Verlust des Lebens

Neues MGMT Album Loss of Life ist – obwohl das Jahr jetzt schon zwei Monde alt ist – meine allererste Platte und somit auch mein erstes 2024er Album. Es war ein bisschen der Plan, dieses Jahr nur eine Platte pro Monat zu kaufen, um mal nicht schon wieder das Regal umbauen zu müssen.

Nun zu Loss of Life, es ist hübsch grau und passig zum Plattenlabel, aber mir fehlen ein bisschen die Knaller auf dem Album, da war beim letzten Album vor sechs Jahren mehr Lametta. Ich hab es jetzt zum dritten Mal komplett beide Seiten angehört, morgens, mittags, abends – es holt mich nicht ab. Ist zwar erst die erste 24er Platte, aber das wird nicht mein Album des Jahres.

Das Duett mit Christine ist leider auch nur ein netter Song.

Endlich

Auf jeden Fall bin ich fast gar nicht in dich verliebt

Endlich Urlaub ist das erste SoloAlbum vom Farin Urlaub. Böse Zungen behaupten, es ist ein Ärzte Album ohne die doofen Bela Songs, naja es ist einfach ein sehr gutes Farin Album.

Die meisten Lieder funktionieren wie eine Singleauskopplung, ohne dass es welche waren. Sowas macht ja schon aus einem Album ein gutes Album finde ich. Ein kleines bisschen heraus sticht Sumisu was der japanische Name für Schmidt oder Smith ist und darin geht es auch darum, dass junge Leute viel The Smith Songs hörten.

Farin hat um des Wiedererkennungswerts einen schönen Gitarrenteil eingespielt, der den Gitarren im Smith-Song What Differnce does it make? schon sehr ähnelt.

Viele Lieder haben wunderbare Farin-Musikintelligenz und ebenso fantastische Texte.

Ich glaube, ich könnte das Album sehr sehr oft hören, ohne dass es mir zu den Ohren rauskommt.

Zwischenetage

Give me Evenings and Weekends, Evenings and Weekends

Mezzanine ist als ein wirkliches Top-Album aus meinem Plattenregal nicht wegzudenken, aber ich habe es zuletzt gehört, als ich vor zehn Jahren über das Massive Attack Doppelalbum aus den späten 90ern schrob.

Damals dachte ich, dass Mezzanine ein nicht übersetzbarer Name einer synthetischen Droge ist, aber scheinbar bezeichnet man so in Räumen gelegene Zwischenetagen, die nicht wie eine eindeutig neue Etage gewertet werden können. Ich hätte sowas immer ein Plateau oder eine Galerie genannt, aber jetzt sage ich in Zukunft natürlich:

Oh, was für eine wunderschöne Mezzanine!“

Das das Album bei mit in eine Zwischenetage runtergegangen ist, obwohl es eigentlich eine Zwischenetage höher gehört, liegt an dem Überalbum 100th Window, welches ich immer höre, wenn ich Bock auf Massive Attack hab, obwohl ich auch mal wie heute zu Mezzanine greifen könnte.

Angel (A), Teardrop (BA), Dissolved Girl (B), Man next Door (C), Excange Horace singt zu dem Song auf der B-Seite (D) sind die fünf Lieder für die alleine sich die jeweilige Seite (A-D) aufzulegen lohnt, der Rest ist ebenfalls unbedingt hörenswert.

Moving up slowly

Vor zehn Jahren und früher war ich blind für die Kleinigkeiten, denn es steht sehr wohl sehr klein und sehr kontrastarm auf den jeweiligen Labels auf welcher Vinylseite wir uns gerade befinden. Lesebrille half hier etwas. Typographen und Freunde von Barrierefreiheitskriterien sind trotzdem nach wie vor entsetzt.

Spanner

Keep haunting me, taunting me

Mike Patton, Stimme und Mastermind von Faith No More, hat 2006 das Soloalbum Peeping Tom produziert und Lieder mit diversen Gastmusikern aufgenommen. 2023 gab es das Werk neu auf goldgelbem schweren Vinyl.

They never get through to me

Ohne ein Lied zu kennen reizte die Vorstellung, das Patton mit Massiv Attack etwas zusammen gemacht hat. Zudem hat sich die Rezension bei jpc super gelesen.

