Reise, Reise

Ihr wisst, was es ist.

Die letzten Wochen habe ich erstaunlich viel und erstaunlich gerne Rammstein gehört. Das Album Mutter und Sehnsucht habe ich schon etwas länger im Regal, Reise, Reise ist jetzt die Tage um Weihnachten dazugekommen, sicher seiend, dass ein Chrirstkind niemals Rammsteinschallplatten verschenken würde.

Auf Reise, Reise ist allerdings das beste aller Rammsteinsongs drauf: Mein Teil Sowohl das Thema des Liedes, als auch die musikalische Umsetzung sind extrem gut gelungen. Eigentlich ist mir Rammsteins Gitarre zu hart, aber zwischendurch entzücken sie mit wunderbaren Melodien, sowie synthetischen Klängen. Das klappt bei Mein Teil richtig gut.

Außerdem mag ich wunderbare Amerikapersiflage (We all live in) America, ein Rammsteinradiopopsong. Rammsteins erfolgreicher Kuschelrock-Track Ohne Dich ist tatsächlich eher mein Lowlight dieses Albums.

Highlight des Albums ist natürlich auch, dass die Pet Shop Boys Mein Teil für einen Remix ohne Gitarre geschnappt haben – @Disco4.

… und vor der Tür steht Mickey Mouse.

Technik, aber vor allem Liebestechnik

Ich habe seit Jahren, die 12″ Fine Time Single von New Order, vermutlich ist das sogar meine erste oder zweite New Order Platte gewesen – ich hab sie so 88/89 gekauft als sie noch aktuell war, weil ich New Order damals schon so mochte und weil das Cover so kuhl aussieht.

you’ve got love technique

Außerdem ist ebenfalls die B-Seite erwähnenswert: Don’t do it, ein wunderbarer ChemicalBrotheresquer Song mit lustigen Computersprechgesang-Bombast-Elektropop.

Technique selber ist dann aber völlig an mir vorbeigerauscht – sogar als Kompaktscheibe – sodass das Album erst heute als meine erste Neuverpflichtung 2018 bekannt gegeben werden kann. Sie wechselte für ein paar Britische Pfund von der Insel an meine Wand, fast 30 Jahre nachdem sich Fine Time in mein noch sehr sehr kleines Plattenregal lümmelte.

Im Schuhkarton ist aus dieser Dekade noch die zweite Technique-Single Run zu finden.

Ein Jahr mit New Order zu starten scheint mir eine unglaublich guter Start. Frohes 2018!

My life ain’t no holiday – I’ve been through the point of no return.

2017

Fünf vinylige Neuerscheinungen mehr und damit 29 Platten (30 mit der 7″ des Jahres) gab es dieses Jahr neu in meinem Plattenregal und natürlich auch ein paar aus älteren Jahren. Etliche Alben haben es mir in einem musikalisch nicht ganz einfachen Jahr angetan, davon zwei schon vor dem Sommer.

The Revolution?

Was ein wunderbares Depeche Mode Album gab es im April und was für ein großartiges Goldfrapp Album. Spirit und Silvereye zähle ich definitiv zu den beiden Topalben des Jahres. Beide Alben sind frei von Tracks, die die Welt nicht braucht – was man von den letzten fünf Depeche Mode Alben nicht behaupten konnte. Daher für mich eine der größten Überraschungen dieses Jahres.

Auch die U2 Altrocker haben mich auf sehr ähnliche Weise positiv überrascht. Die Songs of Experience haben es mir eigentlich allesamt angetan und einige würde ich zu den besten U2-Songs dieses Jahrtausends zählen, auch wenn kaum eins besser als alle Achtung Baby Tracks sind.

Just the Beginning

Endlich gab es ein neues Shout out Louds Album und ein Jahr nach der Bestellung das dritte von Casper. Auch diese beiden Alben haben ihren Zauber. Weit vorne für den Track des Jahres vom Casper Album ist der Song Keine Angst feat. Drangsal.

Von allen Casper Gastsängern passt mir Drangsals Stimme zu dem neudüsterpoppigen Style auf Lang lebe der Tod super. Leider werde ich überhaupt nicht warm mit der zweiten Seite des Albums, würde die erste Seite aber zur A-Seite des Jahres wählen wollen.

