Monate vor Weihnachten und wenige Monate nach dem letzten Album, haben die Ärzte schon wieder ein Doppelalbum mit allerlei Songs herausgebracht. Zwar finde ich diesmal nicht ganz so viele tolle Lieder, wie bei dem hellen Album, aber schon ein paar.

Noise und Dunkel zum Beispiel würde ich später auch mal auf einem Best of Album erwarten. Am Ende ist es mal ein Segen, dass Künstler offensichtlich wegen der Pandemie Zeit hatten, denn so gibt es jetzt hier eine Menge gute Lieder …

Während das Hell Album schwarzes Doppelvinyl ist, ist das Dunke Album brombeerfarbiges transparentes Vinyl und nicht konsequenter Weise weiß.

Glücklicher als zuvor

Klingt jetzt nicht das ganze Album so super glücklich, die Billie Elish Pirate Baird o‘ Connell, aber wie schon beim letzten Billie Eilish Album komme ich wieder nicht drum herum, es größtenteils recht kuhl zu finden. Auch diese nölige Teile des Gesang – ich mag die.

Es ist gesangstechnisch oft anstrengend, aber auch phasenweise stark. Die musiklischen Sounds sind mir natürlich zu wenig synthetisch, aber auch hier und da gut gemacht. Unterm Strich ist weniger extremer Kram dabei, wie beim besagten Where do we go … – Album.

007 – Keine Zeit zu sterben

Den Bond Song, der leider nicht auf dem Album ist, habe ich jedenfalls letzte Woche nach monaten Kinopause im bequemen Sessel mit gutem Sourroundsound nochmal echt genossen – den haben Billie und Hansi gut hinbekommen.

Du bist jetzt 30, Baby!

One Pause, The Fly fliegt.

Obgleich es 1991 eine ganze Menge tolle Alben gab, wie: Chorus, We can’t Dance, Dangerous, Helios, Sugartax, Innuendo, Blut, Sugar, Sex, Magic, Dark Star, Out of Time, electronic, aber kein Depeche Mode und kein Pet Shop Boys und kein The Cure ist das vermutlich beste U2 Album für 1991 nach wie vor das beste Album des Jahres – es ist knapp, denn auch Chorus ist ein perfektes Popalbum und obendrein eins der besten Erasure Alben, aber am Ende gibt Achtung Baby mir mehr – vermutlich wäre in 20 anderen Jahren Chorus Album des Jahres geworden.

Love is Blindness

Achtung Baby ist nicht nur mit fünf Singleauskopplungen dahergekommen, die allesamt ein Traum sind, das Album hat auch Potential für fünf weitere Songs in Singlequalität und mit Love is Blindness eins der besten ruhigeren Lieder, des gesamten Jahrzehnts. Nach Violator ist Achtung Baby vermutlich das beste, was Flood jemals produziert hat.

Reise

Nach 40 Jahren Pause zurück und ich muss sagen ich bis auf mehreren Ebenen entzückt. Und da geht es direkt mit so etwas banalem wir Mikrotypografie los, wenn man sich fragt okay, auf welcher Seite geht es denn los, was ist A, was ist B. So:

ABBA
ABBA

Und wenn man das dann herausgefunden hat freut man sich, dass es klingt wie immer, als hätte ABBA einfach sein letztes oder vorletztes Album heimlich in eine Zeitkapsel gesteckt und sie 40 Jahre auf die Reise in die Zukunft geschickt. Wenn das wer kann, dann die vier von ABBA.

Ich könnte kein Lied herausheben, aber der Opener I still have Faith in you ist schon auf den ersten Hinhörer das beste Stück auf dem Album. Es ist im Prinzip ein perfekter ABBA Song.

Das Cover hatte es mir auch schon bei der Bestellung angetan. Sonnen, Sterne, Monde, Planeten, alles immer ein Garant dafür ein tolles Bild zu ergeben.

Alles in Allem feiere ich diese Aktion von ABBA ordentlich ab und habe mir unter anderem deswegen auch Wetten dass …? letztes Wochenende angesehen um BB dort zu sehen und zu hören.

Mienengebuddel

Düdeldüü

Eingentlich nur gekauft, um das Kinderohr mal ordentlich zu verwirren, dass das minecraftige gedudel nicht aus der PlayZee kommt sondern vom grünen Vinyl auf dem Plattenspieler.