Resultat ist ein Album, welches ich nach zweimal hören auf Augenhöhe mit Angeldust sehe. In der Spitze fehlt zwar Midlife Crises aber in der Breite gibt es keinen Krach.

Sehr kuhl auch, dass man bei dem Cover peepen kann – wenn auch nicht ganz so spektakulär, wie damals bei der Kompaktscheibenverpackung von Songs of and Devotion.

Ob Absicht oder Witz – Kill the DJ feat. Massive Attack ist nicht das letzte Lied auf der A Seite, wie es auf der Rückseite geschrieben steht, sondern das erste auf der B Seite. Ist vielleicht für einen DJ wichtig, wenn er nicht gekillt. werden möchte.

Das Pazifikalter

I never know, I never know, I never know
OMD ’86

Eine meiner ersten Musikrecherche gehen auf den Hit Forever live and die von diesem OMD Album zurück. Während ich im Europe Final Countdown Fieber war, hatte es meinem Vater ein Song angetan, den er mir zwar grob vorsummen konnte, der mir aber nichts sagte und den ich dann erst am nächsten Samstag in der Schlagerralley mit Wolfgang Roth fand und mit ihm verifizieren konnte. Spätsommer 1986.

Im November kaufte ich erstmals ein Geburtstags-oder Weihnachtsgeschenk im Marktkauf Oldentrup – das war die 12″ von diesem Song, die steht aber artig im Elternhausplattenregal.

We need you every Day

The Pazific Age ist mit Ausnahem der Radioliedern We love you und Forever live and die leider eine OMDesque Kunstsammlung, die einen wenig aus dem Musikpausesessel holt, aber das Plattencover mag ich schon sehr und Forever live and die auch.

Konversation

Come on

Das Kruder & Dorfmeister Album Conversation ist seit über zehn Jahren die von Ben angemachte Musik, wenn im Palasthotel neue Webseite ihre Eröffnung mit uns feiern (treffender Name dafür LaunchMusik). Allerdings bis gestern immer über schäbbige digtale Dateien.

Dank Jens von Discogs hat das nun ein Ende. Die 1996er Variante war vormals immer vergriffen oder übergriffig teuer, jetzt gibt es eine 2023er Neuauflage für moderate Kosten.

Doppelvinyl mit den seit Jahren so vertrauten Klängen jetzt in surreale Vinylatmosphäre, war ein besonderer Feierabend gewesen heute. Die Platte muss ich dann mal mit ins Büro schleppen zu den nächsten Launchfestivitäten.

Mit 200km/h auf der falschen Spur

This is not enough

t.A.T.u. sind die ersten russischen Künstler im Plattenregal, die mir damals auffielen, weil es spannend klang, was Trevor Horn ausprobierte. Der Song All the Things you said ging zudem sehr ordentlich ins Ohr.

Damals reichte es bei mir nicht für Platten oder Kompaktscheiben, aber jetzt gab es die Schallplatte als 20th-anniversary für unter 20 EUR in blutgesprenkeltem transparentem Vinyl – das ist als Kunstwerk schon akzeptAbel.

Was ich vergessen hatte ist, dass es ja auch dieses schräge Smith-Cover von How soon is now auf diesem Album gab. Naja, vermutlich die günstigste Platte des Jahres, aber nicht die beste …

Hubert Kemmler

Andrerseits, ich fang‘ schon an nach den Sternen zu schau’n

Mit einem Nachthemd unter Sternenhimmel in der ZDF Hitparade ist er mir das erste mal aufgefallen, damals in seiner Band Hubert Kah. Aber ich kannte auch schon andere Lieder aus der WDR Schlager Rallye. Der Zauber ist nie wirklich verflogen und unbewusst an mehreren Stellen immer wieder aufgepoppt, zB als er mit Sandra Maria Magdalena und In the Heat of the Night sang.

in Arolsen gab es dann irgendwann noch Wenn der Mond die Sonne berührt dazu und neulich lernte ich, dass auch Imker und Hamilton mit Hubert Dancin into Danger gemacht haben. Immer PopRockGitarre und Synthiegeblubber, also eine Rezeptur für meine Lieblingslieder.

Ob ich das alles auch wüsste, wenn Hubert Kemmler nicht bei Promi Big Brother gewesen wäre, was mich allerdings schockiert hat, ist ungewiss.