Die Shout out Louds haben für mich mindestens zwei Hymnen auf ihrem 2017er Album geschaffen allerdings diesmal auch etwas mehr gewöhnliches B-Seiten Beiwerk. Ein weiterer Track auf dem Niveau von Paola und Jumbojet und ich könnte mich hier zum Album des Jahres entscheiden.

Earsure und Jamiroquai hätte ich beiden nicht nochmal ein Album zugetraut, welches man auf volle Länge durchhören kann, aber sie haben es beide geschafft. In Wahrheit habe ich das Jamiroquai Album gekauft, weil ich noch keins hatte, das Cover und die neuen Hüte lustig aussehen und der Radiotrack Atomaton irgendwie auch schon kuhl war. Ergebnis ist ein Album, das sehr stark an das 2014er Daft Punk erinnert.

Wer hat noch überrascht?

Immer ist ja auch jemand aus dem Nix dabei. Das sind dieses Jahr für mich Joe Goddard Electrolines, wobei insbesondere der Song Music is the Answer einer der meistgehörtesten Tracks ist. Er ist sowohl mein Arolsen Track 2017 als auch ein bisschen Motto.

Where will we be?

Ich bin endlos traurig, wie wunderbar das The National Album Sleep Well Beast in seinen Spitzen aber auch im Allgemeinen ist. The Day I Die ist für mich der beste The National Song, den ich kenne. Für den Rest fehlen wir so oft die Worte.

Beck, Liam Gallagher und Morrissey haben supergute Alben mit teils sehr schönen Songs gemacht. Die Sparks sind immer noch stark und sehr musikwitzig und haben vermutlich das beste Cover des Jahres auf ihrem Hippopotamus im Pool.

Coldplay und The Chainsmokers haben vermutlich meinen Sommerhit für das dänische Radio produziert.

Von den weiteren Deutschsingern hat mich dann noch Stefan Zauner, die Stimmer der großen Münchner Freiheit Hits, aus den Schuhen gehauen. Vielleicht aber auch nur auf dem falschen Fuß erwischt. Kraftklub und Wanda haben nach wie vor mindestens einen Topsong pro Album, da ist nicht nachgebessert worden. Wobei Colombo von Wanda für mich einer der Top Songs des Jahres ist – vermutlich der beste österreichische Track des Jahres.

Kraftklub ist insgesamt eher langweilig und noninnovativ.

Was hat noch enttäuscht?

Jarvis Cocker in seinem Raum 29 war sehr mau, wie auch das Jens Lekmann Album. Ich kann überhaupt nix mit den Gorillaz anfangen und bin traurig für die, die Ed Sheeran gut finden müssen – hier ist mein fast 44jähriges Musikherz tatsächlich verschlossen für so einen Schnulzkack auf Rille, ich denke, dass das Album Division nächstes Jahr auf den Dachboden kommt, zusammen mit dem langweiler Doppel-Album von 2raumwohnung.

J-Boy

Wäre nicht J-Boy auf dem Phoenix Album, das dann übrigens auch – reicht halt nicht, das Vinyl transparent zu machen, um ein Superalbum zu werden. Phoenix hat leider 2009 alles an Pulver verschossen, was geht und kann nun nur noch Aussortierbares – schade.

Das beste zum Schluss:

Ich habe mir 32 Karten gebastelt, auf denen je ein optionaler Track des Jahres steht. Diese Karten habe ich mehrfach gemischt und zunächst 16 gegen 16 zufällig verglichen und über ein K.O.-Verfahren die eher besseren Songs rausgefiltert. Unter den letzten vier Karten waren eigentlich immer Depeche Mode, Goldfrapp, Shout out Louds und oder Casper Tracks.

Gefühlt ist Keine Angst von Casper Track des Jahres und Silvereye von Goldfrapp das Album des Jahres. Aber es könnte auch von Depeche Mode So much Love der Track des Jahres sowie Spirit das Album des Jahres sein.
War für mich nie so schwer, aber so ist es wohl:

  • Track des Jahres (deutsch): Keine Angst
  • Track des Jahres (englisch): So much Love
  • Album des Jahres: Silvereye
t: dirk felsenheimer

7″ Inch Single des Jahres ist übrigens außer Konkurrenz:
Einer bleibt liegen von Bela B.

