Wir sehen uns in den Sternen

Ein neues Album von dem Popperlenkomponist The Lightning Seeds aka Ian Broudie ist da und fast hätte ich es verpasst, weil das blöde Release Radar nicht weiß, was ich in den 90ern abgefeiert habe. Zum Glück hat Slin gut aufgepasst – vielen Dank.

See you in the Stars ist Zuckerpop und es ist ein bisschen schade, dass die Platte nicht nach Wald schnuppert, so wie das Album Jollyfication nach Erdbeeren. Aber sie klingt sehr gut, also nicht nur wegen der Musik, sondern wegen der guten Presse.

1,2 sogar 3 tiefgreifende Geheimnisse

Tonight it’s you and me in total Unity

Seit etlichen Monaten – genau genommen schon das ganze Jahr – schwirren bereits neue Röyksopp Songs durch das weltweite Netz. Erst nur instrumental, dann einer mit Alison Goldfrapp als Sängerin. Nach einer Weile wurde bekannt, dass diese Tracks zu einem Album gehören werden, welches Profound Mysteries heißt. Wiederum ein paar Wochen später gab es dann dieses Album, aber man konnte es nur auf einer Kompaktescheibe oder Musikkassette (das war einigermaßen lustig, aber auch blöd ohne Kassettenspieler) erwerben. Vinyl sollte irgendwann später kommen …

from: vinyl@jpc.de

Dann kamen weitere Tracks in das Internet, die nicht auf dem Album Profound Mysteries enthalten waren und nach und nach entlüftete sich auch das nächste tiefgreifende Geheimnis: Es sollte auch ein Profound Mysteries II geben und auch ein Profound Mysteries III und eine alle drei Alben Megabox für 123 EUR – was ein Preis, für neues immerhin dreifach doppel Vinyl.

Heute am 18.11. ist die Vinylbox aus Georgsmarienhütte hierher gekommen.

18.11. am Veröffentlichungstag von Achtung Baby – große Dinge passieren immer Mitte Dezember …

Am Ende sind es 30 Lieder geworden, die laut den beiden Norwegern, jede ihrer kreativen Schaffensphasen über die letzten über zwanzig Jahre abbildet. Egal wann, die waren scheinbar immer schon mega geniale Synthiegötter.

Es gibt vier Lieder, welche die wunderbare Susanne Sundfør singt, wovon eins If you want me mein Track des Jahres wird – ganz bestimmt (wunderschön: die Kinderhände versuchen es auf dem neue Klavier von Familie B aus Bi nachzuspielen).

Allerdings gibt es ja überraschender Weise zwei Lieder bei denen Alison Goldfrapp ihr Debut bei Röyksopp gibt – die sind fantastisch, aber ob sie es in die Profound Mysteries Top 10 schaffen bin ich nicht sicher. Dorthin schafft es aber sicherlich die Songs

  • Unity von und mit Karen Harding PM2 und
  • Breathe PM1 und Just wanted to know PM3 von und mit Astrid S und
  • This Time, this Place PM1 von und mit Beki Mari und
  • Me&Youphoria PM3 von und mit Gunhild Ramsay Kovacs
  • und und und Denimclad Baboons ohne Vocalista – großartig
  • The Night PM3 von und mit Alison Goldfrapp ist auch super, allerdings besonders ab Minute 4:55 wo sie mit Singen fertig ist
Seite 12 – you feel it – believe it

Ein paar Songs von dem PM Teil 3 sind noch ganz neu und konnten in den vergangenen Woche noch nicht im Internet rauf und runter gehört werden, da wartet noch mehr Jamie Irrepressilble und Susanne Sundfør. Und

Could it be the right Time?
  • Stay awhile ist ein Duett von Susanne und Svein Berge himself – es treibt erneut ein paar Kanäle in die Tränen …

Die etwa 160 Minuten Klänge, Geräusche, Stimmen, Stimmungen, Beats alle verteilt auf so viel Liedgut, es ist Stand jetzt das beste, was ich seit langer langer langer Zeit um die Ohren und in den Händen hatte. Das Konzept Röyksopp macht fantastische elektrisch Musik und Gastsänger und -spieler helfen mit analogen Instrumenten und Stimme ist großartig, aber insbesondere Stay awhile zeigt, dass am Ende auch Svein selber auch ordentlich singen könnte und kann.