2023

Ziemlich gutes Depeche Mode Album, ziemlich nebenbei veröffentlichtes Philipp Boa Album und ziemlich überraschendes versetztes Doppel The National Album.

Die drei Werke sind meine Favoriten aus diesem Jahr.

Die größte Überraschung ist hierbei das BonusAlbum, welches einfach so beim 30sten Geburtstag von Boaphenia dabei war und vermutlich die besseren Tracks beinhaltet … Depeche Mode hat hohe Erwartungen erfüllt und The National einen großen Wunsch zum letzten Album erfüllt und die Musik genießbarer viel genießbarer gemacht. Der Lachabspann noch dazu macht diese Doppelpackung ein bisschen mehr zu meinem Jahresliebling als die anderen beiden.

Sechs Seite The National
Drei Seiten Depeche Mode
Zwei Seiten Boa
Padam

You in my New Order T-Shirt von The National oder Silent Running von den Gorillaz sind die Tracks die am meisten gefesselt haben. Oft und gerne gehört auch die Depeche Mode vorab Sinlge Ghost again und den letzten Track der Platte Memento Mori Speak to me. Für ein paar ordentliche Tanzschritte hat auch Kylie Minogue ihr Padam Padam beigetragen – was eine kuhle Nummer. Kann mich kaum entscheiden.

Liebeslieder von Peter Fox und Bonn Park Tracks von Dagobert entzücken auf ihre Art und Weise auch noch hier und da – Toskana Fanboy for Life mit Peter und Adriano Celentano zum Beispiel sehr.

Es ist auch ansonsten noch einiges an Neuheiten dazu gekommen, aber kaum mehr altes Zeug, scheinbar habe ich in den letzen Jahre die Lücken, die die Kompaktscheiben im Plattenregal schufen, aufgefüllt.

Ich habe überhaupt keine einzige Platte bei den Amaizonen gekauft, sondern beinahe alles in Georgsmarienhütte oder direkt im Dagobert Internetladen. Insgesamt sind es nur drei Viertel des Vorjahresbestellwerte gewesen und das, wo U2 und Peter Gabriel sündhaft teuer waren.

2023er, die neuen Alben, die neue 7″ Single

Single des Jahrs oder Song des Jahre?

Ghosts again ist sticht heraus auf dem Depeche Mode Album und ist irgendwie auch sehr nah an einem Song des Jahres. Allerdings mag ich auch die unfassbare Liebligkeit von Bay Rum aus dem Boa Porzellan Bonus Album und nicht zuletzt natürlich You in my New Order T-Shirt von The National.

Ich kann mich zwischen den drei Knallern nicht entscheiden.

  • Bester deutscher Künstler: Phillip Boa
  • Bester englischer Künstler: Depeche Mode
  • Bester amerikanischer Künstler: The National

Ghosts again
Depeche Mode

Am Ende kann es nur einen geben und wenn ich in den letzten Jahren auch oft enttäuscht war, dass Depeche Mode nicht an die großen Werke der 90er anknüpfen konnte, so freue ich mich dieses Jahr, dass Memento Mori und Ghosts again so überraschend gute Depeche Lieder mitgebracht haben. Es stand eigentlich schon in Düsseldorf nach dem Konzert fest, aber gerade auch noch einmal unter Kopfhörern final beschlossen.

Heaven’s dreaming thoughtless Thoughts my Friends

Eingabe / Ausgabe – hell- und dunkelmixig

Like the darkest Superhero … born so bright.

Das ganze Jahr über gab es im Internet jeden Monat ein neues bright oder dark oder beides Lied von Peter Gabriel. Zwischendurch hab ich mich tatsächlich sogar immer ein bisschen angezaubert gefühlt, denn auch diesen Peter mag ich.

Mitte des Jahres kam dann heraus, dass es zum Jahresende ein Album namens IO geben wird, input/output oder an/aus oder bright/dark oder 1/0 – ein Konzept, welches ich sehr gut aus dem Palast10tel kenne und mag. Hier kommt auch der Sponsor des sauteueren Albums ins Spiel: Es gab vor Jahren ein gutes Konzept, Leute aus dem Palasthotel anerkenndende Gutschriftenkredite neben dem Lohn stuerfrei zu gewähren, bis eine Sozialgesetzeslage das wieder untersagt hat. Jedenfalls hatte ich noch ein Guthaben, um mir genau diese beiden Platten im Mediamarkt zu kaufen und genau das ist am ersten Advents Wochenende passiert.