PS: Den Kacktrack des Jahres Despacito gibt es zum Glück nicht auf Vinyl – danke!

Gewalt hinzufügen

Focus?

Im Sommer hat es eine neue Nine Inch Nails e.p. gegeben. Eine Fünf-Track-Platte, die so einigermaßen brauchbares Zeugs enthält. Ein radiotauglicher Popsong Less than und nen bisschen was, was sich wie SocialMediaSoundtrack anhört (ist halt Atticus Ross mit dabei). Produziert wurde es mal wieder von dem wunderbare Alan Moulder – einem Garanten dafür, dass ich es mag was raus kommt.

Ich hab es zum Weihnachtswichteln geschenkt bekommen und freue mich riesig – ein schöner Vinylabschluss 2017.

Nilpferd

Das hier ist so kurz vor Toreschluss noch somit das lustigste,
was es dieses Jahr neu auf Platten gab.

Probably nothing

Also zwei Platten. Doppelvinyl. Mit FFS überraschten die Sparks schon 2015 über alle Maßen und auch ihr neustes Werk ohne Franz Ferdinand ist keinesfalls Giddy Giddy okay Giddy Giddy schon, aber der Rest ist mehr oder weniger klamaukige Popmusik, die man mal hören kann.

Allen Tracks voran Hippopotamus, was hier von den ersten drei Takten an auch von den Kids geliebt wurde.

Völlig ungerechtfertigter Weise ist Hippopotamus mein erstes Sparksalbum. Warum weiß ich auch nicht genau, Kompaktscheiben habe ich unendlich viele, aber kein Vinyl. Tze!

There’s a Hippopotamus in my Pool. How did it get there?  

In Kürze kommt die Platte mit dem Cover des Jahres dann zwischen The Soulsavers und DJ Spiller ins Regal.

Weihnachtswunderland

Push me, shove me, I don’t call that love me

Als Vince Clark mit einer Stellenanzeige nach einem neuen Sänger suchte und damit den multilingualen wunderbaren Andy Bell fand, haben die beiden ein Album aufgenommen, was trotz seiner super 80er Jahre Sounds 1986 total floppte. Nur in Schweden und Deutschland schenkte man den beiden gehör und die dritte Singleauskopplung Oh L’amour brachte dann auch Erfolge.

Ich finde es ist ein brilliantes Vince Clark Frühwerk und auch Andy Bell packt gesangstechnisch schon einiges aus und ist keinesfalls ein billiger Ersatz für Alison Moyet (was die verpeilte Fachpresse damals behauptete, Yazoo hinterherheulend).

Einer der wunderbarsten Erasuretracks ist für mich My Heart, so blue, der auf dem Two Ring Circus mit Orchester noch ne Spur bombastischer ist, kann aber auch in der Wonderland-Album-Version schon eine ganze Menge.

Flood seine Producerkünste sind hier auch schon verwoben, allerdings würde ich schätzen, dass es sich hier nicht um eines seiner besten zehn Alben handelt.

Say what? It’s a crazy Situation.

Ich hätte übrigens bis gerade eben niemals gewettet, dass es einen Erasuretrack namens Pistol gibt, da habe ich wohl jahrelang das US-Album gehört und erst jetzt auf Vinyl den Europetrack mitbekommen, lustig.

So weit – so gut!

Da ist Licht, da ist ein Regenbogen.

Sorry, ich weiß es ist Schlager und es lässt schon tief blicken, wenn man offen zugibt, dass man immer noch gern ab und wann zur Münchner Freiheit steil geht. Vor sechs Jahren hat Sänger Stefan Zauner die Münchner Freiheit verlassen und alleine mit seiner Frau weitergemacht. Von dieser Schaffensphase gibt es jetzt ein Best of Album, was nur eine Plattenseite voll bekommt und ein neues Album, was auch nur eine Albumseite voll bekommt.