Dickes Doppel und dreifach Doppeldanke nach Norwegen – ihr macht den November 2022 so hell, als wäre wochenlang Midsommer!

Ey und ich habe sehr wohl gemerkt, dass Feel it PM3 eigentlich das selbe Lied ist wie Unity PM2 nur mit dem PetShopBoys-Heart aka Wetten dass…? -Sound und einer andern Performerin. Aber auch stark performt!

Wo ich kaum etwas anfangen kann sind die 3D Kontrukte, die es zu jedem einzelnen Track gibt. Als Bilder und auch als animierte Videos mit Rundumflug und Tiefenzoom. Das ist eine andere Kunst, die eben nicht klingt sondern sieht – ich sehe es nicht, ich höre lieber weiter – vielleicht nochmal Seite 9 …

Ein Anblick, den man gerne sieht

Durch Krankheit gab es ein bisschen Langeweile die Tage. Ein Album auflegen, dass ich seit zwanzig Jahren nicht mehr gehört habe, war soeben meine Task …

Seine Schuhe steh’n in Reih‘ und Glied

Es ist ein fantastisches Album und mit Songs wie Was soll das? und Vollmond zwei Gassenhauer und mit Halt mich und Bist du taub? zwei Balladen, die einen auch ordentlich im Herzen erreichen. Die kAbelle könnte sich mal das neue Klavier, das Cello und das Saxophon schnappen und ein bisschen „halten bis wir schlafen können“.

Und dann ist da noch das fantastische und minimalistische Cover aus Typographie und Comic.

Ein Ö mit Augen und Frisur! Mehrere Kreativsternchen im Nachgang von mir für den Künstler und Maler Josef Bowle. Ich habe selten Typographie so wundervoll angewandt gesehen.

Tageslichtleuchtfarbende Bibel

Mit dem Album Neon Bible und dem Song Intervention ist die Band Arcarde Fire mitten im iTunes Zeitalter in mein Ohr eingezogen, sodass ich lange gar keinen Tonträger von der Band hatte.

Das hat sich zunächst mit den 2022er Album We geändert. Kurze Zeit später habe ich das eigentliche Werk auf Platte bestellt. Lieferschwierigkeiten später ist das dreiseitige Vinyl bei mir eingetroffen. Aber auch die neue Pressung ist ein Meisterwerk.

Elektronikkörpermusik

Mit einer kleinen Verspätung ist das neue Editors Album EBM eingetroffen. Dreimal drei Tracks auf einem Anderthalberalbum in sonnenorangenem Vinyl. Auf der unbesungenen D-Seite, ist der MC Escheresque EBM Würfel eingeritzt …

Lit by mobile Phone-Light

In den Streamingdiensten gab es drei Tracks vorab zu hören, Heart Attack, Karma Climb und Kiss. Letzterer hat mich einigermaßen geflascht, so hat er neben einer wunderbaren Melody einen irgendwie wohlbekannten Gitarreneffekt, ich komme aber nicht drauf woher ich ihn kenne, orte ihn aber irgendwo bei Depeche Mode’s Ultra. Aber was dort flasht ist ein synthiebassgewubber, welches zeitweise sogar ganz alleine rumwabbern darf.

Der Rest des Albums ist auch ganz gut, aber ich sehe die Editors nicht auf dem Niveau von 2018 oder 2015. Obwohl, wenn ich den Song Silence nochmal unter dem Kopfhörer höre, es ist schon super anzuhören.

Aber hey, es ist kein EBM, es ist eher Editors und Blanck Mass – und das ist auch völlig ausreichend.

EBM

Aufgabe zu den anstehenden Herbstferien für die Kinderhand: Cover mit Lego nachbauen – check.