I wanted to connect Music and Art

Booklets

Aufgemacht sind die beiden Alben sehr hübsch – magenta für bright und brightblue für dark kommen die Zwillinge daher. Gibt immer fein drei Lieder auf einer Seite, also insgesamt 24 auf den acht gut klingenden Seiten. Im 24×12″ Booklet gibt es für jedes Lied eine Doppelseite, Mitwirkende, Songtext, Kunstbild wunderbar gestaltet.

Additional Synth: Brian Eno

Und wie finde ich dieses Dark und Bright

Sein Album in einer freundlicheren und einer düsteren Version zu veröffentlichen finde ich ja ein super Idee, allerdings für beide Varianten so sündhaft viel bezahlen zu müssen nicht, es sind am Ende ja nicht zwei superheftig unterschiedliche Alben (so wie hell und dunkel von den Ärzten). Vielleicht hätte ich mir nur die Dark-Version kaufen sollen, aber ich kann nicht sagen, ob ich die etwas bassigere und etwas anders gesungene Variante tatsächlich besser finde. Four kinds of Horses finde ich auch in der BrightVariante schon schön dark, aber der Darkest Star Engelchor gibt auch dieser Dark-Variante nen Superkick.

Am Anfang des Jahre(hundert)s hätte ich aber vor allem nicht gedacht, dass ich am Ende des Jahre ein Peter Gabriel Album so abfeier.

Bright / Dark Package

Trevor Horn

So the Story goes: Owner of a lonely Heart

Von ABC bis heute bin ich immer und immer wieder entzückt von Dingen, die Musiker mit Trevor Horn gemacht haben. Die Tage kam ein Album heraus, dass von ihm ist.
Trevor Horn – Echoes / Ancient & Modern

Hier feiere ich seine Sammelung von Liedern, die zuvor zum größten Teil nicht mit ihm in Verbindung standen, ein paar aber auch schon: Relax und Owner of a lonely Heart zum Beisipiel, aber Seal und Marc Almond von Trevor Horn produziert, als iTüpfelchen auf kuhlen Instrumentensound ist groß und großartig.

Im dazugehörigen Booklet erfährt man zu jedem Song und jedem Gastmusiker ein paar erklärende Wort, die zum Beispiel beschreiben, warum Iggy Pop für Personal Jesus ins Boot kam und dass sich der Song auf keinen Fall nach Johnny Cash anhören sollte. Wonach auch immer er sich nun nicht anhört, eigentlich war der Song (ohne ihn gehört zu haben) ein bisschen der Kaufgrund. Am Ende würde ich ihn nicht zu der besseren Hälfte dieses Albums zählen und lieber schnell mal das Original auflegen.

1989-swifteln

Wir Weihnachtswichteln mit einer größeren Familiengruppe und nutzen dazu seit letztem Jahr ein App. Hier bekommt man dann nicht nur sein Wichtelbeschenker genannt, sondern kann auch einen Wunschzettel pflegen. Da es hier nur um das mitbringen und überreichen und auspacken und so geht, ist es super, dass man sich in der App direkt einen Wunschzettel anreichern kann.

Hier habe ich mit 1989 von Taylor Swift auf die Liste gesetzt, da das Vinyl reduziert unser maximal Budget für Geschenke nicht überschritt und vorgeschlagen wurde, als ich Vinyl als Kategorie wählte. Die meisten anderen reduzierten Alben hatte ich bereits im Regal.

Ich hätte aber tatsächlich kein einziges Taylor Swift Lied benennen oder singen können, habe jetzt beim Hören aber ein paar wiedererkannt. Ist nur so ganz rudimentär meine Musik muss ich gestehen, aber es ist auch nicht wirklich schlechte Musik. Lustig ist, dass mich am Ende scheinbar meine eigene Kinderhand bewichtelt hat und der die Platte wohl nicht mochte.

Definitiv vielleicht

I wonder where you are now

Definitiv fehlte dieses Oasis Frühwerk noch in der Regalsammelung, aber dieses Jahr brachte es das Christkind unter den Baum. Fotografiert werden durfte die Supersonic Seite C dann mit dem Weitwinkel-iPhone aus Kinderhand. Kinderhand hat jetzt, das bessere Handy, so kann es kommen – dafür freue ich mich vielleicht ebenso doll über das bessere Vinyl.