So lange man Träume noch leben kann!

So weit – so gut, geht leider auch mit zwei neuen und einem alten Song nicht wieder raus aus meinem Ohr. Allen voran der Song: Da ist Licht!

Die Tracks sind ein bisschen wie Münchner Freiheit Superhits Ohne Dich und Anette Humpe getarnt als Ehefrau Petra Manuela Zauner … und etliches aber auch nur so am Rande von Helene Fischer. Schlager halt. Ich mag es, voll die Weihnachtsstimmungsmusik.

Zauner steht im Regal neben Zander, Yazoo und der rechten Außenhälfte des Regals, wo sind eigentlich meine beiden mamoriertvinyligen übeln Frank Zander Platten?

Farben

All the Colors, see the Colors, make the Colors, feel the Colors

Es soll das poppigste Beck Album aller 13 Zeiten sein: Colors

Mit der Kritik hab ich direkt am Köder angebissen und mich zumal vorab über rotes Vinyl gefreut. Und wirklich, es ist ein fantastisches Album, frisch und poppig, aber auch experimentierfreudig und abwechslungsreich. Ich mag mindestens die Hälfte der Songs ziemlich gern und der Rest ist gut.

Nachgemachtes 1, 2 und sogar 3

Drei am dritten Advent: Martin L. Gore hat sich mittlerweile ja auch schon dreimal als Solist versucht und zwar insofern, dass er Musik gemacht hat zu der er allerdings keine Texte selber geschrieben hat. Das ist seiner Definition nach dann nämlich Depeche Mode.

You told me everything by saying nothing.

So hat er bei counterfeit e.p. (1989) und counterfeit2 (2003) Songs, die ihn prägten, gecovert. Im ersten Fall erinnert das meiste sehr an 80er Depeche Mode und im zweiten Fall haben wir nen ganzen Haufen Martin L. Gore Kunst, aber keinesfalls so abgefahren wie Macromicrokosmostracks.

Oh, my Love!

Nochmal zur Prägephase:

Seine Vorbilder sind keine geringeren als John Lennon, Bob Dylan, David Bowie, Sparks, Tuxedomoon, Lou Reed, Nick Cave, Brian Eno und der Nico?! (Das Lied vom einsame Mädchen)

1989 kam bei dem ersten Solotrack von der e.p. ein wenig Angst auf, dass das Ende von Depeche Mode bedeuten könnte. Depeche Mode war mit 101 gerade gefühlt auf dem Höhepunkt nach jährlich im Jahrestakt steigenden Albumerfolgen – hätte also sein können. Alle wissen, dass es anders kam und der größte Erfolg von Depeche Mode 1989 noch in der Zukunft lag.

Dong, Zosch, Dong.

Dann gab es noch MG, welches ein instrumentales Album ist. Kunstelekrisches Zeugs, was aber so für ein zwei Tracks okay ist und auch egal welche zwei Tracks.

Die Counterfeit e.p. ist übrigens meine zweite Kompaktscheibe 1989 gewesen und da Policy of Truth Ende 1990 mein erstes Depeche Mode Vinyl war, hatte ich Gore Tonträger vor Depeche Mode Tonträger. Sowas.

Die Tage die wir hatten

Day Wave ist vermutlich die letzte Bandentdeckung vom Hasemann gewesen. Laut Zeitzeugen hat er diese wunderschöne Musik zuletzt viel im Büro gehört. Je länger ich es höre je mehr erinnert es mich an The Drums, Phoenix, The Legend und Tokyo Police Club und ich mag dieses Album mehr und mehr.

I’m fading and I don’t want to be that Way

Es klingt sehr nach seiner Lieblingsmusik und nach den Tagen die wir hatten.

Blitz

3D Haussegen deluxe

Fünf Sterne Deluxe sind wieder am Mikrophon und wollen uns diesmal ordentlich flashen. (Ich hoffe das wird trotz Flash noch alles angezeigt …)

Hat das flashend geklappt?

Visuell haben die echt alles gegeben und sich diverse Mediengestaltereffekte ausgedacht. 3D-Pop-Up_Booklet, 3D-Anaglyph-Plattenlabel und Songtextdarstellung.