Kompliziert

Im diesjährigen Dänemark Urlaub wollte ich musikalisch was typisch dänisches hinzufügen und hab das Trentemölleralbum Fixion mit einem modernen Internetdienst laufen lassen und bin dann über den perfekte 80er düsterSong Complicated gestolpert.

Gesanglich unterstützt von Jehnny Beth und an der Bass Gitarre von Lisbet Fritze kommt dieser Song wie ein Faithsong von The Cure rüber, der aber von Siouxsie and the Banshees performt wurde.

Der Rest des Albums sind – wie schon bei Observer – eher B-Seiten, die man sich aber gut anhören kann.

Basiert auf einer wahren Geschichte

Vor ein paar Wochen kam für mich sehr überraschend ein neues Erasure Album in die Schallplattenläden: Day-Glo, based on a true Story. Überraschend obwohl ich immer noch den Erasure-Information-Service Newsletter bekomme und das schon bestimmt über 25 Jahre, denn es war mein erster Kontakt mit Newslettern überhaupt.

Das neon-grün begeistert mich als Farbe absolut, aber das musikalische Kunstwerk ist eher eins der nicht so spektakulären Gesang- und Sound-Experimente. Wenig Gesang aber viel Klang, den man irgendwie so oder ähnlich schon mal gehört hat, einen aber sehr wenig weder an ältere noch an neuere Erasurewerke erinnert.

Hab es ein paar mal angehört, funktioniert nicht besser je öfter man es macht.

Leidenschaft, odr?

Ich besitze gar keinen Lacrimosa Tonträger außer dem Smashhit.ch Alles Lüge aus den frühen 90ern, der sich aber im Kompaktscheibenlager befindet.

Irgendwie also aller höchste Zeit, hier einmal – 30 Jahre danach – etwas Schweizer Düsterkultur auszuprobieren und das neue Album Leidenschaft – in rotschwarzem mamorierten Vinyl gegossen – einzukaufen und anzuhören.

Was soll ich sagen, ganz kuhl! Brachialer als erwartet und durchaus mit sehr hörenswerten Passagen, allerdings auch ohne auf vier Seite über einen Hit zu stolpern.

Frankie geht nach Liverpool

Running scared and staying sane
Gemini Macke und Vogelschutzdecke

Nach dem ganzen ersten Hype um Relax und Power of Love hatte ich im Herbst 1986 bewusst mitbekommen, wie die ersten Songs des Frankie Goes To Hollywood Albums Liverpool ins Radio kamen und war ein bisschen angesteckt von dieser Erwartung des nächsten großen Wurfs.

In der NDR Musiksendung Maxis Maximal wurde eine bombast 12″Maxi von Warriors of the Wasteland so abgefeiert, dass ich heute noch ein bisschen Respekt habe, das Lied überhaupt „nur“ in der LP Version zu hören.

Aber ich habe nur aber genau deswegen dieses Vinyl, gekauft beim Ausverkauf von Gemini-Bielefeld – zu sehen an der Sägemacke im Cover.

Wie man nicht ertrinkt (vor lauter) Gewalt am Bildschirm

I’m writing a Chapter on what to do after you grew to hate what you used to love

Screen Violence ist das 2021er Album von Cvrches, welches komplett an mir vorbeigegangen ist, denn mit dem letzten Plattenerwerb von Cvrches bin ich nicht so recht warm geworden. Jetzt ist die Platte schon ein Jahr alt und ich schwer in den ein oder anderen Song verknallt. Insbesondere hat mich der Track How not to drown mit seiner kompletten Kraft erwischt.

Interessant Robert :-)

Die generelle Power, die von der Band ausgeht, ist in diesem Song perfekt und obendrein noch von meinem Lieblingsrobert mitgeschrieben, mitbesungen und mitbassgittart.

Es ist der beste featured Robert Smith Song, seit weiß ich gar nicht – noch um ein paar Ecken besser als sein Gorillaz Mondmanngesang.

Aber auch der Rest des Albums gefällt sehr gut. Es ist Musik die einen positiv antreibt, selbst in der Strophe in der Robert erklärt, wie man nicht ertrinkt und wie man hasst, was man eigentlich lieben sollte und so Sachen.