Definetly Maybe kommt remastered als Doppelvinyl immer drei Knallerlieder pro Seite macht dann zwölf Songs, die natürlich trotz dem Remaster schrebbeln, weil es eben Oasis ist darf man annehmen.

Supersonic und Slide away erinnern an schöne Zeiten in den mittigen 90ern und lassen wieder ein Jahr mehr die Vorfreude auf die Oasis Reunion aufflammen und die Freude über die wunderschöne 12″ Sammelung, die im Regalteil O schon auf diese Platte wartet.

Aufwärts

As the Sun comes up, as the Moon goes down these heavy Notions creep around

Ich hab das R.E.M. Album Up schon in den späten 90ern geliebt, aber damals als Kompaktscheibe erworben, vermutlich zeitgleich mit diesem Alanis Morissette Vinyl.

I count your Eyelashes secretly

Leider steckt der Bong nicht in der Kompacktscheibe, dann wüsste ich es.

Auf discogs war Up dann immer viel zu teuer, aber die Kompaktscheibe stand lange als Konoten im Taschentuch neben dem Scheibenabspielgerät. Jetzt freue ich mich sehr über den 25. Geburtstag von Up.

Vinyl ist lange schon bestellt gewesen, aber es war lange unklar, wann es kommt und jetzt ist es da. Wunderbares Doppelvinyl, toller Sound und die Lieder bleiben großartig. Eigentlich alle außer You’re In The Air, das nervt via Instrumente und via Gesang.

Damals bin ich in erstet Linie bei Why not smile (I was sad for a while – 1998) dahingeschmolzen, ist immer noch einer der besten R.E.M. Songs und auf diesem Album ein bisschen die Single die keiner war.

Parallelen zu Ereignissen ein paar Woche zuvor sind noch ganz lustig. R.E.M. kam mir wegen der Serie The Bear wieder sehr nah und gerne ans Ohr, der Erfolg dieses Albums hängt Expertenmeinungen zu Folge ein bisschen daran, dass At my most beautiful sich so sehr anhört wie ein Beach Boys Song. Serie Beach Boys, da war doch gerade erst was …

Bauhaus Treppe

One million Years after now global Human Population is zero

Orchestral Manovers in the Dark in the Bauhaus

Als ich gelesen hab, dass das neue OMD Album Bauhaus Staircase heißen würde war ich schon begeistert – kurz danach habe ich mich auch über das sehr bauhausige Cover des Albums und dem roten Vinyl gefreut, blieb nur noch auf ein wenig gute Popmusik und etwas weniger Kunst als sonst zu warten, aber es hieß ja schon Bauhaus …

… und natürlich ist da Kunst (bei G.E.M. zB.) mit in den Songs, aber zwei drei Songs kann man gut laut im Autoradio hören. Bauhaus Staircase selber der Namensgebersong würde auf einer Best of nicht untergehen, der Rest der Songs eventuell schon.

Der Haussegen hatte noch einen Schlagersong auf der Seite 2 entdeckt, aber ich weiß nicht mehr welcher das war – aber OMD im ZDF-Musikantenladen wäre doch mal frisch.

Klatschtonspur

Laugh track bezeichnen die Filmer die Geräusche, die zB in einer Sitcom nach einem Superwitz eingespielt werden, um Gelächter an den Witz zu zaubern.

The National haben also ihrem brillanten 2023er Album First two Pages of Frankenstein noch ein Doppelalbum hinzugefügt, wo das Gelächter zum Album drauf ist. Wer jetzt B-Seiten oder aufgebrauchtes Material erwartet, wird überrascht, denn die Lieder auf Laugh Track sind genauso toll wie auf dem Vorabalbum.

Auch die beiden Cover sind sehr lustig und sehr ähnlich. The National hat ja vor Jahren mal ein TripleAlbum auf einen Schlag veröffentlicht, der mich super enttäuscht hatte, diesmal hat das mit einem+zwei Alben viel besser geklappt.

Klänge der Stille

Zmmmmm – Badong – Rearrrrrrr

Vince Clarke

Sein erstes Soloalbum hat gar nichts mit dem zu tun, was er zwischen 1980 und heute sonst so gemacht hat. Es ist keine VCMG-Techno, es ist keine CandyPopErasure und es ist kein DepecheModeDisco und es braucht rundum absolute Ruhe.