Flash

Auditiv bin ich noch nicht so geflasht. Zwar mag ich nach wie vor die Stimme von Das Bo aber die meisten Sachen haben eher was mit Hörspielen zu tun, als mit Rap. Einzig Inspektor Jabidde bleibt hier heftig in den Kinder- und Erwachsenenohren hängen. Und als alter Kraftwerker ist natürlich die Hommage Moin Bumm Tschack lustig und durchaus gelungen.

Am Ende bin ich aber eher vom mithörenden Auge begeistert als vom hörenden Ohr.

Doppelvinyl 33rpm ist ja der obere Durchschnitt heuer, auch alle vier Seiten sind bespielt. Eigentlich alles gut, aber es gab eben schon deutlich besseres Deluxezeugs.

Moin Bumm Tschack

Naja, ab ins Plattenregal, direkt neben Front 242 und Fury in the Slaughterhouse – da musste auch erstmal stehen …

Schlaf schön Biest

Ach ja, ein The National Album – Sleep Well Beast – weißes Doppelvinyl, sehr nettes Artwork und fantastische Musik. Ich will da dieses Jahr noch kurz was drüber schreiben, weil es eins der bedeutungsvollsten 2017er Alben ist, allerdings ohne den leisen Anflug mein Album des Jahres zu werden.

Der Hasemann und ich hatten uns aber eigentlich schon drauf gefreut, als wir uns im Zollpackhof das letzte Mal über Musik unterhalten hatten.

Sleep well Hasemann!

The Day I die ist einer der ohrwurmigsten und fröhlichsten The National Songs ever, aber keine Chance – er macht nicht fröhlich. Er lässt einen einfach traurig den Kopf schütteln, jedes mal, wenn man den Song hört. Einmal lege ich ihn mir heute aber noch auf …

Ach so und die Frage des Songs kann ich leider beantworten:
Du Berlin, ich Dänemark.

Bolonga Colombo

Zweimal Poprock am 2. Advent aus Österreich. Bisher haben es Wanda geschafft auf jedes Album einen durchaus erwähnenswerten Hittrack zu hauen. Auf dem Debutalbum Amore ist das der Song Bologna.

Tante Ceccarelli hat in Bologna Amore gemacht

Colombo ist der Track auf dem 2017er Album Niente. Gewöhnungsbedürftig ist der Schwarzenegger-Ösi-Slang im Gesang, der den Haussegen aus dem Haus treibt. (Kann ich auch Reinhard Fendrich hören)

Nur wir zwei wie im Traum und Colombo schau’n.

Ich könnte mir vorstellen Colombo im Gesamtkatalog des Track des Jahres sehr weit oben zu platzieren. Ist schon ein HappyTune, der es definitiv auch mit James Last aufnehmen könnte.

Wanda steht im Plattenregal neben VNV Nation und Westernhagen.

Griechenland

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt.

Live after being a Zombie …

Ich weiß gar nicht so recht, welches Überlabel ich an den Track And the she kissed her machen müsste. Der Song ist an so viele netten PC69 Momenten und anderen Partyabenden dabei gewesen und er ist zwar gar nicht tanzbar, aber ein so unglaublich wundervoller Song. Piasingsang durch mehrere Kilo Halleffekte gezogen und dahinter Soundwelten, als wenn es bei Boa keinen morgen mehr geben würde. Großartig. Wundervollst.

… and I feel Homesick.

Der Rest des Albums ist dagegen für mich stets eine Schattenwelt geblieben, obgleich es einen ordentlichen Batzen prima Songs auf Helios gibt.

Mir würde in Wirklichkeit die unbezahlbare 12″ Maxi von And the she kissed her reichen. Allerdings würde ich gar nicht wissen, ob das überhaupt schon der beste Boa Track ist, aber vermutlich jetzt gerade schon.

Lustige Fußnote: Die orchestralen Arrangements  dieses Album sind von keinem geringeren gemacht, als dem Mr. Mainstream Robbie William Maker – Guy Chambers. Lustige kleine Musikwelt.

Erfahrungslieder

You’re the best Thing about me!