Lass mich niemals gehen

Weil mir die Platte im Frühjahr zu teuer war und ich auch bei den Teaser Songs nicht so aufmerksam war, habe ich Never let me go von Placebo erstmal nicht gekauft. Zum Sommerbeginn habe ich dann aber beides nachgeholt und bin zudem auch von dem Plattencover angetan.

Am Ende aber zählt dann schon auch noch die Musik und die ist tatsächlich richtig gut. Es ist ein Hammer-Opener-Song namens Forever Chemicals der sehr sound-verspielt und ansonsten mit gutem Gemisch aus Gesang und Instrument daher kommt. Auf den anderen drei Plattenseiten bleibt das Niveau der Lieder auch konstant hoch, sodass man große Lust hat egal welche Seite einfach noch einmal zu hören.

Placebo hat seine Schaffenspause tatsächlich gut getan, ist ein bisschen das Comeback des Jahres bisher.

Wir

Rabbit Hole, oh oh!

Mein erstes Album von Arcade Fire steht schon etwas länger im Fokus und nach einer Songempfehlung von Katha (und zwar The Lightning II), habe ich mir das weiße Vinyl recht frisch veröffentlicht schicken lassen. Rockt – ich feiere zudem noch den Track Age of Anxiety II (Rabbit Hole) ob seiner Blubberpoppigkeit ab.

We wird am Ende des Jahres definitiv eins der besten Alben werden, da hier echt jeder Song ein bisschen zündet und es eigentlich keine Länge und Schwächen gibt.

Ist auch direkt ein älteres Arcade Fire Album bestellt worden, zu dem es in Kürze einige Bibelzitate gibt.

Vertrauen

In the Caves, all Cats are grey

Faith ist ein frühes Album von The Cure und sowohl das ganze Artwork Grau in Grau als auch die düstergrauen Soundfelder gefallen mir super. Es ist kein so richtiger Hit auf dem Album, der es auf die alten 80er Partys geschafft hat, aber All Cats are grey ist schon ein heimlicher Düster-Superhit.

Come to me scared Princess!

Es war so, dass ich mehrere unterschiedliche Lieder des Albums über ein paar Tage verteilt zufällig im Auto hörte und dann beschloss, bei JPC die Wiederauflage zu kaufen, welche dann allerdings Monate brauchte, bis sie jetzt vor ein paar Wochen endlich einmal hier am Regal angekommen ist.

Das auf dem Originalalbum die Herbst81-Single Charlotte Sometimes fehlt ist sehr schade, denn das ist der andere heimliche The Cure – Superhit aus dem Jahr 1981.

Vergiftet

Pink Turns Blue ist mir auf einem alten 80er oder 90er Digitaltonträger schon einmal über den Weg gelaufen, aber dabei musikalisch nicht so positiv aufgefallen, wie das 2021er Album Tainted. Das hier ist moderat düstere Gitarrenmusik, die mit jedem Lied zu gefallen weiß.

Weil es so gut (gestreamt) im diesjährigen Dänemarkurlaub daherkam, hab ich es als weißes Vinyl direkt beim Vertrieb von Pink Turns Blue bestellt und hier zu Hause hat es schon artig gewartet.

Auf dem Cover ist ein weinendes weißes Einhorn, da musste ich ja ein bisschen an Daniel’s weißen Wal denken.

Verlernend

You’re so cool – you’re so wow!

Walt Disco ist glamouröser RockPop, also im Prinzip wie Queen. Aufmerksam wurde ich einmal mehr über einen Song, der es in meine Wochenmixliste bei Spotify geschafft hat: How Cool Are You? und der Song ist wirklich so kuhl.

Ich mag das erste Logo der Band, also den Schriftzug vom Bandnamen, das macht das dunkelblau transparente Vinyl ein kleines bisschen hübscher als Music for the Masses.

Das Cover der Platte ist auch pompös, und ich hatte so das Gefühl, das könnte sich gut an der Wand machen.