Watching the Record like Mona Lisa

Mein erster Hörversuch mit Vögeln und Familiengezussel rundherum ist kläglich gescheitert. Mein Kopfhörer-Frühstück mit Vince war dafür fantastisch. Mit wenigen Ausnahmen kommt alles ohne Menschenstimme klar, aber mit und bei Blackleg habe ich welche gefunden und das Lied auch direkt großartig gefunden. Es hätten die Zwerge aus Mittelerde gesungen haben können.

Vermutlich ist die Klangwelt zu anstrengend, um sie öfter zu hören, aber sie mindestens einmal unter den Kopfhörern aufzulauschen ist mein Tipp des Monats. Wer genau hinhört findet am Ende ein paar Erasure Erasure Sounds, die z.B. das White Rabbit macht.

Raubdiamantenglassplitter

Also es ist natürlich zunächst mal faszinierend, dass eine Band Alben und Songs produziert, welche sich vor 61 Jahrend gegründet hat – womit die Frage nach 30 Jahren von neulich wieder hochkommt.

Ich hab es jetzt zweimal gehört, und würde ich in einer Kneipe sitzen, dann fänd ich es adäquate Untermalung, wie die Ohren es in einer alten rauchigen Kneipe kuhl fänden. Wenn ich dieses Jahr mehr als zwanzig Neuheiten Alben gekauft habe, dann ist dieses vermutlich aber nicht unter den besten zwanzig.

Ganz lustig aber – es kam zusammen mit dem TaTu Album 200km/h in the wrong Lane aus Georgmarienhütte, welches in 45rpm abgespielt wird. Hiervon habe ich nur ein paar Songs gehört und dann die Stones angemacht, ohne dass ich die Geschwindigkeit verändert hab und zack hörten sich die Stones ein wenig wie TaTu an.

Also: Es freut mich für alle Stones Fans, dass es das Album gibt, aber sonst bräuchte man es auch nicht wirklich haben.

Jetzt und damals

Now and then I love you

Eine neue Beatles Single 43 Jahre nachdem John Lennon erschossen wurde, mit seinem Gesang, der durch eine neue KI-Technik restauriert wurde. Restaurationsquelle ist demnach eine Kassette auf der „For Paul“ stand und auf der Demosongs aufgenommen waren, die allerdings in einer nicht brauchbaren Qualität für damalige Verhältnisse waren.

In den 90ern gab es das auch keine Filtermöglichkeiten und so gab es Now and then nicht in der Anthology 1/2/3 Serie, obwohl es auch damals schon drei Songs waren und drei „neue“ Alben.

Künstliche Intelligenz im 21 Jahrhundert machte das Material jetzt doch brauchbar und so war es dann doch nicht umsonst, das George in den 90ern schon bisschen was neues dazu eingespielt hatte, denn das und neues von Paul und Ringo und vom Produzenten hat nun ein wirklich schönes neues Oasis Beatles Lied geschaffen.

Mal sehen, ob die Beatles in 20 Jahren damit und mit KI und Holografie auch nochmal in einer Hamburger Kneipe auftreten.

Architektur und Moral

Would she give it as a Gift?

Auf dem 1981er Album Architecture + Morlity von OMD sind etliche ihrer besten Songs zu finden, ganz vorne sicher Maid of Orleans, Joan of Arc und Souvenir. Diese kenne ich teilweise auch schon sehr lange, da sie unter anderem auf dem Uher Tonbandgerät meines Vaters abgespielt wurden.

Das Album hat einen SecondHand Aufkleber auf dem 8,- steht, was vermutlich DM sind, denn diese Platte habe ich schon sehr lang, damals wie heute begeistert, dass man durch ein Fenster in das innere des Hardcovers schauen kann. Das hat sich vermutlich Peter Saville ausgedacht – der Spezialplattencoverbauer der 80er, drei Jahre vor der Blauen Montags Diskette. Ein bisschen ähnlich (visual repeating patterns!) auch zu dem New Order / Get Ready Albumcover von New Order 20 Jahre später.

Die Novemberveröffentlichung wird diesen November 42 Jahre alt, 42 die Antwort auf alle Fragen. Fast 42 Jahre danach gibt es auch noch Neues von den OMDs – mehr über Treppen im Bauhaus in Kürze.