Boa, U2 was ein super Album ist das denn? Erst entzückt es durch dunkelblau transparentes Vinyl und dann sind da ja massig viele Supersongs drauf. Hab jetzt unter den offiziell 13 Songs nix gehört, wo ich gelangweilt weggenadelt hab und auch die drei Bonustracks auf der D-Seite sind gut.

Nachdem das Musikjahr schon ziemlich gut war, ist das hier aber eine echte Überraschung. Das letzte Album war schon eher belanglos und daher lag meine Messlatte nicht so arg hoch. Aber schon die Single war besser, als die vom letzten Album und nun also auch die Albumtracks.

Bei der Verpackung haben sie sich auch Mühe gegeben. Gatefold okay, aber auch noch nen Booklet, zu dem Album und extra Plattentüten nebst den normalen 0815 schwarzen Standardverpackungen für Platten. Charmant.

hier:

Anton-Cover, Standard-Hülle, Schmuck-Hülle, Doppelfalz-Booklet

Seit ich es heute aus der frustfrei-Verpackung rausgeholt habe, höre ich es nun seit Stunden. Immer mal wieder eine andere Seite, jetzt gerade nochmal die Single: The best Thing about me. Echt super, 2017 Du warst wenigstens ein gutes Musikjahr, wenn Du schon sonst kaum was geschissen bekommen hast.

Songs of Experience hält was es verspricht, wenn man bedenkt, dass wir hier von einer Erfahrung von 14 Studioalben sprechen.

Träum weiter Anreger

Just Freelove

Der englische Begriff Exciter ist technisch verstanden eine Anreger, größerer technischer Maschinen, ein Schwungbringer oder auf den Menschen übertragen vielleicht ein Motivator. Genau, was das Exciter Album von Depeche Mode sein soll, aber nicht ist. Im Gegenteil, ich finde eher, dass dieses Album von allen aktuell vierzehn Studioalben das unmotivierenste ist und es daher vielleicht auch Breaker hätte genannt werden können.

Death becomes me – Heaven can you see what I see?

Es ist zwar gut untekühlte Synthiemucke, aber es hat nicht einmal in den drei ersten Singles (Dream On, Freelove, I feel loved) sowas wie eine entflammende Melodie. Erst der finale Track, der gleichzeitig die vierte Single ist, kann Herzen erwärmen. Ich habe das heute noch einmal durchgehört und kann leider meine Meinung nicht ändern. Man ist schon vor dem Refrain von Dream On leicht genervt und atmet erleichtert durch, wenn man bei Good Night Lover angekommen ist, wobei der vorletzte Track I am you auch ganz kuhl war – eventuell aber auch nur einen Vorfreudebonus.

Zwischendrin erreicht man bei Comatose – Kunstgetöse von Martin – erstmals Acheselzuck-Status.

Dabei ist das AlbumCover eines der hübschesten – habe ich sehr gerne an der Wand hängen.

Wild!

Kann man gar nicht ins Deutsche übersetzen so richtig den Albumnamen vom vierten Erasurealbum. Wild! Das heißt wohl sowohl auf deutsch als auch auf englisch so.

Es ist das beste Popalbum 1989 und der beste Beweis dafür, dass ein Superalbum auch ein Superalbum ist, wenn es drei Mautracks dabei hat.

La Gloria, 2.000 Miles und Star (das ist sogar eine Singleauskopplung?!) sind mitunter schlechtere Tracks, als die Single B-Seiten der Auskopplungen von Wild.

Trotzdem sind da noch die drei Hammersingles, Drama, You sourround me und Blue Savannah Song, die aus dem Album an kalten Novembertagen fast Sommer machen. Dazu noch eingerahmt von dem Pianosong Intro und Outro und dem vielleicht besten Non-Single-Erasure-Track: Crown of Thorns

You surround me!

Kleiner aber sehr feiner Bonus der Platte – auf dem Cover haben Andy und Vince damals nach dem Konzert in Frankfurt unterschrieben, leider während ich (auch sehr warm) mit Fieber im Bett lag.

Hunderteins

Let me see those Hands!