Komm schon, du weißt es

Das letzt Liam Gallagher Album war schon halb gar, dieses hier hat jetzt fast nur eine schöne Plattenfarbe. C’mon you know überzeugt mich tatsächlich mit keinem Lied so richtig. Für mich ist es das bislang am wenigsten gelungene Album des Jahres.

Es steht jetzt erstmal bis zum Jahresende in der Jahreskiste vor dem Regal und dann schauen wir mal, ob es auf das Dach zieht oder neben die schöne Weihnachtssingle von vor anderthalb Jahren.

Eine Nacht an der Oper

Queen Alben finde ich meist zu mindestens der Hälfte anstrengend, das gilt ganz bestimmt auch für A Night at the Opera. Allerdings sind hier auch mit Love of my Life und Bohemian Rhapsody gleich zwei der besten Queen Songs enthalten – wenn ich die besten zehn Queen Songs auf ein Album sortieren sollte, wären die beiden jedenfalls dabei.

Was ich bis eben gar nicht wusste, Love of my Life ist aus dem Jahr 1975 – wegen ständiger Duplexität von Ereignissen hätte ich da ja auch so drauf kommen können.

Voran, nicht das Vierte

Alles von The Verve wird vermutlich immer im Schatten ihres Gigantalbums stehen, aber ich bin die letzten Jahre immer mal wieder an Songs vom Album Forth hängen geblieben.

Und findige Orthographen gut aufgepasst, es ist zwar das vierte Album, aber es heißt Forth und nicht Fourth. Da bin ich beim lustige Überschriften Ausdenken gerade fast final drauf reingefallen.

Das 2008er Album ist lange nach Urban Hymnes und nach etlichen Soloalben von Richard Ashcroft entstanden, aber die Pause hat sich gelohnt, wie ich beim Hören finde.

Haus

Kamen einem die vier Jahre vor dem letzten Shout Out Louds Album wie eine Ewigkeit vor, so bin ich jetzt gerade erstaunt, dass House tatsächlich (kaufmännisch gerundet) sogar fünf Jahre auf sich warten gelassen hat.

Aber es hat sich gelohnt, das Album ist zwar kurz und knapp, aber dafür sehr frisch. Klar, es hört sich wieder ein bisschen an wie ein The Cure Album, aber so ist das eben mit fröhlich, alberner bassgitarrenlastiger Musik. Gesang und Melodie ist jedenfalls bei den meisten der Tracks wunderbar anzuhören – und was definitiv eher Boa als Cure ist, ist die Gesangstimme von Bebban, die in einigen Liedern (zB High as a Kite, Mixed Up) dem Lied den finalen zuckersüßen Popklang verleiht – auch wenn man bei den Titeln direkt wieder The Cure im Kopf hat.

Fazit ist aber, ich sollte hier mal ausschließlich die Schweden abfeiern, die jetzt das sechste wunderschöne Album seit 2003 abgeliefert haben – Shout out Louds ist nicht zuletzt fantastische Musik der Gegenwart … wann kommt ihr wieder nach Münster?

Nicht eingeschränkte Liebe

Die alten Junkrocker aus Amerika haben vor ein paar Wochen ein neues Album veröffentlicht. Unlimited Love heißt das Doppelvinyl von den Red Hot Chili Peppers. Ich finde, dass man sich alle vier Plattenseiten ganz gut anhören kann, allerdings wartet man auf den Hit, während man sich stattdessen mit Radiomusik für über Vierzigjährige besudelt.

Leider kann ich gar nicht viel mehr dazu sagen, weil es gar nicht viel mehr zu hören gibt, aber es lohnt sich, die Platte nicht ungehört ins Plattenregal zu packen.

Plastikzeitalter

Rewritten by Machine and new Technology

Musik an der Trevor Horn seine Ohren und Finger hatte feiere ich ja bestimmt seit weit über 30 Jahren ab, aber spätestens seit 1988 also seit der 12″. von Pet Shop BoysLeft to my own Devices. Das hier ist aber zehn Jahre älter und Herr Horn ist nicht nur Produzent, sondern The Buggles ist seine Band. Das Album The Age of Plastic ist auch ganz gut gelungen, wenngleich natürlich Video killed the Radiostar der Überhitsong des Albums ist.