Daniel Rosenfeld alias C418 hat auf Minecraft Volume Alpha zwölf Tracks auf die Vinylvariante gecraftet (sagt man glaub ich so).

Ist insofern lustiges Gedudel, als das die Kinder es die ganze Zeit mit pfeifen und es auch in seiner grünen Transparenz gut aussieht auf dem Plattenteller.

Zehn Geschichten von Sting dem Boten

There’d be nothing left for me to do

Vielleicht ist es bei diesem Album ein bisschen wie bei Songs von Mike & The Mechanics – das sind eigentlich gute Songs, aber sie klingen alle, als wenn sie fürs Belanglos-Radio produziert wurden, damit man dort einfach nur Radio hört ohne es auszuschalten, aber so richtig abgehen – wie zum Beispiel zu The Police Songs – kann man zu den Tracks hier nicht.

Wie dem auch sei, als ich es in den aktuellen Top100 verkaufter Schallplatten im August fand, fand ich gleichzeitig, dass ich diese Platte auch in meinem Regal haben sollte. Die A-Seite hab ich auch schon ganz schön oft gehört, dafür dass ich nicht mehr gerne Radio höre.

Sting steht im Regal zwischen Die Sterne und Suede.

Gespräche übers Paradies

Hole

Seit über 20 Jahre verknallt in Slut haben die Ingolstädter endlich auch mal wieder von sich hören lassen – letztes Album war vor acht Jahren. Talks of Paradise heißt das 2021er Ding und gefällt außerordentlich.

Mit dem Lied For the Soul there is no Hospital treffen sie genau den Ton, weswegen sie Anfang des Jahrtausends vom Hasemann und mir zu einer der besten deutschen Band gefeiert wurden. Das Album habe ich schon x-mal gehört, gehört definitiv zu den besten Erscheinungen 2021 – jetzt müssen die Jungs von Slut nur noch ihr Lookbook auf Vinyl herausbringen, dann ist deren Werk komplett.

Exotischer Tino Piontek geb. Schmidt

@the Disco

Tino Piontek geb. Schmidt kennt man nur wenn vermutlich nur, wenn man aus Dresden kommt oder den Wikipediaeintrag zu Purple Disco Machine ließt. Und der Künstlername ist wie ich finde Topprogramm, das ist wirklich fantastische Discomusik irgendwo zwischen ABBA, Justin Timberlake und DaftPunk – das reicht als Rezeptur wohl auch aus um lilafarbige Discomusik zu machen.

I’ve been hypnotized by the Lights

Ich bin wirklich super überrascht, wie mich dieses Doppelalbum beim ersten Hören und noch mehr beim mehrmaligen Hören geflasht hat.

Hypnotized ist wohl einer der TV- und Radiohits der zweiten Jahreshälfte 2021 – man hört es oft und trotzdem ist es gut.

Ein kleines bisschen wie der musikalische Nachtisch zu einem Sommer den es nicht wirklich gab.

Excotic ist aktuell meine neuste Platte und aktuell auch eine Platte der ich ein Mitspracherecht zum Album des Jahres einräumen würde, schon weil egal welche der vier Plattenseiten man auflegt, es direkt ordentlich und abwechslungsreich losgeht.

Purple kommt ins Plattenregal
zwischen Prince Pulp und Queen.

Schlafen in flüssigem Stickstoff

Your Words were spoken, carefully chosen for me

Mix der Woche heißt die künstliche Intelligenz der Streaming Anbieters Spotify, der einem jeden Montag ein Playlist anbiete, die man kuhl finden könnte. Einmal im Monat, schätze ich, kommt da eine neue Platte bei rum.

Dieses Mal war es die Platte von Null +Void namens Cryosleep, die nebst einem Song mit Dave Gahan als Sänger auch durchaus nettes und sehr entspanntes Elektrozeugs drumherum hat.

Where I wait feat. Dave Gahan ist ein anständiger Düstersong in dem Daves Stimme sehr gut zur Wirkung kommt, wäre auch eine super Single B-Seite von Depeche Mode mehr dann aber auch nicht.

Im Regal hat die Platte einen Platz gefunden zwischen The Notwist und Gary Numan.

Musik aus den Spären

Boys don’t cry?!