Gerade meine 103. Order bei Discogs gemacht, zlorfikTM, da hätte ich ja auch nen kleines bisschen besser aufpassen und den Kauf vom timing her in die letzte Oktoberwoche vorverlagern können. Was ich auch nicht gemacht habe – ich habe den Verkäufer nicht gefragt, ob die Platten nach Pachouli riechen, so wie früher die beiden Scheiben vom Nils.

Help me see things in a different light

Wie dem auch sei. Auf meiner ca . 100 minütigen Autofahrt letzte Woche habe ich das ganze Depeche Mode liveAlbum 101 komplett durchgehört und musste an Pacouli und die spätern 80er frühen 90er denken und an den Tag als wir auf dem Highway and er Abfahrt Passadena nicht zum Rosebowl abgefahren sind, um dort einmal laut zu rufen:

Good evening Passadena!

Das Album ist schon eine Livemeilenstein und einige der Liveversionen auch eine Idee besser, als die Studiostücke.

Tief in Hochschulen

In Wortwitzen war Morrissey schon immer grandios und den ein oder anderen Song von ihm mag man sehr weit oben in seinen Favoriten. Spannend was das 2017 Werk noch so zu bieten hat. Fazit vorab: Ich mag es.

Clear Vinyl

Brachial, OldRock, Synthies und MozzerStimme passt in vielen Liedern gut ins Ohr, allerdings ist es auch nicht auf dem Level von You are the Quarry. Was zu Morrissey parallel in der Zeitung zu lesen war ist allerdings eher strange, aber das ist jetzt nichts Neues aus 2017.

Das Hochzeitsalbum

Too much Information
Duran Duran

Wenn man über das Musikjahr 1993 berichtet, dann darf Duran Duran’s The Wedding Album nicht fehlen. Auch wenn nur maximal drei brauchbare Songs drauf sind, so sind Ordinary World, Too much Information und Come Undone schon mit die besten Duran Duran Tracks überhaupt und sind auch nicht die schlechtesten 93er Songs,

Leider ist 1993 eine Kompaktscheiben Hauptkaufzeit gewesen, so dass ich noch die beiden Maxis von Ordinary World und Come undone im anderen Regal stehen hab, die bemerkenswerte kleine Best of Minialben sind, da sie jeweils drei Hits aus den früheren Duran Duran Jahren beinhalten.

A View to a Kill um mal nur einen James Bond Hit zu nennen, den ich aber wiederum auch auf 7″ allerdings auf einem eher gammeligen Stück Vinyl haben.

Derzeit steht Duran Duran eingerahmt von The Drums und The Editors im Regal.

3D

Ich habe mir letzte Woche drei deutschsprachige 7″ Singles bestellt, weil ich das schon so sehr lange nicht mehr gemacht habe und weil ich das Gefühl hab, dass dieses Jahr auch noch nicht gemacht zu haben.

Ich möchte nie wieder Single sein.

Das erste Lied zu dem ich durch den Kindergarten getanzt bin und mich auch noch dran erinnere war: Roboter von Kraftwerk. Das ist es irgendwie schön, auch die Neuauflage Single zu zu haben. Die Kinderohren mögen es auch nachsummen …

Auch Bela B. hat eine ganz lustige Single herausgebracht Einer bleibt liegen. Ist zwar Contrymusik und der Rest von seinem 2017er Album ist so mau, dass nichtmal play bei spotify sich lohnt.

Und dann noch meine erste Fanta4 Single auch noch mit dem Namen Single. Der Song ist ganz ordentlich und hat auch ne spannende Geschichte über Singles mit Bezug auf alte Singleauskopplungen vs ganze Alben.

Noch dürfen die drei hier noch etwas rumliegen, aber dann kommen Sie bald in den 7″ Schukarton.

Ein zerbrochener Rahmen

Die 82er

Erstes Depeche Mode Album ohne Vince Clark und für meinen Geschmack das deutlich bessere Album als Speak and Spell. Schon hier erkennt man bei und zwischen den Tracks Leave in Silence und Sun & Rainfall, was für Supertracks Martin irgendwan mal schreiben wird.