Ruf

Reputation ist 1990 meine zweite oder dritte Kompaktscheiben gewesen, weil zu der Zeit gerade In privat ein Superhit im Radio war. Spannend damals wie heute auch, dass das Album geschrieben und/oder produzierte Songs beinhaltet, die sich alle fünf auf der B-Seite befinden.

Wer genau Dusty Springfield ist habe ich erst nach Pulp Fiction geschnallt.

Dieses wie auch das Results Album von Liza Minelli machten die beiden Damen damals schon interessant. Auf dem Dusty Album sind meiner Hörseligkeit nach aber dann auch nur zwei empfehlenswerte Songs. Erwähntes In privat und Nothing has been proved.

Trotzdem war mir nach langer Lagerzeit mal wieder danach, die Platte aus dem Regal rauszusuchen.

Tiergeräusche

God only knows what I’d be without you

Ich kenne natürlich eine ganze Menge Beach Boys Lieder und ich liebe Kokomo aus dem Film Cocktail, aber ich habe keinen einzigen Tonträger von den Beach Boys. Am Ende von Serien oder Filmen packt mich Musik relativ häufig und so erwischte es mich jetzt im Abgesang der Staffel 5 von The good Doctor mit dem Beach Boys Song God only knows, der dort wunderschön passig auf einer Hochzeitfeier lief, während im Hintergrund Cliffhängerzeugs passierte.

Als hättet ihr es vor 57 Jahren geahnt.

Und auch wenn es jetzt ein paar Tage her ist und die Pet Sounds mit dem Lied drauf ein paar Tage erst am Plattenspieler steht, es gefriert immer noch leicht die Ader am Hals, wenn ich es mir wieder und wieder anspiele. Gut zugeliefert Beach Boys.

Ich war im Nachgang ganz schön baff, dass es ein deart altes Lied geschafft hat, mich so wunderbar zeitgemäß zu erwischen.

Brich die Spannung

Padam, Padam, I can hear your heart beating

Kylie Minogue’s 16. Album hat wieder Musik an Bord, die bemerkenswert stark ist. Suchten wir neulich noch nach Künstlern, die 30 Jahre nach ihrem ersten Hit, noch einmal einen Hit hatten, so kann man (wenn man denn I should be so lucky als Hit empfindet – Dezember 1987) jetzt behaupten, dass Padam ein erfolgreicher Hit ist, der insbesondere in den nagelneuen Medien der jungen Konsumenten viral geht (September 2023).

Das wären dann fast 36 Jahre!

Während Padam als Opener sehr steil geht, ist der Rest auf dem Album eher B-Seitiges Zeugs, was man sich zwar anhören kann, einen aber nicht durch das Wohnzimmer hüpfen lässt.

Setzt die Zeitreise aber munter fort.

Für genau das wunderschöne Gefühl

Whomes gonna take the Weight?

Kollegen empfahlen die Tage das neue Chemical Brothers Album. Bis daher kannte ich nur den Song Skipping like a Stone, den die Chemical Brothers einmal mehr mit Beck Hansen aufgenommen hatten. Der hatte mir gefallen, aber ich hatte den Rest nicht so eingängig in Erinnerung.

Da ich aber mal wieder Lust hatte Vinyl zu kaufen, habe ich eine ulkige Kaufliste bei JPC abgesetzt: Rolling Stones, Vince Clark, OMD, Chemical Brothers und For that beautiful Feeling ist dann als erstes geliefert worden.

Es ist ein 33RPM Doppelvinyl mit etwa 47 Minuten Spielzeit, also immer nur gut klingende 12 Minuten pro Seite. Während die Seite A und B unterhaltsam daher experimentieren kommen auf den Seite D und C die vier Songs, die der Grund dafür sind die Chemical Brothers immer wieder gerne zu hören.

For that beautiful Feeling

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Feels like I am dreaming ist als vorletztes Lied der Gipfel des Album – als hätten die Chemical Brothers nie etwas anderes gemacht, als Starkstromtracks. Der Abschlusssong ist der Albumnamensgeber und auch sehr stark, Halo Maud die angenehme Gesangstimme des Liedes. Mindestens die Seiten C und D werde ich dieses Jahr noch etwas öfter hören.

Dank an die Kollegen für diese Empfehlung, ohne die ich das Klangerlebnis nicht gekauft hätte.