Music of the Spheres der Albumtitel des neuen 2021 Coldplay Albums klingt ein bisschen wie ein 87er Albumname von Depeche Mode. Leider klingt das Album selber eher wieder bei den meisten Songs nach esotherischem Breierlei und dabei hatte ich die Vorabsingle Higher Power schon als gutes Comebacklied abgefeiert.

Grün und mamoriertes Vinyl ist so zwar neu bei mir im Regal, aber vermutlich wird auch dieses Coldplay Vinyl eher seltener auf dem Plattenteller liegen.

Der Refrain wird 30

Der Effekt Chorus kommt in der Tontechnik vor. Es klingt als würde ein zweiter, dem ersten ähnlicher Ton mitklingen und sich im Raum bewegen. Es entsteht eine Art schwebender Klang, der durch die zeitliche Verzögerung des zweiten Tons verursacht wird.

Quelle: www.delamar.de

Chorus ist am Ende vermutlich das beste Erasure Album, was zwar in beinah jedem Erasurebeitrag von mir nebenbei erwähnt wird, aber einen richtig echten längeren lobpreisenden Beitrag zu dieser Candy Pop Perle gibt es nicht (nur einen sieben Jahre alten recht kurzen).

Heute wird es 30 Jahre alt.

Holy Moses our Hearts are screaming

Chorus hat mich vom ersten Augenblick an verzaubert. Wir hatten dieses Album 1991 zu Hause recht schnell als zwei Kompaktscheiben und erst vor wenigen Jahren haben ich es zusätzlich als Vinyl angeschafft.

Im Oktober 91 haben mein Papa und ich das Ding wirklich abgefeiert, einzig und allein mit dem Song Breath of Life, der sogar die dritte oder vierte Singleauskopplung war, bin ich nie so richtig warm geworden.

Auch Love to hate you ist ein wenig zusammengebasteltes Stomping, Pumping, Covering aber der Rest auf dem Album ist die Perfektion der vor sich hinspielenden Synthiepopmusik. Diese Tatsache macht es zu dem vielleicht besten Popalbum und bestimmt auch zu dem besten Erasure Album.

Das Hybriddigitale Artwork ist ganz nebenbei auch fantastisch, ich hab mehrfach versucht, dass auch mit meinem Schädel zu machen, aber es ist nie präsentabel geworden. Auch das Corporetae Logo dieser erasure Serie samt der späteren ABBAesque EP ist unschlagbar starke Typografie.

Wie eine Jungfrau, die zum ersten mal berührt wird

Material Girl in a material World

In den 80ern habe ich irgendwann mal durchgerechnet, dass ich mit Ausnahme von Madonna eigentlich nur Fan von Künstlern bin, die männliche Sängerschaft am Mikrophon haben. Heute ist das nicht mehr so, aber die alten Sachen von Madonna sind schon auch meist kuhl.

Schon mehr oder weniger für den Dachboden aussortiert ist mir heute nochmal das Erfolgsdurchbruchalbum von Madonna in die Finger gekommen, allerdings als wenn ich es das 500ste mal angefasst hätte. Es ist eine derbe abgenutze 2nd-Hand-Platte, die ich aber auch schon ewig habe – trotzdem hat es großen Spaß gemacht, Material Girl, Like a Virgin und insbesondere Into the Groove mal wieder lauter anzuhören.

Was ich gar nicht auf dem Schirm hatte, es gibt noch ein ein Jahr älteres Madonna Album namens Madonna, wo Holiday und Borderline drauf sind. Nie gesehen. Da Madonna heute nicht mehr zu meinen persönlichen Top100 zählt, werde ich das Vinyl auch nur nachkaufen, wenn es mal irgendwo günstig bei zu stecken ist.

Das Nahfolgealbum True Blue werde ich aber bei Zeiten auch nochmal auflegen, denn das ist auch voll mit Songs aus den 80ern, die ich immer noch gerne mag …

Extrapunkt für den Namen vom Album

Letztes Jahr gab es immer mal wieder ab und wann einen Track von Clueso und ich fand die alle ganz okay oder sogar gut – erinnere mich an Tanzen …

Heute ist ein 18 Trackalbum mit dem sensationellen Namen Album hier nach Hause gekommen. Ich hab Clueso ganz selten nur auf dem Zettel und dann wenn ich ihn höre, fällt mir wieder auf, wie viel geiles Zeugs der schon gemacht hat. Die 18 Songs sind alle gut anzuhören, ist ein tolles Album mit ein zwei Hits.