Als Fletch einmal ein Banane beim Konzert gegessen hat

Wir haben schon in den 90ern gelästert, was wohl der Job von Andrew Fletcher bei Depeche Mode gewesen sein mag.

Jetzt ist er mit 60 Jahren deutlich zu früh verstorben und das obwohl er sich im Verlauf von Konzerten auch mal dem Highlight hinreißen ließ eine gesunde Banane zu essen.

Klätsch haben wir ihn genannt, weil er ab und wann im Takt zu den Elektrobeat klatschte und nun wir es das so nicht mehr geben. Zudem stellt sich jetzt auch die Frage, wo nur noch zwei Depeche Modes über sind, ob es diese Band nun überhaupt noch geben wird.

In meinem Traum kommt ja Alan Wilder als neues altes Bindemitglied zurück und dafür verschwindet zudem der Drummer auf den Livekonzerten – das wäre zumindest für eine allerletzte Abschiedstour irgendwie schön …

Glück ist nicht beinhaltet

Die größte Überraschung des neuen Soft Cell Albums Happiness not included ist, dass der Song Purple Zone – anders als in der SingleVersion – nicht mit den Pet Shop Boys zusammen vorgetragen wird. Zu meinem Erstaunen macht das die Album Version besser, allerdings haben die Boys sich auch schon mal mehr Mühe gegeben, wenn sie anderer Leute Lieder geremixt haben.

Der Rest des Albums klingt wunderbar darkwavig, so wie man sich ein Soft Cell Album wünscht. Es ist natürlich 42 Jahre entfernt davon, so zu klingen wie Non Stop Erotic Cabaret, aber es sind ja auch 42 Jahre.

Art Design und gelbes Vinyl sind sehr nett geworden, ich denke das Album wird sich die nächste Zeit noch ab und wann in die Runde drehen.

Zeit

Banderole

Es gab im Vorfeld zwei Lieder, die als Vorabsingle Lust auf das neue Album Zeit machen sollten. Aber weder die Balade Zeit noch das Haurucklied ZickZack konnten einen frühen Nerv über mein Ohr treffen.

So lag, nachdem auch andere Ohren nichts Gutes hören konnten, die Messlatte nicht sonderlich hoch. Jetzt ist das Doppelvinyl mit schon mal perfekten 45RPM da. Es hat drei Songs auf den Seiten A-C und zwei auf der D-Seite. Ohne Erwartungen ist das Album gar nicht schlecht, aber es ist auch kaum ein bemerkenswerter Beitrag dabei. Liedtexte über Bitten nach großen Busen (reimt sich anders) sind hier höchstens bemerkenswert platt.

Dass die Länge der Lieder grafisch mit roten Linien auf dem Plattenlabel angezeigt werden, ist sehr schick gelungen.

Post Arolsen Post

You took me by surprise just like a Rainbow in the Night

Mein musikalisches Highlight des diesjährigen Arolsens hat mir DJ Franky beschert in dem er Den Harrow’s Don’t break my Heart auf den Plattenteller gelegt hat.

Arolsen DJ-Desk 2022

Tage zuvor war mir diese 80er Popperle schon auf Radio8080s postiv aufgefallen und ins Gedächnis zurückgespielt worden.

Schon direkt am Montag danach fand ich in der Internetplattenbörse meines Vertrauens einen Verkäufer der 12″ und 7″ Platte ohne zusätzliche Versandkosten anbot und den Platten eine sehr gute Qualität bescheinigte – was stimmt, die 12″ war sogar eingeschweißt, sozusagen gefange seit 35 Jahren.

Es ist schon erstaunlich, was es alles für Songs gibt, die einfach mal seit der Schlagerralley in den späten 80ern einfach so verschwunden waren. Jetzt musste es das neue aber nur ansatzweise gute Röyksopp und Rammstein Material vertreten.