Einen extra Beifall bekommen auch die Plattencover von Meaning of Love und See you, die noch so gar nicht nach Kunstfotografie like Anton Corbijn aussehen.  Auch der als Sensen-Ernte-Frau verkleidete Martin auf dem LP-Cover ist großartig.

A broken Frame habe ich die Oktober-Tage viel im Auto gehört und dann schließlich als letztes noch fehlendes LP-Vinyl beim Discogs-Dealer meines Vertrauens gekauft.

Das Plattenregal könnte nicht schön sein, ohne dich!

Papa papapapapa Popstar!

Lieder von den Ärzten waren im Sommer 1988 plötzlich voll kuhl, kuhler als die EAV. Songs wie Ohne Dich und Elke wurden ratzfatz zu Methoden um Mobbingopfer und dicke Mobbingopfer zu besingen. Damals hieß das aber noch nicht Mobbing, sondern hänseln.

Kuhragout aus Dosen

Aber da war auch schon Blumen und Bitte, Bitte die ersten beiden Popsongs der Ärzte, die statt Punk 80er Jahre Synthiepopperlensongs sind – wunderbar und nicht zum ärgern, sondern nur um sie wunderbar zu finden.

Außerdem ist auf diesem Album auch noch das Partyevergreen Westerland zu finden, das ebenfalls zeitloser RockPopPunk mit Sommerlaunetext ist.

Das ist Summe lässt für diese Album die Diskussion zu, ob es sich hierbei eventuell um das beste deutschsprachige Album der 80er oder überhaupt handeln könnte. Das würde ich gerne beizeiten mal mit Tocotronicsachen abgleichen. Aber heute nicht mehr heute grinse ich mir noch einen bei Schwanz ab und freue mich rückblickend über die alten Tage in der achten Klasse, mit den neu entdeckten Ärzten aus Berlin.

Erinnerungen … nicht öffnen!

Warum nicht, Goldschatz?

Genau sowas wie das – Gitarrenpop und Synthiepop und sich noch Coldplay für einen Track dazu holen, das hat beinahe das Zeug zu einem Track des Jahres, aber dafür gab es vermutlich zu viele Tracks dieses Jahr, die diese meine Ansprüche auch erfüllen. Aber es dürfte der Urlaubshit 2017 sein, denn da ließ sich das dänische Radio auch nicht lumpen, diesen Track drei-viermal am Tag zu spielen.

Erinnerungen an sowas wie einen Goldschatz :-)

Was ist mit dem Rest des Albums? Schon ähnlich, aber es fehlt dann am Ende die Stimme von Chris Martin, um es zu einem ebenso Hammeralbum werden zu lassen, wie Something just like this ein Hammertrack ist.

Memories – Do not open! von den Chainsmokers sortiert sich im Regal direkt neben das neue Casper Album und The Charlatans.

PS: Coldplay hat diesen Track nochmal in einem nicht so kuhlen Mix auf eine hübschfarbige Kaleidoscope EP gepresst., die hat immerhin eine kuhlere Farbe als diese pseudogold der LP.

Danke an Arne für das GifMakerTool – rockt, mehr als die EP :-)

Geteilt durch

In unserem doch eher musikalische eintönigen Urlaub geprägt durch dänisches Radio sind immer wieder Songs von Ed Sheeran aufgefallen, die ich eigentlich ganz nett fand. Also mehrere nicht nur Shape of you. Ich fand schon früh das Plattencover ganz spannend, hellblau mathematisches Zeichen und so und dann heißt es auch einfach ÷ (divided).

Auf dem Album sind 16 Songs drauf, aber ich hab die in Dänemark noch so tollen Tracks nicht wiedergefunden. Scheint an der Seeluft anders zu wirken. Jedenfall ist das Album reichlich belangloser Kram – ich weiß nicht, ob ich das Teil überhaupt in das Regal einsortieren soll, eventuell für den hübschen hellblauen Rücken, der sich dann zwischen The Shamen und Shock Therapy zeigt?

Hab mein Urlaubsrestgeld schon besser investiert.

Schade eigentlich, denn immerhin hat die Plattenfirma alles richtig gemacht:
Vier Plattenseiten, vier Tracks pro Seite und 45rpm.