Album ist jetzt meine dritte Cluesoplatte wovon allerdings eine auf den Dachboden ausgezogen ist und die andere weit vorne im Jahr 2016 angesiedelt ist.

Ich konnte mir nie merken, wie genau man CLU-ESO schreibt – jetzt ist es visuell sehr klar im Kopf.

Nichts ist bewiesen worden

It may be false, it may be true but nothing has been proved

Zwischen Ende 1985 und Anfang 1991 haben die Pet Shop Boys eine unfassbare Anzahl an fantastischen Songs auf Schallplatten gebracht – nur um Jahr 1989 gab es eine kleine Pause, für Songs die offizielle Pet Shop Boys Songs waren, denn da habe die Boys je ein Album für Liza Minelli und Dusty Springfield mit produziert.

Zwei völlig brillante Songs sind aus dieser Schaffensphase in mein Synthiepopherz gewandert: Losing my Mind von Liza und Nothing has been proved von Dusty.

Letztere Platte kam die Tage als mir gänzlich unbekannte, aber mit Lobesbeeren überschüttete, Dance Version aus England bei mir an. Nachdem ich ein paar Einlagerungsstockflecken mit Apothekenalkohol entfernt hatte, präsentierte sich der Song in nahezu perfekter Qualität. Zudem erfüllte er die Lobesbeeren: Es ist einer der minimalst und zugleich dynamisch und cleversten Mixe, die ich bisher so zu Ohren bekam. Ein Daumen hoch für Marshall Jeffersons umbau, der ansich schon supertollen Arrangements.

Ich bin heute noch wie 1989 schwer verknallt in den Song.

Küss mich, küss mich, küss mich

How beautiful you are

Was ein The Cure Album und was ein 1987er Album – tatsächlich habe ich diese Schallplatte schon zweimal gekauft: Einmal als Geburtstagsgeschenk heute vor ca. 28 oder 29 Jahren und einmal als Neuauflage in rotem Vinyl vor fünf oder sechs Jahren.

The Kiss

Der Opener Song The Kiss – obgleich er in meinem Soundtrack des Lebens keine sehr schöne Phase bespielt – ist einer der stärksten The Cure Songs, den es neben den Radiosingles gibt.

Just like Heaven

Lost & lonley

Radiosingles gibt es auf diesem Album vier: Catch, Hot Hot Hot, Why can’t I be you und das wunderbarste Just like Heaven. Dazu kommen noch bestimmt fünf weitere gelungene Album Tracks, die ich aber alle so oft gehört habe, dass mir dieses Album heute leider mehr oder weniger aus den Ohren wieder rauskommt.

Daher höre ich fast immer nur die 7″ von diesem Album. Im Härtetest 2021 habe ich aber gerade das ganze Album durchgehört und man kann das schon 90 Minuten lang sehr gut aushalten – übrigens weil es so lang ist, ist auf der Kompaktscheibenversion ein Song weniger drauf, nämlich Hey You! die prima Single B-Seite von Hot! Hot! Hot! komplettiert hier auch die B-Seite.

Obgleich das Cure Artwork von Wish nicht zu übertreffen ist, mag ich auch diese super alberne Schrift und die knallroten Lippen auf dem Cover sehr. War ein schöner Moment mal die 18 Küsschen wieder komplett zu hören, das habe ich nicht mal in meinem Cure Jahr hinbekommen.

1966 von 4000 Roten

Wer nicht fragt bleibt dumm

Ganz ehrlich, das ist mehr als lebensgefährlich – da ist kein Aldi neben Edeka

Ich finde und fand das Cover nicht wirklich toll und habe darum nach dem guten Befehl von ganz unten Album nicht damit gerechnet, dass das dieses nächste Album noch viel viel besser ist.

Es musste erst anderthalb Jahre nach Veröffentlichung ein Männerabend her, um zufällig über dieses Musikjuwel zu stolpern: es ist unglaublich witzig und unglaublich gut gemachter Deickind Klamauk für die Ohren auf Doppelvinyl und auf jeder Seite minimum zwei Knaller.

Lieder in denen die eigenen Bandmitglieder (zB Ferris MC) abgefeiert werden, finde ich riesig großes Kino.